So, gestern habe ich nun definitiv ein paar Nägel mit Köpfen gemacht in dem ich diverse Flüge für die nächsten Wochen gebucht habe. Wenn man innerhalb des Landes fliegt lohnt es sich, je nach Destination, nachzugucken, ob neben Aerolineas Argentinas auch noch andere Airlines die gleiche Strecke bedienen. Am 18.2. fliege ich nun mit LADE von Buenos Aires nach Puerto Madryn für gerade mal 270 Pesos (ca. 100 Franken). LADE ist die Fluggesellschaft der argentinischen Luftwaffe, ich fliege also sozusagen mit dem Militärjet in den Süden :-) Das Abenteuer fängt ja schon beim Buchen an. Immerhin kann man via deren Webseite die Flüge suchen und reservieren. Man bekommt dann auch bald eine Emailbestätigung mit weiteren Instruktionen auf Englisch, na ja besser gesagt auf Spanglish, denn des englischen sind die Leute bei LADE nicht wirklich. Um sicherzugehen, dass auch alles richtig läuft bin ich dann direkt bei der Verkaufsstelle von LADE in der Innenstadt vorbeigegangen. Das war ein Erlebnis sage ich euch - man geht da in eine Art Ministerium rein wo man schon argwöhnisch beäugt wird. Eine ältere Dame fragte mich dann was ich denn möchte. Nachdem ich ihr erklärt habe, dass ich nun gerne das Ticket abholen würde für meinen Flug nach Puerto Madryn setzte sie sich gemächlich an den schon etwas in die Jahre gekommene Computer und tippte die REservierungsnummer ein. Es ist unglaublich, wie lange sie dazu brauchte. Also bei uns könnte so jemand wohl nicht mehr an der Front arbeiten. Aber LADE ist ja staatlich, da kann man schon mal ein Auge zudrücken. Nach ca. 30 Min. hatte ich dann auch mein Ticket in der Hand. Das Ganze lief wie im Zeitlupentempo ab, also ich könnte schon gar nicht so langsam arbeiten...tsts
Die nächste Station war dann das Stadtbüro der Aerolineas Argentinas. Da kommt man rein und muss erstmal eine Nummer ziehen. Vor mir warteten 40 (!) Leute auf ihren Aufruf. Hinter den zig Schaltern sassen mehrheitlich ältere Semester mit tiefhängenden Lesebrillen. Auch hier herrschte ein sehr gemächliches Tempo vor, niemand war besonders motiviert zu arbeiten. Nur wenn dei Nummer aufgerufen wird, dann muss man unheimlich schnell sein. Wenn du nicht innerhalb von 10 Sekunden am Schalter stehst, dann hast du schon verloren und die nächste Nummer wird aufgerufen! Nun denn ich habs dann an den Schalter geschafft und wurde auch hier argwöhnisch beäugt als ich mich hinsetzte. Ich machte meine zwei Buchungen von Trelew nach El Calafate sowie von El Calafate nach Bariloche. Da auf dieser Strecke nur die Aerolineas regelmässig fliegt, sind auch die Tickets entsprechend teuer. Der ältere Herr der mich bediente konnte aber nur gerade die Tickets in den Computer eingeben und einen Abdruck meiner Kreditkarte machen. Zur Bezahliung musste ich dann an einen weiteren Schalter gehen wo ein ebenso älterer Herr die Tickets ausdruckte und mich anwies, die Abrechnung zu unterschreiben. Halleluja - das ist ja Kundendienst pur. Ich hoffe nun, dass die Airline selber einen besseren Service in der Luft anbietet als auf dem Boden. In letzter Zeit haben die Angestellten ja häufig gestreikt...hoffe aber dass meine Flüge planmässig durchgeführt werden.
Die grösste Herausforderung scheint hier jedoch das Senden eines Paketes ins Ausland zu sein. Da ich ein paar Sachen mit dabei habe, die ich nun nicht brauche, habe ich beschlossen, ein Paket zu machen und diverse Sachen nach Hause zu schicken. Tja, alles kein Problem dachte ich. Denkste - auch hier ist Geduld gefragt. Zum Glück verkauft die argentinische Post wie bei uns die tollen Postpac in diversen Grössen. Das Problem ist aber, wenn das Gewicht die 2kg Grenze überschreitet, nimmt hier keine Poststelle das Paket mehr entgegen. Was über 2kg ist, kann nur beim Internationalen Postamt in der Nähe des Hafens aufgegeben werden. Ihr werdets erahnen, mein Paket war natürlich schwerer. So begab ich mich denn heute zum besagten Postamt. Dort kann man dann in einem düsteren Nebengebäude sein Paket aufgeben. Zuerst muss man aber an einen Tisch gehen der als "Zoll" gekennzeichnet ist. Dort sass eine russisch anmutende Ex-Kugelstösserin die mich dann anwies ein paar Angaben zum Inhalt zu machen. Was sie danach mit dem Formular machen wird, steht in den Sternen, zumal sie mir das Formular nicht mitgegeben hat für die Aufgabe. Tja, am Schalter musste ich dann noch zwei verschiedene Zollpapiere ausfüllen, alle schön mit den alten Durchschlagpapieren - kennt ihr die noch? Diese blauen Dinger die in der Schreibmaschine immer verrutschten?? Nostalgie pur!! Das Versenden des Pakets hat mich dann 112 Pesos gekostet mit dem Schiff versteht sich. Gemäss Auskunft am Schalter sollte das Paket in ca. 3 Monaten bei mir zu Hause sein... Bin ja mal gespannt, in was für einem Zustand das ankommen wird.
Dienstag, 22. Januar 2008
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen