Freitag, 29. Februar 2008
Ausflug zum Puerto Blest
Ich habe jedoch heute nur die Reise bis Puerto Blest gemacht. Zunächst macht die Fähre halt an den Wasserfällen Cantaros wo man zu den Wasserfällen sowie zum gleichnamigen See aufsteigen kann. Die Fähre setzt dann in 5 Minuten über nach Puerto Blest. Man kann diesen Weg aber auch zu Fuss machen auf einem wunderschönen Weg durch den Wald. Das habe ich dann auch gemacht, trotz Dauerregen. Entsprechend durchweicht kam ich dann in Puerto Blest an. Viel gibts da ja nicht zu sehen, ausser einem teuren Hotel mit Restaurant. Ca. 100m weiter oben befindet sich noch eine Snackbar mit grossem Essraum wo sich fast alle Gäste hingeflüchtet hatten. Daneben hat es auch ein Zentrum des Nationalparks in dem man mehr über die Flora und Fauna sowie die Entstehung des Parks erfährt. Das Zentrum ist dem Pionier der Nationalparks, Perito Francisco Moreno gewidmet.
Gegen 16Uhr furh dann die Fähre zurück zum Puerto Pañuelo von wo aus ich mit dem Auto noch einen kurzen Abstecher zum Bergfriedhof machte. Zurück im Hotel musste ich mich erstmal hinlegen - ich war durch den Regen und die Feuchtigkeit total schlapp. Nun habe ich mich aber wieder aufgerafft um euch mit den neuesten Infos zu versorgen. Wie immer sind auch die Fotos auf dem neuesten Stand. Morgen ist dann schon mein letzter Tag hier in Bariloche. Wenn das Wetter mitspielt, möchte ich gerne noch nach Pampa Linda fahren, an den Fuss des Cerro Tornadors. Der Cerro Tornador ist ein erloschener Vulkan und mit 3454m einer der grösseren Berge hier in der Region. Aber zuerst gehts jetzt nach Bariloche zum Nachtessen. Mal gucken, was es heute leckeres gibt. Vielleicht nochmal ein Stück Rindsfilet in einer Parilla?
Donnerstag, 28. Februar 2008
Villa La Angostura - Besuch bei Maggie
Hallo meine Lieben. Heute war wohl der letzte sonnige Tag hier in Bariloche. Für morgen ist gemäss Wetterbericht Regen angesagt. Die Leute hier warten ja schon sehnlichst drauf da es in den vergangen Wochen fast gar nicht geregnet hat und alles langsam austrocknet. Für mich als Tourist ist das natürlich nicht so toll da ich morgen noch ne Tour in die Berge machen wollte. Aber was soll's - ich nehme es wie es kommt.
Nach anfänglichen Kommunikationsproblemen technischer Natur hat es gestern nun doch noch geklappt und ich konnte mich mit Maggie, einer Bekannten von mir die seit 10 Jahren hier lebt, in Verbindung setzen. Habe mich dann heute ins Auto gesetzt und bin ins 80km entfernte Villa La Angostura auf der anderen Seite des Sees gefahren. Da es weder Fähren noch andere Schiffsverbindungen in diese Richtung gibt, musste ich um den ganzen See rumfahren. Die Strecke dorthin war sehr schön. Man fährt durch dichte Wälder und entlang des Seeufers. Die Umgebung erinnerte mich einmal mehr stark an Alaska oder Kalifornien. In Villa La Angostura angekommen traff ich dann Maggie auf dem Parkplatz des Supermarkts. Sie zeigte mir dann erstmal ihr Haus in dem sie mit ihren Hunden Traful und Nina lebt. Ein richtiges Knusperhäuschen im Wald. Habe mich gleich in dieses Blockhaus verliebt - einfach toll. Sowas würde ich gerne in der Schweiz haben...aber eben. Wir haben dann erstmal auf der Terrasse gesessen und haben leckeren Mangoschnaps verzehrt...hicks. Danach gings dann zum Hafen runter zum Mittagessen. Falls mal jemand von euch in diese Gegend kommt, ist das Restaurant Del Puerto sehr zu empfehlen. Die Forelle schmeckte super lecker. Dazu gabs einen kühlen Weisswein. Ein Falke sass die ganze Zeit auf dem Terrassengeländer und wartete darauf, dass für ihn etwas essbares rausspringt. Am späteren Nachmittag fuhr ich dann wieder nach Bariloche zurück und machte unterwegs einen kurzen Halt am See um nochmals die Ruhe und die gute Luft auf mich wirken zu lassen. Weit und breit kein Mensch zu sehen.
Ich hoffe nun, dass das Wetter morgen doch nicht so schlecht ist wie angekündigt, so dass ich dann zumindest eine Bootstour nach Puerto Blest machen könnte, einem Seitenarm des Lago Nahuel Huapi. Die ersten Wolken sind hier schon sichtbar und in den Bergen hat es sich ziemlich zugezogen...hmmm.
Während ich hier im Blog schreiben bin, esse ich ständig Schokolade. Die ist sooooo lecker hier, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Man könnte Tonnenweise davon verdrücken. Die Preise sind aber schon fast auf Schweizer Niveau bei gewissen Läden. Heute Abend muss ich dann mal noch ein bisschen meinen Koffer entrümpeln und mich von ein paar Sachen trennen die ich nicht mehr brauche. Darunter auch ein paar Turnschuhe, T-Shirts etc. Mal schauen, ob ich die hier jemandem schenken kann. Habe mir gestern brandneue Merrell's gekauft und so wird der Platz nun eng in meinem Gepäck wenn ich nicht ausmiste :-))
Jetzt weiss ich gar nichts mehr zu schreiben da ich ständig vom Blick auf den See abgelenkt werde und dann einfach alles vergesse...wer bin ich? Was will ich? ;-)) Deshalb geht das virtuelle Buch für heute zu. Hasta luego amigos!
Mittwoch, 27. Februar 2008
Circuito Chico - Colonia Suiza
Nach dem ausgiebigen Frühstück machte ich mich auf den Weg Richtung Llao Llao - ein kleiner Ort ca. 25km ausserhalb von Bariloche. Vor allem bekannt durch das teure Hotel mit gleichem Namen. Die Fahrt entlang des Seeufers ist atemberaubend schön. Irgendwie hat es was vom Lake Tahoe in Kalifornien - die Wälder, das glasklare Wasser, die schönen Steinstrände. Unterhalb des Hotels liegt der Hafen von Puerto Pañuelo von wo aus Fähren in Richtung Puerto Blest fahren. Ich habe mir vorgenommen, noch an einem Tag diese Tour mit dem Schiff zu machen durch den Brazo Blest des Lago Nahuel Huapi. Von Puerto Pañuelo führt die Strasse weiter auf die Peninsula Llao Llao wo der gleichnamige Nationalpark ist. Von der Ranger Station aus kann man kurze aber schöne Wanderungen machen. Da mein rechter kleiner Zeh immer noch ziemlich entzündet ist von der letzten grossen Wanderung, habe ich heute nur eine kleine Tour zu Fuss gemacht. Von der Ranger Station aus ging es durch dichten Bambuswald zuerst zum idyllisch gelegenen Lago Escondido - die Kulisse ist fast genau so wie am Crestasee bei Trin (Flims). Nach weiteren 10 Minuten zu Fuss gelangt man dann an die Bahia Lopez des Lago Nahuel Huapi. Ebenfalls ein Anblick wie aus dem Bilderbuch. Die reine Luft, das klare Wasser - umrandet von hohen Bergen und den Wäldern. Es fehlten nur noch die Elfen und Gnomen aus den Schaufenstern in Bariloche :-))
Zurück auf dem Circuito Chico kann man nach ca. 5km abbiegen in Richtung Colonia Suiza. Als echter Schweizer konnte ich mir das natürlich nicht entgehen lassen. Auf einer wirklich ruppigen Steinpiste kommt man nach 7km in dieses Kleinod. So richtig schweizerisch ist da ja niemand mehr. Die Wurzeln gehen anscheinend ins Wallis zurück wie ich in Erfahrung bringen konnte. Eigentlich hatte ich ja erwartet, dass im Schweizer Restaurant auch jemand ist der meine Sprache spricht. Aber Fehlanzeige... Es gab dann noch einen Herrn der mir erzählte dass eine Grosseltern aus Saxon im Wallis stammten. Er selber verkauft nun selbstgebrautes Bier der Marke "Valais". Habe natürlich gleich zwei Flaschen gekauft für meine Verwandtschaft in Saas-Fee :-)) Von der Colonia Suiza fuhr ich weiter auf der Schotterpiste bis zum Skigebiet des Cerro Catedral. Viel zu sehen gibts da im Sommer ja nicht. Man kann zwar mit einem Sessellift auf den Gipfel fahren und mit gemieteten Bikes den Berg runtersausen, doch viel mehr ist da nicht. Die Landschaft ist aber auch sehr schön.
Am späteren Nachmittag war ich dann zurück im Hotel wo ich noch zwei Stunden auf dem Liegestuhl am See die Sonne genoss. Heute war mehr Wind so dass ich nicht im See sondern im Hotelpool ein bisschen planschte. Wenn ich da so sitze und auf den See rausgucke fühle ich mich schon sehr alleine hier. Es wäre wirklich schön, das alles hier mit jemandem zu teilen. Aber ich mache das Beste draus und lasse euch via Blog und Fotos an diesem Traum teilhaben.
Dienstag, 26. Februar 2008
Bariloche
So, vom kargen Süden Patagoniens bin ich nun im waldreichen Bariloche in der Provinz Rio Negro gelandet. Der Flug mit Aerolineas Argentinas von El Calafate nach Bariloche war nur 1 Stunde verspätet - das heisst hier schon pünktlich :-) Der Flug war superschön - da ich in der Reihe 9A sass, konnte ich den ganzen Flug über die Andengipfel und die Gletscher bestaunen. Fotos konnte ich leider keine machen da die Sonne ja bekanntlich im Westen unergeht und somit direkt in Richtung Flugzeug schien. Nach 1 Std. 20 Min. Flugzeit landeten wir in Bariloche. Am Flughafen wurde ich bereits erwartet. Endlich wartete auch mal jemand mit einem Schild das meinen Namen trug am Ausgang. Ich fühlte mich sauwichtig...grins. Becky, Die Chauffeuse des Hotels, fuhr mich dann mit ihrem VW Golf zum Hotel Sol del Nahuel, das ca. 5.5km ausserhalb von Bariloche direkt am See liegt. Auf dem Weg dorthin erzählte mir Becky schon viele Sachen, die ich machen könne während meines Aufenthaltes.
Das Hotel liegt wunderschön direkt am See. Von meinem Zimmer aus habe ich einen uneingeschränkten Blick auf den Lago Nahuel Huapi, einfach traumhaft. Um euch ein bisschen neidisch zu machen, hier mal die Webseite des Hotels. Die Gegend rund ums Hotel erinnert mich stark an den Lago Como resp. ans Tessin, nur dass hier eben Pinienwälder sind und keine Palmen. Die Temperaturen hier sind hochsommerlich bei 29 Grad. Nachdem es im Januar hier sogar geschneit hat, sind die Temperaturen jetzt auf einem eher hohen Wert. Zum Hotel gehört auch ein Spa mit einem wunderschönen Pool der direkt in den See zu führen scheint. Man kann sich hier auch massieren sowie mit allerei Kosmetik das Gesicht und sonstige Körperteile verjüngen lassen.
Heute morgen habe ich dann erstmal ausgeschlafen und habe erst gegen 10.30h gefrühstückt. Wie auch die 12 Zimmer hier hat auch das Restaurant einen schönen Blick auf den See. So lässt sich der Tag wirklich gut beginnen. Nach dem Frühstück habe ich mich erstmal um einen Mietwagen gekümmert. Hier in Bariloche sind die Mietwagen so günstig wie kaum an einem anderen Ort in Argentinien. Das liegt daran, dass es hier Unmengen von Autovermietungen gibt und somit die Preise im Keller sind. Für einen VW Gol (nein kein Schreibfehler, der heisst wirklich so weil dieses Auto in Brasilien hergestellt wird) bezahle ich nun 150 Pesos am Tag inkl. 150km. Nachdem das mit dem Wagen organisiert war, machte ich mich auf den Weg zu meiner ersten Bergbesteigung hier in der Region. Angesichts meiner Blasen an den Füssen, die ich noch von meiner Wanderung auf den Cerro los Cristales hatte, nahm ich die bequeme Variante und liess mich in einer Gondelbahn auf den 1405m hohen Cerro Otto "chauffieren". Die Hin- und Rückfahrt kostet 35 Pesos (ca. 12 Franken). Vom Cerro Otto hat man einen sensationellen Rundblick über Bariloche und den Lago Nahuel Huapi. Auf der Bergstation herrscht Tourismus pur. Da gibts eine sauteure Confiteria, in der sich die Touristen nach der energieraubenden Gondelbahnfahrt stärken können ;-)) Auch gibts eine Art Sommerrodelbahn mit Gummischläuchen sowie die Möglichkeit, sich gegen Bezahlung von 15 Pesos mit einem Bernhardinerhund ablichten zu lassen - natürlich trägt Barry auch das obligate Fässchen um den Hals.
Von der Bergstation aus kann man diverse kleinere Wanderungen machen, unter anderem gibts einen Pfad zum Piedra Habsburgo, einem wahrhaft tollen Aussichtspunkt auf der Rückseite des Cerro Otto. Die Wanderung durch herrliche Wälder kostet nicht allzuviel Energie. Die Ruhe hier oben ist einfach traumhaft -man hört nur den Wind in den Baumwipfeln und die Spechte. Vom Piedra Habsburgo schaut man direkt auf ein Luxusresort mit Golfplatz unten im Tal. Zurück im Tal profitierte ich dann von der Möglichkeit des Gratis Shuttle Bus ins Zentrum von Bariloche.
Mein erster Eindruck von Bariloche ist eher gemischt. Die Natur rund um die Stadt mit seinen 120'000 Einwohnern ist ja wirklich traumhaft - die Stadt selber hat aber viele hässliche Schandflecken. Diese können auch durch gut gemeinte Chalet-Immitationen nicht wettgemacht werden. Wie soll ich die Stadt beschreiben - sie ist eine Art Mix aus Davos, St. Moritz, Crans Montana und Schwammendingen, sowie einem Schuss Tirol und Bayern. Alles bunt durcheinandergemischt. Magisch angezogen haben mich vor allem die vielen Schokoladenläden die es hier gibt. Bariloche ist ja berühmt für seine Schokolade und ich muss sagen, die schmeckt wirklich sehr gut und kann es jederzeit mit der guten alten Schweizer Schoggi aufnehmen. Nebst den unzähligen Schokolade-Shops gibt es auch viele Shops die Zwerge und Elfen verkaufen. Überhaupt wimmelt es hier nur so von Zwergen, Elfen und Rübenzahls. Man wähnt sich schon fast hinter den 7 Bergen bei den 7 Zwergen... ;-))
Für das Abendessen habe ich mich mal wieder in meinem Lonely Planet Reiseführer schlau gemacht und das Restaurant Familia Weiss ausgewählt. Die Familia Weiss ist ein riesiges Restaurant auf zwei Stockwerken das einer überdimensionierten Skihütte ähnlich sieht. Die Architektur ist ein Mix aus Blockhaus und Musikantenstadl und auch das Personal ist stilgerecht gekleidet. Die Herren in schwarzen Hosen und Lodenjacken und die Damen mit rotem Kopftuch und Edelweiss-Schürze. Irgendwie kommt einem das Ganze jedoch ein bisschen komisch vor, da die meisten Kellner Indios sind und so ganz und gar nicht in diese Kluft passen. Die eine Dame die in meinem Bereich des Restaurants serviert hat, war so ne richtige Zensi. Mit ihrem roten Kopftuch sah sie aus als ab sie direkt vom Kühe melken kommt. Vielleicht kennt jemand von euch den Film Kohlhiesel's Töchter mit Lilo Pulver. Die Kellnerin war ein Ebenbild von der etwas burschikosen Schwester im Film...smile. Das Essen selber schmeckte vorzüglich - zuerst bestellte ich mir einen gemischten Salat und danach einen Filetspiess. Während im Parterre ein älterer Herr in Österreicher Tracht Handorgel spielte wurde der 1. Stock mit Musik von Céline Dion beschallt - eine wunderbare Mischung sag ich euch. Jedoch passt es ausgezeichnet zum Gesamtbild hier - von allem ein bisschen.
Morgen will ich dann mal mit meinem Auto den Circuito Chico machen, der unter anderem am berühmten Llao Llao Resort vorbeiführt. Ach ja, eines hätte ich ja fast vergessen zu schreiben - heute bin ich noch im See geschwommen. Das Wasser hat ca. 20 Grad, jedoch nur gerade an der Oberfläche - weiter unten ist's dann wie im Eisschrank. Da der See relativ gross ist und von Gletschern gespeist wird, ist das Wasser auch dementsprechend kalt. Das Wasser ist glasklar und so wie man sich einen Bergsee vorstellt.
Sonntag, 24. Februar 2008
Lago Roca - Cerro los Cristales
Heute musste ich mal wieder früh aufstehen. Nachdem gestern Abend und in der Nacht ein Ramba-Zamba war rund um den Speisesaal des Hostals, war es eine relativ kurze Nacht. Kurz nach 8Uhr machte ich mich, mit einem Lunchpaket ausgerüstet, in Richtung Busstation auf. Ich habe mir ein Hin- und Rückfahrtticket zum Lago Roca gekauft. Es gibt nur einen Anbieter, der täglich zum Lago Roca fährt - CalTur. Der Preis für die Hin- und Rückfahrt war 60 Pesos, also relativ günstig. Mit mir fuhren noch 5 andere Leute zum Lago Roca. Die meisten hatten aber nicht Wandern auf dem Programm sondern Fischen. Beim Campingplatz kann man eine entsprechende Lizenz zum Fischen kaufen. Der Kleinbus brauchte für die rund 54km lange Strecke eine gute Stunde, da es eine Schotterpiste ist, die zum Lago führt.
Auf dem Camping angekommen erkundete ich mich erstmal nach dem Weg zum Cerro los Cristales. Doch die Dame an der Reception war nicht gerade sehr gesprächig. Sie meinte nur "geh zurück zur Strasse, von da geht ein Weg den Berg hinauf". Auf meine Frage, ob der Weg den ausgeschildert ist, kam nur ein müdes Zucken mit den Schultern zurück, das soviel hiess wie "ich weiss es nicht". Nun gut, dachte ich mir, diesen Weg findest du auch alleine. Und tatsächlich führte mich mein Riecher an die richtige Stelle. Nur doof, dass dieser Weg nach anfänglichem Steigen plötzlich geradeaus und dann wieder runter ging. Schöner Mist, dachte ich so für mich. Und so entschloss ich mich wie gestern schon, die Direttissima zu wählen und einfach mal den Berg hochzusteigen. Wieder kämpfte ich mich durch unzählige Dornenbüsche steil nach oben. Ich verfluchte einmal mehr die Unfähigkeit der Argentinier, die Wanderwege auszuschildern. Nach gut 1.5 Stunden hatte ich ein erstes Plateau erreicht. Zum Glück waren dann auch die Dornenbüsche weg in dieser Höhe. Der Boden war nun sandiger und ich fand auch ein paar Trittspuren. Der Cerro los Cristales ist mit 1282m ja nicht gerade hoch, doch in dieser geographischen Lage ist das schon sehr hoch, zumal ich von 200m aus gestartet bin. Die letzte Etappe zum Gipfel über eine Art Mondlandschaft war extrem anstrengend. Es ging steil bergauf und meine Pumpe hat fast den Geist aufgegeben. Das prächtige Panorama entschädigte aber tausend Mal für die Strapazen. Man kommt sich vor, als wäre mann auf einem Dreitausender oben - rundrum sieht man Seen, Berge und Gletscher. Atemberaubend diese Aussicht, wirklich. Auf dem Gipfel wars ziemlich windig und kalt. Zum Glück gabs auf der Rückseite eine Art Verschlag mit Steinen so dass man so schön windgeschützt sitzen konnte. Habe dann erstmal meine Sandwiches verdrückt, der Aufstieg hat mächtig Hunger gemacht.
Beim Abstieg habe ich dann auch den offiziellen Wanderweg gefunden, den man jetzt gut erkennen konnte. Nach etwa 2 Stunden war ich wieder unten angelangt. Ich habe dann festgestellt, dass der Beginn des Wanderweges viel weiter weg war vom Campingplatz als ich erst gemeint hatte. Hätte mich die nette Dame an der Reception mal richtig informiert, hätte ich wohl einen konfortableren Aufstieg gehabt!! Der Abstieg ging ganz schön in die Beine und ich war froh, dass es oberhalb des Campingplatzes einen kleinen Bergbach gab in dem ich meine geschundenen Füsse tauchen konnte. Ach war das eine Wohltat sag ich euch. Vier Blasen zählte ich an meinen Zehen - autsch!!
Da der Bus zurück nach El Calafate erst um 18h fuhr, hatte ich noch knapp 2 Stunden Zeit um ich auf dem Campingplatz auszuruhen. Erst einmal trank ich ein grosses Bier im Restaurant - das hatte ich mir wohl verdient nach diesen Strapazen. Danach legte ich mich unter einen Baum und döste ne Runde. Diese Ruhe und die frische Luft waren einfach herrlich. Überhaupt fällt auf, dass die Luft hier in der Gegend extrem sauber und gut ist. Man kann so richtig durchatmen, nicht so wie in Buenos Aires...smile.
Zurück im Hostal freute ich mich erstmal auf eine Dusche um den ganzen Staub des Tages abzuwaschen. Meine Socken standen vor Dreck - mal gucken ob die jemals wieder weiss werden... Auf dem Heimweg vom Busterminal zum Hostal gönnte ich mir dann noch zwei Empanadas mit Fleisch - die waren sehr lecker. Zum Abendessen ging ich dann nochmals in die Stadt zurück. Im Lonely Planet hatte ich gelesen, dass es einen guten Italiener gibt an der Hauptstrasse. La Cocina hiess das Restaurant und war wirklich gut. Man kann da unter ganz vielen Pastagerichten auswählen. Das Gute daran ist, dass die Pasta selbstgemacht ist. Das schmeckt man auch. Die Bedienung war sehr freundlich und zügig. Was ja hier eher Seltenheitswert hat. Ich habe ja immer noch ein zweispältiges Verhältnis zu diesem Ort. Auf der einen Seite ist die Natur umwerfend toll und atemberaubend. Auch der Ortskern ist sehr schön rausgeputzt. Die Leute aber sind eher unfreundlich und arrogant. Man kommt sich ja schon fast vor wie in der Schweiz...smile. Irgendwie fehtl es einfach an Interesse, einen guten Service zu bieten. Meine Vermutung ist, dass die meisten Angestellten eher schlecht verdienen und daher auch nicht sonderlich erpicht sind, einen freundlichen Service zu bieten. Bei den hohen Preisen hier, muss jedoch jemand ganz schön kräfigt verdienen. Im Allgemeinen sind die Preise rund 30 - 50% höher als zum Beispiel in Mendoza oder Buenos Aires.
Auf dem Weg zurück ins Hostal gönnte ich mir dann noch ein feines Glace. Also das Eis hier schmeckt wirklich fantastisch. In den meisten Eisdielen wird das Glace selber hergestellt. Es gibt auch ganz viele Läden, die Schokolade und andere Süssigkeiten verkaufen. Die Schokolade scheint neben den Schafwollpullovern der grosse Renner zu sein unter den Souveniren.
Morgen gehts dann weiter nach Bariloche - in die argentinische Schweiz wie alle sagen. Bin ja mal gespannt drauf. Auf jeden Fall habe ich mich dort in einem eher teureren Hotel einquartiert - das Zimmer mit Seeblick kostet 125 US$ pro Nacht. Für Bariloche aber durchaus ein normaler Preis habe ich mir sagen lassen. Somit scheint ncith nur die Gegend an die Schweiz zu erinnern sondern auch die Preise...
Die Fotos von der heutigen Wanderung sind selbstverständlich auch schon online :-)
Samstag, 23. Februar 2008
News aus El Calafate
Das positive an El Calafate sind ja die Essenszeiten. Da es hier sehr viele Europäer gibt, öffnen die Restaurants schon früher und man kann auch schon um 19h Essen gehen. Für die Restaurantbesitzer ist das natürlich doppelt gut - sie können nämlich so die Tische zweimal pro Abend vergeben, da die Einheimischen ja erst gegen 22h bis 23h zum Essen gehen. Was mir auch aufgefallen ist, dass es in El Calafate sehr viele Israelis hat, vor allem unter den Backpackern. Schweizer habe ich bis jetzt nur wenige gesichtet. Bin auf den Touren immer der Exot...smile!
Für Morgen habe ich mir ein Busticket zum Lago Roca gekauft. Dieser See mit vielen Wandermöglichkeiten liegt ca. 52km ausserhalb von El Calafate. Freu mich schon drauf und hoffe, dass das Wetter mitspielt. Je Näher man nämlich zum Gletscher kommt desto schlechter ist das Wetter meist.
Perito Moreno Gletscher
Heute war nun der grosse Tag an dem ich einen der berühmtesten Gletscher der Welt zu Gesicht bekommen sollte. Nach einer angenehmen Nacht in einem Bett mit einer richtig guten Matratze (ist hier in Argentinien nicht selbstverständlich), gings heute Morgen um 8Uhr los. Ich hatte mich für die Alternative Tour zum Perito Moreno Gletscher eingeschrieben - der Name besagt lediglich dass wir eine etwas andere Route nehmen als die gewöhnlichen Touren zum Gletscher. Es gab also keinen Zwang im Strickpullover an Bord zu gehen :-) Wie gesagt bestiegen wir um 8Uhr den Bus der praktisch das halbe Hostal aufladete. Auf der Ruta 15, auch Ruta de las Estancias genannt, fuhren wir aus El Calafate raus. Unser Busfahrer war sehr aufmerksam, er machte immer wieder auf die Tiere aufmerksam, die man vom Bus aus sehen konnte. Ganz viele Hasen waren da unterwegs, auch sahen wir einen Kondor, der mitten auf der Strasse sass. Ein Riesenvogel mit Flügeln die eine Spannbreite von 3 Meter haben. Die Schotterpiste führt unter anderem an der grössten Estancia von El Calafate vorbei, der Estancia Anita. Wenn ich richtig hingehört habe, besitzt diese Ranch eine Fläche von 165'000 Hektaren (!!) und 22'000 Schafe. Haupteinnahmequelle war ja für alle Estancias die Wolle, die sie nach Europa exportierten. Da der Preis für Wolle ziemlich gefallen ist, haben sich viele Estancias nun auf Touristen spezialisiert und bieten Reitausflüge und andere Aktivitäten an. Den ersten Halt machten wir auf der Estancia Los Ventisqueros wo uns unser Tourguide Cecilia die Flora und Fauna erklärte. Man konnte hier sehr schön den Übergang vom kargen Weideland zu den Gletscherwäldern sehen. Auf den Bäumen wächst vielerorts eine Art Flechten die aussehen wie ein kleiner Bart. Diese Flechten sind das Zeichen dafür, dass die Luft absolut sauber ist, denn wie uns Cecilia erklärte, wachsen diese Flechten nur an Orten wo keine Luftverschmutzung ist.
