Dienstag, 18. März 2008
Dienstag, 18. März - Atras en Suiza!
Also Leute, dass war ja vielleicht noch ein Rückflug gestern von Chile nach Argentinien. Der Flug aus Buenos Aires kam natürlich nochmals später so dass wir erst um 19Uhr mit dem Boarding beginnen konnten. Zu allem Unglück war der Flieger noch voll mit betagten Amis die durch das langsame Einsteigen alles nochmals verlängerten. Und als wir dann eigentlich bereit für den Ablfug waren, mussten wir noch auf zwei Passagiere warten die plötzlich nicht mehr zu finden waren. Ich sass wie auf heissen Kohlen im Flieger der Aerolineas Argentinas. Gegen 19.45h hoben wir dann endlich ab in Richtung Buenos Aires. Vor lauter hin und her hatte ich ganz vergessen die Fotokamera aus dem Ablagefach runterzunehmen. Wir flogen nämlich direkt über die Anden und unter uns breiteten sich die ganzen Sechstausender im Abendlicht aus. Ein herrlicher Anblick den ich jedoch nicht wirklich geniessen konnte. Beim Einsteigen in den Flieger in Santiago de Chile hatte ich das Kabinenpersonal nochmals gebeten, eine Info abzusetzen wegen meines Anschlussfluges. Kurz vor der Landung hat mich dann die Stewardess ganz nach vorne gesetzt so dass ich zusammen mit weiteren Passagieren, die ebenfalls einen Anschlussflug hatten, rasch aussteigen konnte. Zum allem Unglück parkten wir noch auf einer Aussenposition und der Busfahrer wollte einfach nicht losfahren bevor der Bus voll ist. Nachdem einige Passagiere interveniert hatten, liess er sich denn doch noch erweichen früher loszufahren. Am Terminal angekommen erwartete mich dann bereits eine Dame der Lufthansabfertigung. Zumindest dieser Teil mit der Info an die Lufthansa hat hervorragend geklappt. Mit mir im Schlepptau rannten wir kreuz und quer durch die Terminals zum Flugsteig der Lufthansa, natürlich war dieser am anderen Ende des Terminals...stöhn. Um 21.49h sass ich dann im Jumbo der Lufthansa auf meinem Platz (Abflugszeit 21.50h)!!! Kaum war ich drin wurden auch schon die Türen geschlossen. Das Gepäck hat es natürlich nicht geschafft, doch das war mir in diesem Moment ziemlich egal. Ich hatte mich ja schon auf eine Nacht in Buenos Aires eingestellt.
Ich brauchte erstmal ein paar Minuten um runterzukommen. Ich war total durchgeschwitzt von dem Gerenne. War ich froh, dass ich noch der Lufthansa aus Santiago angerufen hatte so dass diese die Infos hatten wo ich bin. Superservice sag ich da nur!!! Der Flug nach Frankfurt war dann super relaxt, in der Businessklasse natürlich auch kein Wunder...smile. Erholt kam ich pünktlich in Frankfurt an und musste nur 1 Stunde warten für den Weiterflug nach Zürich. Am Flughafen in Zürich hat mich dann ein ganzes Empfangskomitee erwartet - meine Mutter, meine Schwester sowie mein Bruder und mein Göttibub waren da. Wow, echt spitze so empfangen zu werden. Ich war natürlich froh, dass mich mein Bruder noch nach Hause gefahren hat da ich ja wegen dem fehlenden Gepäck keine Jacke dabei hatte.