Den ersten Blick auf den Perito Moreno Gletscher hat Cecilia dann stilecht inszeniert. Kurz vor der letzten Kurve liess sie einen Countdown ab CD laufen - bie Null sahen wir einerseits den Gletscher vor uns und andererseits änderte die Musik auf die Star Wars Filmmusik. Ich fand diese Idee echt witzig und orginell. Nach weiteren 10 Minuten Fahrt kamen wir dann am grossen Carparkplatz an, der zu dieser Zeit natürlich schon villgestopft war mit anderen Reisebussen. Hier am Gletscher hatten wir 2 Stunden Zeit um alles in Ruhe anzuschauen. Auf gut ausgebauten Treppen gelangt man zu verschiedenen Aussichtspunkten. Schon von Weitem hört man das Knacken und Grollen des Gletschers, der sich täglich 1 Meter nach vorne schiebt. Der Perito Moreno Gletscher ist zwar nicht der Grösste in dieser Gegend, doch er ist der Einzige, der weder schmilzt noch wächst.
Immer wieder brachen grosse Eisstücke vom Gletscher weg und vielen mit lautem Getöse und Donnern in den See hinein. Das Eis löste dann jedesmal einen kleineren Tsunami aus, sehr eindrücklich diese gewaltige Eismasse zu sehen. Der Gletscher ist an seiner Frontseite 5km breit und 60m hoch. Diese 60m sind jedoch nur der Teil, denn man aus dem Wasser ragen sieht. In Wirklichkeit geht der Gletscher noch weitere 100m unter Wasser weiter bis er auf den Grund des Sees stösst. Man sieht also wortwörtlich nur die Spitze des Eisberges. Bei jedem Knacken zückten mehrere Hundert Leute gleichzeitig ihre Kameras um den nächsten Abbruch auf Bild zu bannen. Meist wartete man minutenlang bis der Gletscher wieder mal Geräusche von sich gab. Die Abbrüche waren nicht so häufig da die Sonneneinstrahlung nicht allzu gross war.
Um 14h ging die Tour dann weiter mit einer 1-stündigen Bootsfahrt die einem ziemlich Nahe an den Gletscher brachte. Auf dem Boot wars so richtig kalt und ich war froh um meine Mütze. Der Gletscher strahlt eine unheimliche Kälte aus. Wir bekamen dann noch einen grösseren Abbruch zu Gesicht den ich sogar filmen konnte. Schlichtweg phänomenal was die Natur hier macht. Man fühlt sich gleich sehr klein und unwichtig.
Gegen 16Uhr gings dann zurück nach El Calafate. Für Morgen habe ich einen Ruhetag eingeplant, da ich nun an 4 Tagen jeweils zwischen 5.30h und 6.30h aufgestanden bin. Eigentlich wollte ich noch eine Tour auf den Gletscher selber machen, doch die war mir dann mit 450 Pesos (ca. 140 Franken) doch etwas zu teuer. Bei meiner Erkundungstour durch den Ort machte ich dann noch Halt um mir ein schönes Eis zu gönnen. Die Eisdielen sind wirklich sehr gut in Argentinien. Im Supermarkt machte ich dann auch noch ein paar Einkäufe. Gemüse und Obst sind hier ziemlich teuer und von sehr schlechter Qualität. Meist liegen nur noch ein paar halbverfaulte Salatköpfe im Regal. Selbst das Obst sieht nicht sehr "amächelig" aus. Wir sind hier natürlich auch am A... der Welt, da muss man auch mal Abstriche machen.
Was micht heute am Meisten geärgert hat, ist die Unfreundlichkeit von vielen Leuten hier. Vor allem im Gastgewerbe sowie in Infobüros ist der Service extrem lausig. Meist schauen einem die Leute nicht mal richtig an wenn man mit ihnen spricht. In der touristischen Auskunft beim Busbahnhof musste ich der kaugummikauenden Teenie-Göre alles zweimal sagen bevor ich dann eine halbwegs normale Antwort bekam. Das Preisniveau ist hier in El Calafate ziemlich hoch verglichen mit dem Rest von Argentinien den ich bis jetzt besucht habe. Auch wird man öfters über den Tisch gezogen bei den Preisen. Zum Beispiel holte ich in einer Bäckerei ein Baguette das mich 2 Pesos kostete (ca. 70 Rappen). Eine einheimische Señora vor mir kaufte mehr als die doppelte Menge Brot ein und bezahlte dann nur 3 Pesos. Als ich die Verkäuferin darauf aufmerksam machte, zuckte sie nur mit den Schultern und meinte ich müsse das Brot ja nicht kaufen wenn ich nicht wolle....Tss, was soll man da noch sagen. Aber es gibt auch andere Leute hier, wie zum Beispiel unser Tourguide von Heute - Cecilia wusste über alles Bescheid und versorgte uns mit vielen Infos rund um dem Gletscher.
So, mittlerweile ist es weit nach Mitternacht und mir fallen fast die Augen zu. Ich hoffe, ihr geniesst die Fotos. Ja, es gibt hunderttausendmal den Gletscher. Doch man kann sich diesem Ort einfach nicht entziehen und muss immer wieder Bilder machen :-))
Donnerstag, 21. Februar 2008
Mondfinsternis - Welt der Gletscher in El Calafate
Heute Morgen musste ich einmal mehr unheimlich früh aufstehen, da mein Flieger nach El Calafate bereits um 8.15h vom Flughafen in Trelew startete. Der Flug war bis auf den letzten Platz gefüllt, hauptsächlich mit französischen Touristen einer grossen Reisegruppe. Der Flug nach El Calafate dauerte rund 1 Stunde und 20 Minuten. El Calafte liegt im südlichen Patagonien und gehört zur Provinz Santa Cruz. Die Landschaft hier ist extrem karg, es wächst ausser in El Calafate kein Baum weit und breit. Dafür pfeift ein extremer Wind über die steppenähnliche Landschaft hinweg. Hier in El Calafate wohne ich im Hostal Glaciar de los Pioneros. ein recht komfortables Hostal in dem ich nun ein Zimmer mit Bad zu 40 US Dollar die Nacht habe. Das ist ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis für Patagonien.
Der Ortskern von El Calafate habe ich heute bereits erkundet. An der Hauptstrasse gibt es jede Menge Einkaufsläden und Restaurants. Alles sieht Schmuck und sauber aus, man wähnt sich schon fast in den Alpen da die meisten Gebäude im Chalet- oder Blockhausstil gebaut sind. Entfernt man sich aber von der Hauptstrasse bekommt man ein ganz anderes Bild - die planlos erstellten Häuser wirken hier wie in einer Favela in Brasilien. Zum Teil hausen die Leute in irgendwelchen Blechhütten mit schiefen Dächern.
Da mein Zimmer erst um 15Uhr bezugsbereit war, machte ich noch einen Ausflug zur nahegelegenen Laguna Nimez in der man einen schöen Spaziergang machen kann und dabei jede Menge Enten, Gänse und sogar Flamingos sieht. Jedenfalls sahen die Viecher so aus, denn sie waren rosarot...smile. Auf dem kanpp 3km langen Rundweg durch die Laguna wurde ich ständig von 4 Hunden begleitet. Es ist überhaupt erstaunlich, wieviele Hunde es hier gibt. Die meisten streunen einfach so durch die Gegend. Ganz Argentinien scheint mit Millionen von Hunden übersäht zu sein. Katzen sieht man hingegen kaum (die wurden vermutlich von den Hunden aufgefressen...smile).
Da ich das Hostal hier bar bezahlen musste, benötigte ich noch Cash aus dem Bancomaten. Wie an manchen Orte in Argentinien ist es auch hier ein Glücksfall, wenn man überhaupt an Geld kommt. Ich musste vier verschiedene Automaten ausprobieren, bis ich an Geld kam. Das Mühsame ist noch dazu, dass der Bezug pro Mal auf 320 Pesos (knapp 100 Franken) beschränkt ist. So muss man mehrmals diesen Betrag beziehen um einigermassen auf einen grösseren Geldbetrag zu kommen. Das Übel ist, dass man ja pro Bezug eine Komission bezahlt. Ich vermute mal, dass da die argentinischen Banken dieses Limit bewusst gesetzt haben, um mehr Kommissionen zu erhalten. Echt mühsam und unverständlich.
Für Morgen habe ich bereits mal eine Tour zum Perito Moreno Gletscher gebucht. Es handelt sich hierbei um eine alternative Tour, das heisst, wir werden uns abseits der normalen Touristenrouten bewegen. Bin ja mal gespannt wie das wird. Auf jeden Fall erfahrt ihr hier mehr darüber.
Mittwoch, 20. Februar 2008
Überfall im Hostal - Punta Tombo - Gaiman - Trelew
Gestern Abend kam ich ziemlich müde im Hostal an, zuerst musste ich mal unter die Dusche gehen um den ganzen Staub abzuwaschen der sich über den Tag angesammelt hatte. Über 200km Schotterpisten hinterlassen halt schon ihre Spuren. Zudem musste ich während der Fahrt andauernd niesen, da der feine Staub überall im Auto war und durch die Lüftung natürlich schön gleichmässig verteilt wurde. Zum Abendessen holte ich mir dann eine Pizza und genoss einen ruhigen Abend im Hostal. Wie ich erst später erfahren habe, wurde unser Hostal am späten Nachmittag von zwei Jugendlichen überfallen. Die zwei etwa 16-18 Jährigen haben sich unter dem Vorwand ein Zimmer zu buchen, Zugang zum Hostal verschafft. Als Gladys, die Besitzerin, ihnen die Zimmer gezeigt hatte, zückte einer der beiden plötzlich eine Pistole und forderte das Geld. Gladys bat die Diebe die anderen Gäste in Ruhe zu lassen und versprach ihnen, das Geld zu geben. Das absurde war, dass während des Überfalls mehrere Gäste anwesend waren, aber das Ganze irgendwie nicht mitkriegten. Am Abend war dann die Polizei im Haus und alle, die die Diebe gesehen hatten, mussten aufs Polizeirevier zum Verhör. Gottlob haben sie nicht allzuviel erbeutet, nur gerade 500 Pesos. Doch der Schreck bei der Besitzerin sass natürlich tief. Dreist wie die beiden waren, haben sie aus einem der Schlafsäle auch noch eine Kamera einer australischen Touristen geklaut. Da denkt man immer, Buenos Aires sei gefährlich!! Solche Geschichten passieren auch in kleinen Nestern mit gerade mal 70'000 Einwohnern.
Nun gut, heute Morgen musste ich abermals früh aufstehen, da die nächste Tour auf dem Programm stand. Mit Sack und Pack quetschte ich mich in den kleinen Tourbus, da ich ja die heutige Nacht in Trelew verbringe und nicht mehr in Puerto Madryn. Da die Tour durch Trelew fuhr, konnte ich mir so den Bus sparen. Um 8Uhr gings los in Richtung Rawson und der Playa Union. In Playa Union bestieg ich dann nochmals ein sogennantes Zodiac, ein etwas grösseres Schlauchboot, mit dem wir hinausfuhren zum Beobachten der Commerson-Delphine. Leider bekamen wir nur sehr wenige zu Gesicht. Kein Vergleich zur Tour von gestern auf der Peninsula Valdés. Das Meer war ziemlich rauh und es ging rauf und runter wie auf der Achterbahn. Verständlich dass dabei einigen Touristen ziemlich übel wurde. Durch den hohen Wellengang gabs dann noch ne Salzbehandlung gratis dazu :-)) Lustig war auch zu beobachten, wie die Leute krampfhaft versuchten, ein Foto von den kleinen Delphinen zu machen. Diese zeigten sich jedoch immer nur gerade einen Bruchteil von einer Sekunde an der Wasseroberfläche bevor sie unter dem Boot verschwanden. Da hatte ich gestern mehr Glück.
Zurück an Land gings mit dem Bus weiter nach Punta Tombo, dem eigentlich Ziel der heutigen Tour. In Punta Tombo lebt die grösste Kolonie von Magellan-Pinguinen, ca. 400'000 Tiere brüten hier und ziehen die Jungen auf bevor sie dann im Winter Richtung Brasilien ziehen. Auf einem Pfad konnte man direkt durch die Nistplätze der Pinguine gehen. Unter jedem Busch befand sich ein oder mehrere Tiere. Mittlerweile sind diese die Menschen wohl gewohnt, denn sie nahmen das Ganze ziemlich gelassen. Am Strand gab es dann mehrere Tausend Pinguine, da war ein Kommen und Gehen ohnegleichen. Am Strand tauchten auch Guanacos auf, die einheimischen Lamas. Diese eher scheuen Tiere bekamen wir auf der Peninsula Valdés nur von Weitem zu sehen. Hier aber waren sie viel Näher und ich konnte ein paar schöne Fotos machen.
Von Punta Tombo gings dann auf der Schotterpiste weiter nach Gaiman, einer gälischen Siedlung in der Nähe von Trelew. Die ganze Region Chubut, zu der unter anderem Puerto Maydrin, Trelew, Rawson sowie auch Gaiman gehören, wurde ursprünglich von gälischen Siedlern bevölkert, die mit einem Schiff um 1896 hier landeten da sie von England unterdrückt wurden. Bis heute wird hier die gälische Sprache in der Schule gelernt. In Gaiman, einem kleinen beschaulichen Ort, gibts noch ein paar alte Teehäuser, die den Té Galesa sowie den berühmten Kuchen dazu servieren. Unser Bus machte hier knapp eine Stunde Halt, damit diejenigen die wollten, den Tee und den Kuchen kosten konnten. Durch Gaiman fliesst auch der Rio Chubut. Die umliegenden Felder beziehen zum grössten Teil das Wasser aus diesem Fluss. Dadurch erscheint der Ort wie eine Art Oase umgeben von satten grünen Wiesen und vielen Schafen. Man wähnt sich schon fast in Irland.
Gegen 18h waren wir dann zurück in Trelew und der Tourbus setzte mich direkt vor meinem Hotel, dem Libertador, ab. Das Hotel wurde in den Siebziger-Jahren erbaut und sieht auch heute noch so aus. Die Zimmer haben einen knallroten Teppich und eine Blümchentapete. Man kommt sich vor wie vor 30 Jahren - echt witzig. Das schlimmere Übel war aber der penetrante Raumduftspray, der einem gleich in die Nase stieg beim Betreten des Zimmers. Ich musste erstmal das Fenster öffnen, damit frische Luft reinkam. Im Bad ist der Duft von Mottenkugeln allgegenwärtig. Wenn man den WC-Deckel öffnet haut es einem fast aus den Latschen. Hier überlebt wirklich kein Insekt länger als zwei Sekunden!!!
Das Gute ist, dass das Zimmer recht gross ist, so dass ich nun nach fast zwei Wochen endlich mal meine Reisetasche richtig öffnen kann ohne gleich darüberzustolpern. Morgen früh gehts dann um 8.15h mit dem Flugzeug der Aerolineas Argentinas weiter nach El Calafate.
Dienstag, 19. Februar 2008
Uruguay - Puerto Madryn - Peninsula Valdés
Ui, ui, ui - ich bin etwas im Rückstand mit meinem Blog. Am Sonntagmittag musste ich die Posada und die lieben Leute dort leider verlassen. Der Abschied war wie im Film - viele Umarmungen, gute Wünsche für die weitere Reise, Küsschen hier, Küsschen da. Wir hatten es wirklich ganz tolle in jener Woche. Zum Glück musste ich die Fahrt nach Buenos Aires nicht alleine machen, da Jesús, nicht derjenige im Himmel :-), auch mit dem gleichen Bus und der gleichen Fähre zurückfuhr. Die Reise ist ziemlich lang - erst fährt man von Punta del Este 4 Std. im Bus bis nach Colonia und danach gehts auf dem Schnellboot über den Rio Plata nach Buenos Aires in 1 Stunde. Die Nacht von Sonntag auf Montag verbrachte ich dann im Hotel Rochester Concept in der Innenstadt - nichts spezielles doch es war ja auch nur für eine Nacht. Am nächsten Tag musste ich bereits um 7Uhr am Flughafen Aeroparque sein für meinen Flug nach Puerto Madryn. Mein erster Flug mit einem Flieger der Argentinischen Luftwaffe. Ein echtes Erlebnis! Das Check-In zog sich ziemlich in die Länge da es für den ganzen Flieger nur einen Schalter gab. Mein Ticket war zwar elektronisch doch der Rest war Handarbeit. Während die Dame am Check In meinen Namen auf einer Liste abstrich, fragte mich ein etwas untersetzter Herr wohin ich fliege. Da das Flugzeug eine Art "Hopping" macht, standen verschiedene Destinationen zur Auswahl. Das Flugzeug selber war ganz ok, die Ablagefächer waren einfach wie in einem Bus - und man hatte freien Blick ins Cockpit. Ich konnte nicht genau rausfinden, was für ein Flugzeugtyp das war, doch der Flug verlief problemlos. Nach knapp 2 Stunden Flug landeten wir sicher in Puerto Madryn. Auf diesem Flughafen kommen gerade mal 4 Flüge pro Woche an, dementsprechend "gross" ist er auch.
Schuselig wie ich bin, hatte ich natürlich den Namen meines Hostals vergessen so dass ich mit dem Taxi erstmal zum Tourismusbüro fahren musste um ins Internet zu gelangen. In meiner Mailxbox habe ich ja alles abgelegt. In Puerto Madryn wohne ich nun im Hostal mit dem klingenden Namen "El Retorno" in einem kleinen Zimmerchen unter dem Dach. Das Ganze ist nicht so teuer und ich habe auch mein eigenes Bad. Für zwei Nächte ganz ok. Leider konnte ich erst gar nicht einschlafen, da die Bewohner des Hostals im Innenhof feierten. Der ganze Lärm drang direkt in mein Zimmer. Da ich heute früh aufstehen musste für meine Tour auf die Peninsula Valdés, wäre es schon schön gewesen, eine ruhige Nacht zu verbringen.
Also um 6Uhr klingelte heute Morgen mein Wecker...mann war ich müde sag ich euch...stöhn. Aber es half nichts - raus aus den Federn und ab unter die Dusche. Kurz nach 7Uhr holte mich dann der Tourbus vor dem Hostal ab und wir fuhren in Richtung der Peninsula Valdés. Die Peninsula ist ein riesiger Naturpark mit vielen Sehenswürdigkeiten. Unser erster Stopp war in Puerto Piramides von wo aus ich eine Bootstour machte. Zuerst fuhren wir an Felsen vorbei wo Seelöwen in der Sonne lagen, danach, auf dem offenen Meer sahen wir jede Menge Delphine die um unser Boot herumschwammen und die wildesten Sprünge absolvierten. So was habe ich noch nie gesehen, ausser im Fernsehen. Ne tolle Erfahrung. Zurück im Hafen gings dann mit dem Bus auf endlosen Schotterpisten zum Punta Cantor von wo man viele Seelöwen sehen kann. Danach gings nordwärts zum Punta Norte wo normalerweise auch Orcas auftauchen. Gemäss Auskunft der Ranger Station waren jedoch die Orcas zum letzten Mal am 1.2.2008 gesichtet worden. Zwischen Punta Cantor und Punta Norte stoppten wir noch in der Nähe des Fondeadero Caleta - hier gab es ganz viele Magellanpinguine die vom Meer bis zum Parkplatz hinaufkamen, so dass man sie perfekt fotografieren konnte. Auch einen Wüstenfuchs sowie ein Tappir bekam ich vor die Linse.