So meine Lieben, hiermit schliesse ich diesen Reiseblog endgültig ab. Ich danke euch, dass ihr ab und zu mal reingeschaut habt und hoffe, dass euch meine Aufzeichnungen gefallen haben. Über ein paar Zeilen von euch würde ich mich natürlich freuen kreis5@freesurf.ch
Alles Gute und bis bald
Reto
Montag, 17. März 2008
Montag, 17. März 2008 – Time to say Goodbye Chile
Ok, definitiv der letzte Ferientag hier in Chile. Bereits um 7.15Uhr klingelte mein Wecker heute Morgen. Ich wollte ja noch möglichst viel erleben in dieser tollen Stadt vor meinem Rückflug in die Schweiz. Ich habe gestern Nachmittag noch einen sehr netten jungen Herrn ;-) kennengelernt, der sich bereit erklärt hat, mich heute noch ein bisschen durch die Stadt zu führen. Wir fuhren dann erstmal auf den Cerro San Cristobal der 863m hoch über der Stadt trohnt. Von da oben hat man eine wunderbare Aussicht auf die ganze Stadt. Leider kämpft Santiago, wie jede andere Grossstadt auch, mit viel Smog. So war die Sicht getrübt und man konnte die Anden im Hintergrund nur schwach erkennen. In einer Stunde ist man ja von Santiago bereits mitten in den Anden drin, die an dieser Stelle knapp 7000m hoch sind. Auf den Cerro San Cristobal kann man mit dem Auto fahren, zu Fuss gehen oder aber die Gondelbahn oder Drahtseilbahn nehmen. Wie ihr seht, ist dieser Berg perfekt erschlossen...smile. Eduardo, mein Bekannter hier, zeigte mir dann auch noch die anderen sehenswerten Stadtteile wie zum Beispiel Las Condes. Im Vergleich zu Buenos Aires ist diese Stadt viel moderner und sauberer. Kaum zu glauben, dass mir im Vorfeld gesagt wurde, dass Santiago ne furchtbare Stadt sei. Im Gegenteil – ich fühle mich hier tausendmal wohler als in Buenos Aires, da die Gebäude viel gepflegter sind und die Strassen um einiges sauberer. Vermutlich ist es purer Neid der die Argentinier zu dieser Aussage über Santiago veranlasst.
Das Problem ist vermutlich auch, dass es in Chile keine Wirtschaftskrise gegeben hat während in Argentinien 2001 alles den Bach runterging. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier in Chile alles besser funktioniert als in Argentinien. Wie schon im gestrigen Blog erwähnt – Santiago ist definitiv eine Reise wert und ich könnte mich vierteilen dass ich nicht mehr Zeit eingeplant habe für diese tolle Stadt. So habe ich wenigstens einen Grund um nochmals hierher zu fliegen :-))
Gegen 14.30Uhr fuhr ich dann vom Hotel mit dem Linienbus zum Flughafen. Ich hatte das Glück, dass das Terminal für den Flughafenbus nur ca. 5 Min. vom Hotel entfernt war. Die Fahrt zum Flughafen kostete mich gerade mal 1300 chilenische Pesos (ca. 3 US Dollar). Die Taxis kosten mindestens das Zehnfache. Am Flughafen angekommen kam dann erstmal ein kleiner Schock, denn Aerolineas Argentinas hat den Flug abermals verschoben. Eigentlich hätte ich um 17.40Uhr abfliegen sollen, nun fliegen wir erst um 19.10Uhr. Das heisst für mich, dass es verdammt knapp werden wird mit meinem Lufthansa Anschlussflug in Buenos Aires. Ich habe gerade mal 50 Minuten zum Umsteigen. Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen – Aerolineas fliegt nie pünktlich, das schaffen die einfach nicht. Eine chaotischere Gesellschaft habe ich noch nicht erlebt. Also wer jemals hier unterwegs ist – lieber LAN oder eine andere Airline wählen wenn ihr einen Anschlussflug habt. Mein Koffer ist nun zwar für die regulären Flüge eingecheckt doch es ist überhaupt nicht sicher, ob das alles klappen wird. Vorsichtshalber habe ich mal noch bei der Lufthansa angerufen und darum gebeten, einen Vermerk zu machen, dass ich auf einem verspäteten Flug sein werde. Ich hoffe einfach, dass ich nicht in Buenos Aires stranden werde, denn das würde mich gottlos ank.....! Tja, fingers crossed dass es klappen wird!
Sonntag, 16. März 2008 – Ausschiffung in Valparaiso und Santiago de Chile
Heute Morgen um 6Uhr war es nun also soweit – die Reise mit dem Schiff endete im Hafen von Valparaiso (Chile). Irgendwie war es schon ein bisschen komisch, nochmals zum Frühstück zu gehen mit dem Wissen dass es das letzte Mal war. Das Auschiffungsprozedere zog sich dann ewig in die Länge da die chilenischen Behörden mal wieder einen auf ganz genau machten. Sie kontrollierten wirklich jeden einzelnen Passagier genauenst. Die Ausschiffung erfolgte aufgrund bestimmter Farben die jeder Passagier erhielt. Mein Deck hatte die Farbe Lila und ich musste fast 2 Stunden warten, bis ich dann endlich vom Schiff konnte. Im Ankunftsterminal mussten wir dann erstmal alle unser Handgepäck auf den Boden stellen so dass die Hunde der Agrikulturbehörden daran schnüffeln konnten. Es ist ja in Chile strengstens verboten Früchte, lebende Tiere oder sonstige Lebensmittel einzuführen. Und obschon es auf dem Schiff tausend Mal erwähnt worden ist gab es doch tatsächlich eine Amerikanerin die einen Apfel im Rucksack mitführte. Logo dass der Hund das natürlich riechen konnte. Die Amerikanerin durfte dann unter Protest eine Busse bezahlen – geschah ihr ganz recht, finde ich zumindest.