Morgen gehts dann Richtung Süden nach Trelew. Die Fahrt verbinde ich gleich mit einer weiteren Tour nach Punta Tombo, wo die grösste Pinguin-Kolonie von Südamerika ist. Bin ja mal gespannt darauf. Auf jeden Fall lohnt sich erstmal ein Blick in meinen Fotolink - es gibt toll neue Fotos!!
Samstag, 16. Februar 2008
Sonnenbrand und andere Katastrophen
Adriana, die Besitzerin der Posada, hat nun einen neuen Internetauftritt unter http://www.posadalachihuahua.com/. Sie hat uns heute mal um unsere Meinung gebeten und nett wie wir alle hier sind, haben uns dann zusammengesetzt und ein paar Verbesserungsvorschläge gemacht. Gestern Abend fuhr ich mit den Jungs hier zum Essen nach Maldonado, das liegt kurz vor Punta del Este. Das Restaurant war in einem ganz normalen, etwas heruntergekommen Wohnviertel. Von Aussen nahm man das Restaurant ja kaum war, da es eher aussah wie eine Favela-Behausung. Auch drinnen war es ziemlich eng und ich durfte mir gar nicht vorstellen, wie das jetzt im Falle eines Brandes wäre... Auf alle Fälle war das Essen gut und die Preise wirklich spottbillig. Einen gemischten Salat gabs für 1.50 Franken, eine Fleischplatte vom Grill kostete gerade mal 3 Franken. Die Argentinier die hier in der Posada wohnen haben den Restaurant-Tipp von Adriana erhalten und ich war froh, dass die Jungs mit dabei waren denn ohne sie hätte ich wohl kein Wort verstanden von dem was die Restaurantangestellten alles so anpriesen. Lauter tolle Sachen landeten nach und nach auf unseren Tellern. Das Problem ist ja, dass die Leute hier auch eine grosse Vorliebe für Innereien haben und so kam dann manch dubioses Fleischstück auf meinen Teller von dem ich nicht näher wissen wollte, von welchem Teil des Rindes oder des Schweins es stammt...smile.
Nach dem Essen gings dann runter nach Punta del Este an den Strip, wo die ganzen Bars und Clubs sind. Der Koch der Posada war auch noch mit dabei und so fühlten wir uns schon fast wie Einheimische! So gegen 3Uhr morgens fuhr ich dann zurück zur Posada, die Anderen zogen noch weiter in die Disco Kronos. Auf dem Heimweg ging dann ein heftiges Gewitter über der Region nieder so dass ich ziemlich Mühe hatte, meinen kleinen Hyundai auf der Strasse zu halten. Durch den starken Wind konnte ich kaum 20 Meter weit sehen und ich brauchte schon ziemlich lange bis ich wieder zurück in der Posada war. Heute Morgen war von dem Gewitter nichts mehr zu sehen, ausser viele Pappeln und Palmenblätter am Boden. Vermutlich wird auch der Strand ziemlich aufgewühlt sein, muss dann später gleich mal gucken gehen.
Wie gesagt - der letzte Strandtag ist angebrochen und ich muss mich jetzt langsam sputen da es bereits 13.30h ist.
Freitag, 15. Februar 2008
Ausflug zu den Nordstränden von Punta del Este
Gestern Abend ging ich mit Rainer, Detlev und Mike in Punta del Este essen. Wir fuhren mit dem Auto zum Hafen wo wir den Fischern zusahen, wie sie fangfrischen Fisch filetierten. Im Hafenbecken warteten bereits 2 hungrige Seelöwen darauf, dass sie die Resten bekommen. Einer der Fischer warf dann zwischendurch mal einen ganzen Aal ins Wasser und die Seelöwen jagten sogleich dem Fisch hinterher.
Danach waren wir im Al Marea zum Nachtessen. Das Lokal war brechend voll und zu unserem Leidwesen waren rund um unseren Tisch Grossfamilien mit ihren lauten Kindern so dass man sein eigenes Wort schon fast gar nicht mehr verstehen konnte. Es ist für mich ja immer wieder ein Rätsel, dass die Leute so spät essen gehen und dann erst noch die ganzen Kinder mitschleppen. Wir kamen gegen 22.30h im Restaurant an und als wir gegen 00.30h das Lokal verliessen stand draussen immer noch eine Schlange von Leuten die auf einen Tisch warteten. Die meisten Familien trugen ihre "tode" Kinder auf den Armen rein. Tod weil sie in den Armen ihrer Eltern schonmal eingeschlafen sind. Ist ja auch kein Wunder wenn man erst um 23h zum Essen geht.
Nach dem Essen suchten wir dann die Disco auf wo ja die grosse Party des Kreuzfahrtschiffes steigen sollte (siehe Blog von gestern). Tja, leider war da so ziemlich tote Hose - sprich es war kein Mensch im Lokal. Das Problem war, dass eben auf dem Schiff selber auch schon ne Party stattfand so dass die Leute mehrheitlich oder gänzlich auf dem Schiff blieben. Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel Conrad mit seinem grossen Spielcasino fuhren wir dann zurück ins Hotel resp. ich in die Posada.
Apropos Familie - gestern zogen bei mir nebenan eine Familie mit einem Baby und einem 3-jährigen Mädchen ein. Also ich finde das Zimmer ja schon alleine zu klein. So fragte ich mich denn, wie die nun zu viert in dieser kleinen Kammer zurechtkamen. Auf alle Fälle war am Abend ein ziemliches Geschrei von den Kindern. Und heute morgen um 8h ging der ganze Zirkus weiter. Zum Glück blieben sie nur eine Nacht. Jedoch wie heisst es so schön -"vom Regen in die Traufe". Heute zog ein neuer Mieter ein und der schnarcht so laut, dass man es durch die Wände hört. Mir scheint als ob ich einfach kein Glück habe mit den Nachbarn...smile.
Heute war dann wieder wunderbares Strandwetter. Bevor ich mich jedoch zur Playa stürzte, unternahm ich mit dem Auto noch einen kleinen Ausflug Richtung Norden an die Surfstrände am Atlantik. Gleich nach Punta del Este folt der Ort La Barra mit seinen tollen Surfstränden. Da gibts so richtig grosse Wellen und jede Menge surfbegeisterte Leute. Der Ort selber erinnerte mich stark an die kalifornischen Surforte wie Carlsbad südlich von L.A. In La Barra gibt es schicke Läden sowie auch etliche Backpackers. Und natürlich fehlen auch die schicken Strandhäuser nicht in cooler Architektur mit riesigen Sonnenterrassen auf denen sich tolle Loungesofas befinden. Es muss schon toll sein, sich auf den Polster liegend den Sonnenuntergang anzuschauen.
Von La Barra fuhr ich dann noch weiter ins 15km entfernte José Ignacio - ein kleiner Ort mit tollen Häusern, einem Surfstrand sowie einem klassischen Leuchtturm. In José Ignacio habe ich dann auch ne Kleinigkeit gegessen in einem Restaurant auf der Dachterrasse mit Blick aufs Meer - herrlich. Auf dem Weg zurück nahm ich dann noch eine junge Kolumbianerin mit, die nach La Barra wollte. Da der Bus aus irgendwelchen Gründen nicht kam, nahm ich sie bis La Barra mit. Diana, so hiess die Gute, war auch schon ein paar Monate in Südamerika unterwegs und besuchte in La Barra einen Surfkurs.
Zurück in Playa Chihuahua stieg ich sogleich in mein Strandoutfit und dislozierte zum Strand. Mittlerweile kennt man sogar fast alle Leute am Strand, da es ja hier eher familiär zu und her geht. Viel Zeit zum Sonnen blieb natürlich nicht mehr, da ich relativ spät zurück war von meinem Ausflug. Umso schöner war dann der Sonnenuntergang den ich mir von einer Düne aus anguckte. Man könnte jedesmal weinen vor Freude, wenn man diesen tollen Sonnenuntergang hier sieht.
Am Abend fuhr ich dann mit meinen Bekannten aus Deutschland noch zum Essen nach Portezuelo wo wir im Restaurant Medio - Me dio ein tolles Nachtessen im Garten genossen. Detlev, Rainer und Mike fahren ja morgen Abend zurück nach Buenos Aires. Ich habe ja gottlob noch ein paar Tage mehr hier am Strand.
Mittwoch, 13. Februar 2008
Punta del Este - Grillfest und voller Strand
Gestern Morgen war ich mit meinem Mietwagen in Punta del Este da das Wetter ja anfangs nicht so toll war. Eigentlich ist Punta del Este ja keine Augenweide mit seinen vielen Hochhäusern und erinnert eher an Benidorm. Doch wenn man dann so an der Promenade entlang läuft spürt man schon das spezielle Flair das hier herrscht. Zwar habe ich keine Promis gesichtet aber dass hier das grosse Geld liegt ist offensichtlich. Eingangs Punta gibt es jede Menge Villen umgeben von feinem englischen Rasen. Was mich auch überrascht hat, dass man hier des öftern mal Reetdachhäuser sieht. Man fühlt sich schon fast wie auf Sylt...smile. Nach einem kurzen Rundgang durch Punta habe ich mich in einem Restaurant am Hafen zum Mittagessen eingefunden. Es gab leckeren Lachs vom Grill...yummy. Am Nachmittag kam dann die Sonne wieder raus und wie auf Kommando fülten sich alle Strandabschnitte von Punta mit Leben. Zeit also zurückzufahren in die Ruhe der Posada.