Nach der Kontrolle musste ich erstmal mein Gepäck suchen. Dieses war zwar fein säuberlich nach den Farben sortiert, doch war ich ja nicht der Einzige Passagier auf Deck 7. Nach ca. 5 Minuten suchen fand ich dann jedoch meine Reisetasche. Im Terminal selber boten dann ganz viele Leute Stadtrundfahrten und Taxidienste an. Da ich nicht genau wusste wo das Busterminal in Valparaiso ist, fragte ich wie teuer ein Taxi dahin wäre. Die Meisten verlangten 15 Dollar, was ich ne totale Unverschämtheit fand. Das Busticket von Valparaiso nach Santiago de Chile kostet nämlich gerade mal 8 Dollar und die Fahrt dauert eineinhalb Stunden!! Nun denn, dachte ich mir, gehst du einfach mal aus dem Hafenterminal raus. Kaum draussen standen schon die nächsten Taxichauffeure am Strassenrand und verlangten doch haarsträubende 20 Dollar für die Fahrt zum Busterminal. Also ging ich erstmal ein Stückchen zu Fuss weiter. Ich wusste, dass das Terminal nicht weit weg sein konnte. Glücklicherweise traf ich dann noch zwei Mädels aus Dresden die ebenfalls zum Busterminal wollten. Und schlau wie die waren fanden wir dann das Terminal binnen 5 Minuten Fussmarsch.
Die Busse nach Santiago fuhren alle halbe Stunde so dass wir nach 10 Min. bereits im Bus sassen. In Santiago angekommen nahmen die Mädels dann ein Bus zu ihrem Hotel. Mein Hotel war ja in der Innenstadt und so musste ich mich erstmal durchfragen, wie ich da am Besten hinkomme. Der Busterminal war glücklicherweise direkt bei einer Metrostation so dass ich lediglich 5 Stationen mit der U-Bahn fahren musste bis zu meinem Hotel.
Nachdem ich das Gepäck deponiert hatte erkundete ich erstmal die Stadt. Also ich muss schon sagen, dass Santiago eine total schöne und vor allem saubere Stadt ist. Viele Argentinier haben mir ja gesagt, dass es hier laut und schmutzig ist. Doch alles ist viel schöner und nicht so heruntergekommen wie in Buenos Aires. Was mir vor allem aufgefallen ist, sind die vielen Strassencafés die es hier gibt. Überall sitzen die Leute draussen, genauso wie bei uns zu Hause. Ein schöner Stadtteil ist das Barrio Bellavista, das auch bohemisches Viertel genannt wird da es hier sehr viele Künstler, Theater und Nachtclubs gibt. Das Barrio Bellavista liegt am Fusse des Cerro San Cristobal – ein Aussichtsberg mitten in der Stadt. Man kann da zu Fuss oder mit einer Standseilbahn hochfahren. Das werde ich dann morgen noch machen da heute die Zeit zu knapp war.
Ebenfalls gibt es in der Innenstadt schöne alte Gebäude und jede Menge Museen. Im Nachhinein bereue ich es fast ein bisschen, dass ich nur gerade 1 Nacht hier bin. Was ich ja besonders interessant finde hier, ist die Architektur der Häuser – ein buntes Gemisch verschiedenster Einflüsse. Auch die Kathedrale in der Nähe der Plaza de Armas ist wunderschön. Im Mercado Central machte ich dann erstmal Halt für ein spätes Mittagessen. Im Restaurant Augusto wurde ich sogleich von einem wirklich überaus freundlichen Kellner empfangen. Da er Enologie studiert (Weinkunde) zeigte er mir in der Vitrine erstmal alle Weine die sie im Angebot hatten. Das Restaurant ist vor allem berühmt für seine Meeresfrüchte und Fische. Trotzdem ass ich dann ein Steak...smile. Als ich bezahlt hatte, wollte er mir der Kellner unbedingt noch den Chef vorstellen, der hier sowas wie ne Institution ist. Also gabs schwupps noch ein Foto mit Herrn Augusto himself. Wirklich ein lustiges Völkchen hier.