Der Strand war gestern gar nicht mal so voll wie ich vermutet hatte. Am Abend gabs dann bei uns in der Posada ein spontanes Grillfest mit allem was dazugehört. Wir haben es hier wirklich total gut zusammen und es macht Spass mit den Leuten zu reden, auch wenn ich nur 40 - 50% von dem verstehe, was die Leute durcheinander sprechen. Heute Morgen waren dann alle entsprechend später beim Frühstück :-)
Heute war der erste Tag ohne Regen und Wolken. Gerade rechtzeitig zum grossen Stelldichein, denn heute wurde der Strand von Hunderten von Leuten, vornehmlich männlichen Geschlechts, bevölkert. In Punta del Este ging gestern ein Gay Kreuzfahrtschiff vor Anker und heute wurden ebendiese Leute zu uns an den Strand chauffiert. Das war ja vielleicht ein Betrieb sag ich euch und die kleine Strandbar platzte aus allen Nähten. Das war sicher das Geschäft des Jahres für den Strandkiosk! Ich mag es den Leuten auch gönnen denn alle dort sind sehr nett.
Heute Abend steigt in Punta del Este eine grosse Party zu Ehren dieses Kreuzfahrtschiffes. Wir wollen da auch hinfahren, mal gucken wie es wird. Ich berichte euch dann im nächsten Blog darüber.
Dienstag, 12. Februar 2008
Strandleben und Sinntflutartiger Regen
Im Vergleich zum Sonntag war gestern der Strand ziemlich leer. Und so kam die ganze Weite noch vielmehr zum Tragen als am Wochenende. Es ist einfach schön nur dazustehen und ins Meer rauszugucken während der starke Wind einem durchs Haar weht. Wie jeden Abend zogen dann auch gestern wieder schwarze Wolken am Himmel auf. Binnen weniger Minuten war es rabenschwarze Nacht und es begann heftig zu regnen. Leider habe ich den Strand ein bisschen zu spät verlassen so dass ich ziemlich eingeweicht in der Posada ankam.
Ich habe dann noch drei Urlauber aus Deutschland kennengelernt (Rainer, Detlev und Mike) die sich hier in der Posada nach den Zimmern erkundigt haben. Es war schön, nach vielen Wochen mal wieder Deutsch zu sprechen :-) Da ich seit gestern nun einen Mietwagen habe, fuhr ich die drei dann noch zu ihrem Hotel dass ganz in der Nähe ist. Auf dem Weg dorthin begann es dann richtig zu Schütten. Ein tropischer Sturm ergoss sich über der Region und binnen Minuten waren die Strassen unter Wasser. Richtig toll war der Zustand der Zufahrtsstrasse zur Posada nach diesem Regenschauer. Die Schlaglöcher waren mit Wasser gefüllt und das Auto blieb fast stecken in den Wasserlöchern. Abends gingen wir dann noch zusammen Essen in einem kleinen Restaurant in Solanas. An dieser Stelle lieben Dank an Rainer, Detlev und Mike, dass sie mich mitgenommen haben :-))
Heute Morgen war der Himmel grau und verhangen. Also erstmal gemütlich frühstücken und mit den anderen Gästen tratschen. Adriana hat auch einen kleinen, 5 Monate alten Hund, der super süss ist. Soeben ist er wie wild durch den Garten gehüpft und hat Fliegen gefangen. Ein richtiger Sonnenschein der Kleine. Mal gucken, ob ich es schaffe in auf ein Foto zu bannen, den er hält ja nicht wirklich still zum fotografieren...smile. Mittlerweile ist es nun 11.30h und die Sonne zeigt sich schon öfters zwischen den Wolken. Vermutlich wird es nun doch noch was mit dem Strand. Also ab ins Bad - Zähne putzen und sich chic machen für den Strand :-))
Sonntag, 10. Februar 2008
Der erste Tag am Strand
So, den ersten Strandtag habe ich auch schon hinter mich gebracht. Nachdem der Tag mit viel Sonne begonnen hatte, zog sich der Himmel gegen 16h zu und vom Meer her kamen heftige Regenschauer. Habs gerade noch trocken bis zur Posada geschafft. Nun sitze ich hier auf der Veranda mit dem Laptop und schreibe für euch ein paar Zeilen.
Die erste Nacht war ich mehrheitlich wach, da ich mich vermutlich erst wieder an die Ruhe gewöhnen muss die hier herrscht. Es ist herrlich ruhig in der Nacht und man hört nur ab und zu ein paar Grillen zirpen und das Rauschen in den Bäumen. Wenn man genau hinhört, nimmt man auch noch die Meeresbrandung in der Ferne war. Die Bettwäsche riecht etwas modrig, ja man könnte geradezu meinen, sie wurde schon länger nicht mehr ausgetauscht. Adriana hat mir heute zwar versichert, dass die Matratzen immer abgewaschen werden, wenn neue Gäste kommen. Dies ist vermutlich der Grund, dass die Matratzen so miefen. Na ja, ich werde nun einfach ein frisches T-Shirt über das Kissen legen, so steigt einem dieser Geruch nicht so in die Nase...smile.
So gegen 11h ging ich heute zum Strand. Zu dieser Zeit natürlich noch mehrheitlich leer da ja auch die Uruguayer (weiss jetzt gar nicht ob man die auch so nennt...) wie die Argentinier auch, nicht vor 14h an den Strand kommen. Es war ein herrlich angenehmer Wind, der für die richtige Abkühlung sorgte. Das Meer ist ebenfalls angenehm warm, ich vermute jetzt mal so 23 Grad. Man kann stundenlang dem Strand entlang laufen und in der Laguna Fische und kleine Krebse beobachten. Zudem ist die ganze Vegetation richtig schön grün und nicht so verbrannt wie in Argentinien. In der Strandbar hängen ein paar Zeitungsberichte über den Playa Chihuahua und ich konnte es kaum glauben - auch Naomi Campbell hat sich am Strand schon die Ehre gegeben. Auch sonst verirrt sich immer mal wieder ein Promi in die Bar, dies sieht man anhand der Bilder. Doch gekannt habe ich niemanden, vermutlich sind es lokale Grössen.
Ab Morgen habe ich mir nun doch einen Mietwagen genommen, sonst komme ich hier nämlich nie weg. bis zur nächsten Bushaltestelle sind es fast 2km zu Fuss und einen Busfahrplan gibts natürlich nicht. Wie Adriana mir gesagt hat, stellt man sich einfach mal an die Strasse und hebt bei jedem vorbeifahrenden Bus die Hand, einer wird dann schon halten, meint sie... Schöne, unbeschwerte Welt hier...grins. Ich bin einfach zu schweizerisch eingestellt für das Leben hier in Südamerika. Hier in der Posada geht alles sehr locker zu und her. Man bestellt was in der Küche und bezahlt dann irgendwann einmal. Es gibt auch keine Rechnung oder so. Vermutlich muss ich mir jetzt Notizen machen, damit ich zum Ende der Woche noch weiss, was ich alles konsumiert habe!
So, der Regen hat bereits nachgelassen und es weht nun eine frische Brise ins Zimmer rein. Herrlich!! Fast schon wie in der "Brise"-Werbung von Johnson&Johnson....smile. Ach ja, habe heute natürlich auch die neuesten Fotos hochgeladen damit ihr bereits den schönen Strand in Bildern sehen könnt.
Samstag, 9. Februar 2008
Adios Buenos Aires - Bienvenido Punta del Este
Das erste was mir in Uruguay auffiel, waren die grünen Wiesen und Wälder. Die Strassen sind um einiges besser als in Argentinien und alles wirkt gepflegter und einladender. Es war schon fast wie im Paradies... Etwas ausserhalb von Punta del Este bin ich dann aus dem Bus ausgestiegen und stand dann erstmal da im Nirgendwo mit meinem Koffer. Ich kam mir ein bisschen vor wie Marianne Sägebrecht im Film Out of Rosenheim. Zuerst musste ich mal in der Posada anrufen wo ich untergebracht bin. Binnen 10 Minuten fuhr die Dame des Hauses vor und hat mich aufgeladen. Nach weiteren 5 Minuten Autofahrt waren wir am Ziel. Die Posada liegt mitten in einem riesigen Pinienwald. Es riecht wunderbar frisch nach Bäumen und Sand. In den letzten Tagen hat es hier scheinbar viel geregnet wie mir Adriana, die Besitzerin, mitgeteilt hat. Die Zimmer sind zwar eher klein und im Bad kriegt man fast Platzangst, aber dafür sind die Besitzer echt nett und hilfsbereit.