Auch hat es in der Stadt viele junge Leute, die zwar ein bisschen freakig sind, doch für eine bunte Mischung sorgen. Vor dem Museum de Bellas Artes zum Beispiel gabs heute einen riesigen Flohmarkt. Da gibts hunderte von Leuten die alles Mögliche anbieten – von Kleidern über CD bis hin zu Büchern und Koffern. Es herrschte eine richtige Woodstock Atmosphäre...smile. Nun bin ich erschlagen zurück in meinem Hotel Diego de Almagro in der Nähe der Metro Station Moneda mitten im Zentrum. Brauche jetzt erstmal eine Mütze Schlaf bevor dann morgen der zweite Teil der Stadtbesichtigung ansteht.
Samstag, 15. März 2008
Samstag, 15. März 2008 – Letzter Tag auf dem Schiff
Tja, unglaublich aber wahr – die 2 Wochen Kreuzfahrt sind schon bald Vergangenheit und wir müssen die Kabine räumen. Doch bevor dies geschieht gibts ja nochmals einen Tag auf hoher See mit viel Sonnenschein und warmen Temperaturen. Mittlerweile sind wir wieder zurück im Pazifik was wir seit gestern ununterbrochen zu spüren bekommen. Das Schiff schwankt hin und her und es ist schwierig, nicht wie ein Besoffener durch die Gänge zu gehen. Das letzte Yoga heute morgen war nochmals eine grosse Herausforderung bei dem Wellengang und mit geschlossenen Augen die Schwankungen auszubalancieren ist ja auch nicht so mein Ding. Schon um 10Uhr musste ich zu einer Tablette gegen Reisekrankheit greifen nachdem ich doch geglaubt habe nun definitiv Seetauglich zu sein.
Heute Morgen gabs auch eine Information über den Ausschiffungsvorgang morgen früh. Der Cruise Director stellte zuerst mal seine 10 Lieblingsfragen vor, die im Laufe seiner Karriere hier an Bord von Gästen gestellt worden sind. Hier mal ein paar der lustigsten Fragen sowie der Kommentare dazu seitens des Cruise Directors:
„Hat das Schiff eine eigene Stromversorgung?“ (nein, das Schiff wird seit Buenos Aires mit einem Stromkabel versorgt)
„Ist das Wasser in den Toiletten Salzwasser oder Süsswasser?“ (ich habe es nie probiert)
„Bringt mich dieser Lift zum Bug des Schiffes?“ (no comment)
„In welchem Stockwerk befindet sich das Deck 7?“ (no comment)
„Schläft das Personal auch an Bord?“ (nein, nach der Schicht gehen wir zurück in unsere Kanus neben dem Schiff...)
„Was passiert mit den Eisskulpturen vom Buffet wenn sie geschmolzen sind?“ (No comment)
Wir haben uns auf jeden Fall sehr amüsiert bei all diesen Fragen. Wenn ich die Passagiere so anschaue die hier an Bord sind, kann ich mir jedoch durchaus vorstellen, dass solche Fragen auch wirklich gestellt werden.
Ebenfalls am letzten Tag erhält man zig Formulare über die Zufriedenheit an Bord zum Ausfüllen und irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Personal gleich doppelt so nett ist als sonst. Es wird sicher schwer sich nachher wieder umzugewöhnen dass niemand einem das Bett macht oder das Essen serviert. Man könnte sich daran gewöhnen...smile. Den letzten Tag hier auf dem Schiff habe ich sehr geruhsam verbracht mit Lesen, Essen und Schlafen. So wie es sich eben gehört während den Ferien! Die Seealgenpackung mit der anschliessenden Massage war übrigens sehr schön, schwebe jetzt noch ein bisschen...smile. Der richtige Einstieg für die lange Partynacht die es heute anscheinend geben soll. Latin Night ist angesagt und ich bin ja mal gespannt was da alles so abgeht. Zum Glück muss ich das Schiff morgen erst gegen 10Uhr verlassen, so kann ich ein bisschen länger schlafen als die meisten anderen Passagiere die noch eine Tour in Valparaiso und Santiago gebucht haben. Ich habe mich schon mal im Internet schlau gemacht, wie ich am Besten von Valparaiso nach Santiago de Chile komme. Es gibt da halbstündlich Busverbindungen ab dem zentral gelegenen Busterminal in Valparaiso. Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden und kostet rund 10 Dollar. Man hätte auch einen Transfer vom Schiff aus buchen können für 55 Dollar doch dieser geht lediglich zum Flughafen, was für mich ja nicht so günstig wäre da ich meinen Rückflug erst am 17. März habe.
Ok, meine Lieben, ich gehe jetzt mal lecker Essen und danach noch das Tanzbein schwingen. Hasta luego und bis morgen.
Freitag, 14. März 2008
Freitag, 14. März 2008 – Puerto Montt und Osorno Canopy Adventure
Puerto Montt ist bereits der letzte Hafen auf unserer Kreuzfahrt. Unglaublich wie schnell diese 2 Wochen verflogen sind. Noch zwei Nächte und dann heisst es definitiv von Bord gehen in Valparaiso. Doch vorher gibts ja noch einiges zu berichten vom heutigen Tag. Gegen 7Uhr morgens erreichten wir den Hafen von Puerto Montt. Dieses Mal wurde ich nicht durch die Tender wach sondern durch einen Brandgeruch in meiner Kabine. Ich dachte schon dass jeden Moment der Alarm losgehen wird, doch erstmal geschah nichts. Der Geruch kam eindeutig aus meiner Klimaanlage und so öffnete ich erstmal die Kabinentüre um im Gang nachzuschauen, ob da was zu sehen ist. Im Gang liess sich der Geruch jedoch nicht feststellen. Zurück in der Kabine überlegte ich ob ich nun die Rezeption anrufen sollte oder nicht. Ich entschloss mich dann mal noch ganz nach draussen zu gehen und dabei stellte ich fest, dass der Brandgeruch über dem ganzen Hafen lag. Später erfuhr ich dann, dass es in der Gegend im Moment viele Buschbrände gibt die sich fast nicht löschen lassen. So war ich natürlich erleichtert, dass nicht das Schiff in Flammen stand.
Für heute hatte ich ja eine Tour gebucht, die mit 189 Dollar zwar ziemlich teuer war doch sie versprach auch einiges gemäss der Ausschreibung – ein Canopy Abenteuer stand auf dem Programm. Canopy gibt es bei uns in der Schweiz mittlerweile auch, man hängt sich dabei an einem Drahtseil ein und saust zwischen den Bäumen hin und her. Da ich das schon einige Male in Spanien gesehen hatte wollte ich es nun auch mal selber ausprobieren. Zuerst war jedoch mal Warten angesagt, da wir wegen dichtem Nebel sowie dem Rauch der Buschbrände nicht zum Hafen übersetzen konnten. Danach stand dann unser Tourbus eben wegen diesem Rauch und dem Nebel ein weiteres Mal auf der Strasse für fast eine halbe Stunde fest, da die Polizei die Autobahn kurzfristig schliessen musste. Irgendwann kamen wir dann doch noch aus Puerto Montt raus und fuhren dem Llanquihue Lake entlang Richtung Norden zum Osorno Vulkan. Schon von Weitem erkennt man die markante Spitze des Vulkans der in seiner Form dem Fujiama in Japan sehr ähnlich sieht. Der Gipfel ist rundrum mit Gletschereis bedeckt und sieht aus wie ein Zuckerhut. Leider konnten wir unterwegs keinen Fotohalt einlegen da wir eh schon zu spät dran waren. Nach ca. 1.5 Stunden Fahrt erreichten wir die Canopy Lodge in Las Cascadas. Nach einer kurzen Einweisung durch die Führer wurden wir mit Geländewagen zum Start des 2km langen Abenteuers gefahren. Die Fahrt zum Start war sehr abenteuerlich – die Strasse war so ausgefahren dass man auf dem Pick-Up hin- und her geschüttelt wurde. Einer der Führer hatte noch seinen Hund mit dabei der die ganze Zeit dem Auto hinterher rannte. Das Canopy bestand aus insgesamt 11 Traversen bis hinunter zur Lodge. Es brauchte schon ein bisschen Mut sich für die erste Passage ins Seil zu hängen und zum nächsten Baum loszudüsen. Doch nach den ersten zwei Passagen hatte man den Trick raus wie man heil rüberkommt, richtig bremst sowie verhindert dass man sich in der Luft dreht. Unter den Teilnehmern gab es bereits viele Leute im Rentenalter und ich war erstaunt, wie fit die waren. Eine 80-jährige Amerikanerin flitzte mit hohem Tempo durch die Bäume und schrie dabei vor lauter Freude – toll! Nach der dritten Passage ging es dann für 300m über eine Schlucht – bei der rasanten Traverse hatte man einen sensationellen Blick zum See und man fühlte sich wie ein Vogel der über der Schlucht schwebt. Einer der Führer nahm jeweils seinen Hund mit aufs Seil dem dies sichtlich gefiel. Vermutlich hatte er diesen schon seit kleinauf daran gewöhnt. Ingesamt gab es zwei grosse Traversen über die Schlucht – der Boden unter dir fast 200m entfernt!
Nach knapp einer Stunde „fliegen“ erreichten wir alle sicher den Boden in der Nähe der Lodge. Also wer mal in diese Gegend kommt sollte sich dieses Abenteuer nicht entgehen lassen, mehr Infos gibts unter www.canopychile.cl. Nach dem grossen Kick gabs noch ein Mittagessen in der Lodge bevor wir dann bereits wieder den Bus bestiegen und via Puerta Varas zurück zum Schiff fuhren. Leider war die Zeit ziemlich knapp so dass wir uns ziemlich sputen mussten mit dem Essen. Das ist eben das mühsame, wenn man an einen engen Zeitplan gebunden ist. Immerhin legten wir auf der Rückfahrt noch einen kurzen Stopp ein um den Osorno Vulkan zu fotografieren.
Die Gegend um Puerto Montt ist sehr schön und ist geprägt durch die vielen Seen, Wälder sowie Bauernhöfe mit Kuhweiden. Die Deutschen waren die ersten Siedler in dieser Gegend und prägten den Baustil in dieser Region massgeblich. Auch bestellt man hier nicht wie sonst üblich eine Torta wenn man was süsses möchte sonder ganz einfach Kuchen. Ebenfalls gibt es Schokolade, die Sahne-Nuss heisst. Die Häuser sind häufig aus Schindeln gebaut, die in ihrer Bauweise schon ein bisschen an die Häuser im Toggenburg und Appenzellerland erinnern. Nebst den grünen Weiden sind natürlich auch die beiden Vulkane Osorno und Calbuco einer der wichtigsten Attraktionen in der 10. Region Chiles. Beide Vulkane sind „schlafend“ das heisst dass sie noch nicht erloschen sind. Der Osorno brach zum letzten Mal 1876 aus, der Calbuco Vulkan noch im Jahre 1961. Durch den Ausbruch 1961 hat der Calbuco seine typische „Kappe“ verloren, da es beim Ausbruch zu einer Explosion kam und der Gipfel weggesprengt wurde. Also wer die Natur liebt sollte diese Gegend unbedingt mal besuchen. Die Argentinier sprechen ja nicht gerade positiv über Chile und die Einwohner hier. Doch bis jetzt muss ich sagen, dass es landschaftlich hier schöner ist als in Argentinien. Durch den vielen Niederschlag ist es viel grüner, auch sind die Häuser nicht so verfallen wie in Argentinien. Klar, die Preise sind um einiges höher als in Argentinien und irgendwie spürt man immer noch die jahrelange Dikatur Pinochets, der das Land mit harter Hand regiert hatte.
Zurück auf dem Schiff sah ich in der Schiffszeitung dass Morgen diverse Massagen und Behandlungen im Spa zum halben Preis offeriert werden. So habe ich mich gleich für einen Seealgen Bodywrap eingeschrieben. Das Ganze dauert 75 Minuten und soll ja sehr entspannend sein. Ich werde morgen darüber berichten. Erstmal muss ich mich jetzt fürs Abendessen rausputzen das bereits schon wieder ansteht.
Donnerstag, 13. März 2008 – Puerto Chacabuco
Bereits um 6Uhr morgens haben wir unser nächstes Ziel erreicht – den Hafen von Puerto Chacabuco im XI. Bezirk Chiles. In dieser Gegend leben gerade mal 0.5% der Gesamtbevölkerung des Landes. Der Hafen liegt am Ende des ca. 70Km langen Aisen Fjordes, umgeben von dicht bewaldeten Bergen. Da die Tenderboote unter anderem nahe an meiner Kabine auf Deck 7 angebracht sind, war ich dann auch mit einem Schlag wach als diese ratternd zu Wasser gelassen wurden. Draussen konnte man um diese Zeit natürlich noch nicht allzuviel erkennen, da die Sonne erst kurz vor 8Uhr aufgeht. Wie schon auf den Falklandinseln musste man sich auf Deck 10 eine Platzkarte für die Fahrt zum Hafen besorgen. Dieses Mal ging es viel schneller da die Distanz nur kurz war. Nach knapp 5 Minuten Fahrt erreichten wir den Pier von Puerto Chacabuco. Viel zu sehen gibt es hier ja nicht, da es sich um einen typischen Fischerei- und Umschlagshafen handelt. Heute gibt es hier auch viele Lachszuchten. Eigentlich war der Hafen früher 15km weiter landeinwärts im grösseren Ort Puerto Aisén. Durch das Geschiebe des Aisén Flusses versandete jedoch der Hafen zusehends und musste nach Puerto Chacabuco verlegt werden.
Einmal an Land musste ich nun irgendwie nach Puerto Aisén kommen. Es gab zwar Taxis direkt am Hafen doch die waren ziemlich teuer und wollten für die Fahrt in den 15km entfernten Ort 15 Dollar haben. Etwas ausserhalb des Hafens fragte ich dann einen Einheimischen und er sagte mir, dass es reguläre Busverbindungen nach Puerto Aisén gibt von hier aus für 500 Pesos (ca. 1 Dollar). Die gleiche Idee hatten natürlich auch viele andere Passagiere des Schiffes. Mein Vorteil war, dass ich den Bus schon weiter oben bestieg bevor er zum Hafen runterfuhr. So hatte ich einen Platz auf sicher und kam bequem nach Puerto Aisén. Im Ort selber gab es nicht allzuviel zu sehen. Ein kleines Nest mit knapp 2000 Einwohnern bestehend aus putzigen Bretterhäuschen. An der Hauptstrasse gab es diverse kleine Geschäfte die alles mögliche verkauften. Durch die Anwesenheit der vielen Schiffspassagiere war doch noch einiges los auf der Strasse. Ich fand dann sogar ein Internetcafé wo ich die Fotos von den letzten Tagen raufladen konnte. Es ist ja immer wieder erstaunlich dass man selbst im entlegensten Winkel noch einen Internetanschluss hat. Und die Verbindung war besser als in Punta Arenas, das ja um einiges grösser ist.
Eigentlich ist die Gegend dafür bekannt dass es viel regnet und ziemlich windig ist. Doch wir hatten wohl Glück und die Sonne lachte vom stahlblauen Himmel bei einer leichten Brise. Zurück an Bord des Schiffes zog es mich dann auch gleich aufs Sonnendeck, denn es war mittlerweile so warm dass man in Badehose auf die Liegen konnte. Was für ein herrliches Gefühl nach fast einer Woche Kälte wieder in die Badeshorts zu schlüpfen. Diese Idee hatte natürlich auch der Rest des Schiffes so dass das Gedränge auf den Sonnendecks gross war. Bierbauch reihte sich an Bierbauch – unglaublich wieviele fettleibige Menschen es hier auf dem Schiff gibt. Der letzte Modeschrei war bei den meisten Herren nackter Oberkörper, Hängebauch, Badeshorts sowie Socken und Sandalen. Ich finde ja Männer die Socken in den Sandalen tragen ein absolutes No-Go. Auf dem Sonnendeck traff ich dann auch wieder ein paar Herren aus Deutschland die auf ihren Landkarten die Route des Schiffes eintrugen. Dabei stritten sie sich, wer nun die richtige Strecke markiert hatte. Der eine sagte, er habe sie ab der Hauptkarte im 12. Deck des Schiffes kopiert, der andere meinte, er habe sie mit den Angaben des Kapitäns persönlich verglichen. Ein Theater sag ich euch, sicher waren die beiden ehemalige Lehrer...smile.
Gegen 14Uhr verliess das Schiff den Hafen und fuhr den Aisén Fjord zurück zum Darwin Kanal der den Fjord mit dem Pazifik verbindet. Dabei hat man einen wundervollen Blick auf die Gletscher und die bewaldeten Berge rundrum. In der Ferne sah man auch einen Vulkan der ganz mit Eis und Schnee bedeckt war. Hier in der Gegend gibt es ja einige Vulkane, den grössten werde ich jedoch morgen sehen – den Osorno der in seiner Form dem Fujiama in Japan ähnlich sieht. Ebenfalls folgten dem Boot etwa ein Dutzend Delphine die mit wilden Sprüngen auf sich aufmerksam machten. Nach 3 Stunden an der Sonne musste ich mich dann doch ein bisschen an den Schatten legen da ich sonst noch einen Sonnenstich einfange. Am Schatten war es jedoch gleich wieder empfindlich kühl. Während ich nun den Blog für euch schreibe sitze ich in meiner Kabine und gucke raus auf den Fjord und die untergehende Sonne.
Mittwoch, 12. März 2008
Mittwoch, 12. März 2008 – Virenalarm an Bord
Anscheinend bin ich nicht der Einzige hier an Bord der Probleme mit der Verdauung hat. Ein Virus greift um sich, das übliche Problem auf Kreuzfahrtschiffen. Die Vorsichtsmassnahmen wurden seit gestern verschärft, so dass man sich nicht mehr selber an den Buffets bedienen darf. Dies bedingt einen zusätzlichen Einsatz des Personals denn alles muss nun auf den Teller des Gastes gelegt werden. Ob das Ganze viel bringt stelle ich allerdings in Frage. Rundherum husten und schnupfen die alten Leute was das Zeug hält. Da werden ja auch tausende Bazillen freigesetzt – wenn das mal Gut geht. Heute gäbe es übrigens wieder Sushi „All you can eat“ für 15 Dollar, doch das muss ich dann wohl auslassen wegen meiner Darmprobleme von gestern – schade eigentlich, da ich Sushi soooooo gerne hab und die schmecken hier echt lecker.
Übrigens hat sich aufgrund der kleinen Biene in meinem Salat von neulich (siehe Eintrag vom 10.3.) nichts getan - wie ich es vermutet habe. Auf grosse Worte folgen eben nicht immer Taten. Die übliche amerikanische Oberflächlichkeit halt. Ich frage mich ja nur, warum ich dann meine Zimmernummer angeben musste... Ich habe hier auf dem Schiff ja auch schon ein paar Amis kennengelernt die in meinem Alter sind, doch durchs Band sind sie alle ein bisschen komisch – einmal grüssen sie einen, das andere Mal wieder nicht. Vielleicht bin ich ihnen als Europäer auch zu exotisch, wer weiss. Heute Morgen stand ich bereits um 9Uhr auf der Matte in der Pray Position – sprich ich habe Yoga gemacht. Zusammen mit meinen älteren Ladys, die mich ja bereits in ihr Herz geschlossen haben... :-)) Heute war das Yoga besonders schön zusammen mit der meditativen Musik und dem wunderschönen Ausblick auf die Berge rundherum. Irgendwie schon fast ein bisschen mystisch würde ich jetzt mal sagen.
Am Nachmittag kam endlich mal wieder die Sonne für länger als 5 Minuten zum Vorschein und der Wind hatte auch nachgelassen. Kein Wunder drängten sich die Leute sogleich auf den Sonnendecks. Nach wie vor ist jedoch eine warme Jacke nicht verkehrt. Je weiter wir nach Norden kommen desto wärmer soll es aber werden. Nun fahren wir entlang der chilenischen Küste auf dem pazifischen Ozean. Zum Glück ist der Wellengang noch erträglich oder ich habe mich mittlerweile einfach daran gewöhnt dass das Schiff rauf und runter – links und rechts schwankt. Wenn ich so aufs Meer rausgucke ist alles so friedlich und schön. Man sieht sogar ab und zu mal kleine Wale vorbeischwimmen, leicht daran zu erkennen wenn eine kleine Fontäne aus dem Wasser spritzt. Die wirklich grossen Wale habe ich leider nicht gesehen, die sind vermutlich noch weiter im Süden und beginnen ihre Reise nach Norden erst später. Die Abendsonne sowie der anschliessende Sonnenuntergang waren heute sehr schön und sooo romantisch (natürlich nur wenn man ihn zu zwei anschauen kann...smile). Es gibt doch nichts Schöneres als einen Sonnenuntergang anzuschauen, oder?
Zum Abendessen habe ich mich heute wieder ins normale Restaurant getraut nachdem ich gestern klammheimlich das Buffet bevorzugt habe für eine leichte Suppe wegen meines ihr-wisst-schon-Leidens. Beim Betreten der Restaurants gibts jeweils eine kleine Desinfektionsstation – man hält da einfach die Hand drunter und eine kleine Menge Flüssigkeit spritzt automatisch in die Handfläche. Die Flüssigkeit muss man dann nur noch verreiben und fertig ist der Virenschutz. Die ganze Massnahme scheint mir zumindest ein bisschen unnütz zu sein wenn man danach sieht, wie die Bedienung im Service mit der Hygiene umgeht. Beim Servieren der Teller hat der Kellner meist noch seinen Daumen halb im Essen drin. Und während man beim Frühstück das Brot nicht selber nehmen darf, wird einem am Abend im Restaurant ein kleiner Brotkorb auf den Tisch gestellt, wo man sich dann wieder selber bedienen kann. Und ich wette darauf, dass hinter den Kulissen für den nächsten Gast der Brotkorb einfach wieder ergänzt wird. Richtigerweise müsste man ja den Rest des Brotes wegschmeissen – der Hygiene wegen. Na ja, diese Virenerkrankungen an Bord haben ja auch ihr Gutes – es ist nun nicht mehr so voll in den Restaurants...
Morgen werden wir den Hafen von Puerto Chacabuco erreichen. Dies wird nach den Falklandinseln die zweite Destination sein, wo wir vor Anker gehen und mit den Tenderbooten in den Hafen fahren. Ab 7Uhr startet der Run auf die Platzkarten für die Boote!