Natürlich musste ich dann gleich mal den Strand erkunden und da gabs das zweite Highlight des Tages. Der Playa Chihuahua (nein, DJ Bobo war nie hier...) ist wunderschön. Ein riesiges Naturschutzgebiet mit Dünen und kilometerlangem Strand. Der Wind war eher kühl sowie das Wasser auch, aber nur schon an diesem tollen Strand zu stehen war phänomenal. Ich habe zwar Bilder gesehen, doch muss man schon hier sein um die ganze Schönheit zu erfassen. Hier in der Umgebung der Posada gibt es nur ganz wenige Häuser die in den Wald oder auf einem kleinen Hügel gebaut worden sind. Es sind richtige Beachhäuser die vermutlich ein Vermögen kosten, denn viele stehen noch leer.
Soeben habe ich auch im Restaurant der Posada zu Abend gegessen. Ich war der einzige Gast auf der Terrasse da die meisten Gäste mit ihrem Wagen nach Punta del Este reinfahren. Da ich leider kein Auto habe, bin ich halt etwas eingeschränkter. Das Essen war demzufolge etwas einsam, aber daran habe ich mich auch schon gewöhnt. Im Moment ist ja in Punta del Este noch Karneval, mal gucken, ob ich es schaffe, mir eine Fahrgelegenheit ins Zentrum zu organisieren.
Donnerstag, 7. Februar 2008
Und wieder in Buenos Aires
Es ist schon wieder Donnerstag, kaum zu glauben! Mittlerweile bin ich seit 3 Tagen zurück in Buenos Aires. Der Flug von Mendoza nach Buenos Aires am vergangenen Dienstag verlief problemlos und war sogar pünktlich. Da ich ja mit Aerolineas Argentinas flog hatte ich gewisse Befürchtungen, dass der Flug eventuell verspätet sein könnte. Aber wie gesagt, es lief alles rund und auch der Service an Bord war angenehm. Hier in Buenos Aires wohne ich dieses Mal nicht mehr in einer Wohnung sondern in einem Bed&Breakfast in Palermo Hollywood. Als mich der Taxichauffeur vor der Hausnummer, die ich auf meinem Zettel stehen hatte, absetzte, dachte ich zuerst, dass ich am falschen Ort bin. Es war eine etwas heruntergekommene Gegend an einer 5-spurigen Ausfallstrasse. Da auch an der Haustür nichts zu sehen war, dass auf das B&B hinwies, bat ich den Taxichauffeur einen Augenblick zu warten. Ich überprüfte dann nochmals in einem Internetcafé gleich in der Nähe die Adresse und stellte fest, dass ich sehr wohl am richtigen Ort war. Ich klingelte also an der Haustür und siehe da - es war das B&B. Es ist alles sehr familiär hier. Die beiden Besitzer, die das B&B führen, haben auch zwei Hunde die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein Zwergpudel den man fast übersieht sowie einen dicken fetten Mops der immer hechelnd durch das Wohnzimmer läuft. Es gibt hier insgesamt 6 Zimmer die alle zwar alt aber ordentlich sind. Die erste Nacht verbrachte ich im 2. Stock des viktorianischen Gebäudes in einem Zimmer das zwar einen Balkon hatte aber auch direkt zur Strasse ging. Zudem war das Bad, das mit zwei anderen Zimmern zu teilen war, im unteren Stock. Und so musste ich immer die knarrende Treppe rauf und runter wenn ich mal aufs Klo musste oder Duschen wollte. Am nächsten Morgen habe ich dann ein Zimmer mit eigenem Bad genommen dass ich auf den Innenhof rausgeht. Etwas weniger hell aber dafür ruhig und mit Bad/WC im Zimmer. Ich komme mir hier vor wie in einer grossen Familie und so wird man von den Besitzern auch aufgenommen. Wenn es euch interessiert - hier der Link zum B&B.
Gestern habe ich das Evita Museum besucht. Alles was Rang und Namen hat in Argentinien bekommt meist auch ein eigenes Museum. Darin kann man die ganze Geschichte sowie den Werdegang der wohl berühmtesten Argentinischen First Lady bewundern. Sie wurde ja schon zur Lebzeit vergöttert sowie auch abgrundtief gehasst. Ich finde, dass sie sehr viel Gutes für die Bevölkerung Argentiniens gemacht hat mit all den Sozialinstitutionen die Eva Perón gegründet hat. Aber sie war ja auch umstritten da sie als ziemlich Machtgierig galt. Sie starb bereits im Alter von 33 Jahren an Gebärmutterhalskrebs.
Zum Nachtessen habe ich mich für das Restaurant Campobravo in der Calle Honduras hier in Palermo entschieden. Ein schickes Restaurant wie es sie mittlerweile zu Hunderten hier im Palermo-Viertel gibt. Palermo gilt ja als sehr angesagt bei der jungen, kaufkräftigen Bevölkerung. Das Essen war super und mit 40 Pesos (ca. 15 Franken) auch gar nicht teuer. Während ich am Essen war, lief draussen eine ganze Horde von Medienleuten mit Filmkameras hinter einem unscheinbaren Typen her und versuchte ihn zu interviewen. Gekannt habe ich ihn zwar nicht aber in einem solchen Moment fühlt man sich schon sehr "In" dass man sich in der angesagten Gegend von Buenos Aires aufhält...smile
Heute war dann der Zoo auf meiner Besuchsliste. Eigentlich ist er nichts Besonderes und auch schon ein wenig heruntergekommen. Ich habe es mir aber schlimmer vorgestellt als es dann tatsächlich war. Die meisten Tiere hier kann man mit im Zoo gekauften Futter füttern, was bei den Kindern natürlich sehr beliebt ist. Es gibt auch eine Art Regenwaldhalle die aber eher ein Gestrüpphaus ist. Wenn man die Masoala-Halle im Zoo von Zürich kennt ist das hier eer kläglich. Draussen im Zoo laufen auch viele Tiere frei rum. Lustig fand ich, wenn einem plötzlich mal wieder ein Biber über den Weg lief, der gerade irgendwo aus einem der kleinen Seen rausgesprungen kam und um Futter bettelte. In einem der Seen gibts auch eine kleine Insel auf der die Lemuren sind. Ich finde diese Tiere ja äusserst putzig.
Zurück in meinem Zimmer musste ich mich dann erstmal ein bisschen hinlegen und bin dann später noch zu einem japanischen Restaurant gegangen das ebenfalls sehr trendy und schick ist. Es heisst Dashi und liegt an der Fitz Roy Strasse. Das Restaurant war voller junger, erfolgreicher und schöner Menschen. Man hatte schon fast den Eindruck, in einem Model-Restaurant gelandet zu sein. Trotz allem war der Service leider nicht gerade das gelbe vom Ei. Die Kellner waren zwar allesamt gut aussehende Männer, doch leider auch sehr arrogant und mit einem unglaublichen Machogehabe behaftet. Irgendwie passte das Servicepersonal nicht zum Rest des Lokals. Eigentlich schade denn das Essen war ausgezeichnet.
Sonntag, 3. Februar 2008
Tupungato - Potrerillos
Von Tupungato gings dann auf staubiger Piste ins Hochland wo ausser ein paar Farmen und Kühen einfach nichts war. Nur atemberaubende Landschaft und eine riesige Weite die man mit einem Fotoapparat gar nicht einfangen kann. Wer hier oben auf über 2000m lebt muss die Einsamkeit lieben. Nach ca. 50km kommt man dann wieder auf eine geteerte Strasse die hinunter nach Potrerillos führt. Entlang der Strasse lagerten Hunderte Einheimische mit ihren Campingstühlen die am Bergbach ihren Assado (Grillplausch) abhielten mit der ganzen Familie. Unglaublich wie die Argentinier das Grillen lieben!! Mir vergeht ob dem vielen Fleisch jeweils schon fast der Appetit. In Portrerillos habe ich mich dann nochmals für ein paar Stunden an den Stausee gesetzt und mir den wind um die Nase wehen lassen. Der See ist ein Mekka für Windsurfer, da meist ein kräftiger Wind weht. Am See selber waren aber kaum Leute, das kommt sicher auch daher, dass man nicht baden darf. Begründet wird dies wegen der Nivelierung des Stausees. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das Windsurfen weniger problematisch ist als das Schwimmen. Na ja, man muss es nicht verstehen. Am späteren Nachmittag fuhr ich dann zurück nach Mendoza, wo einmal mehr 33 Grad waren!!
Samstag, 2. Februar 2008
Ausflug in die Anden
Der heutige Tag war ein richtiger WOW-Tag. Ein Highlight jagte das Nächste. Unglaublich, wie schön diese Anden sind. Aber alles der Reihe nach... So kurz nach 8Uhr bin ich hier in Mendoza losgefahren Richtung chilenischer Grenze. Auf der Strasse war ziemlich viel Verkehr, vor allem viele Lastwagen die sich den Berg empor kämpften. Immer wieder musste man waghalsig überholen um überhaupt weiterzukommen. Da die Strasse teilweise etwas uneben ist, kann man auch nicht viel schneller als 90 kmH fahren. Das kümmert die Argentinier und vor allem die Chilenen wenig - die Fetzen in hohen Tempo über jede Bodenwelle und heben dabei mit ihrem vollbesetzten Familycar fast ab. Ich hatte ja genügend Zeit und liess mich deshalb nicht stressen. Zwischendurch machte ich immer mal wieder einen Fotohalt. Nach ca. 1 Stunde Fahrt war ich dann in Uspallata auf 1800m wo ich mir in einem kleinen Supermarkt Brot, Schinken und Käse kaufte. Wie überall kriegen die Leute immer fast Schreikrämpfe wenn man mit einer 50er oder sogar 100er Note Pesos bezahlen will. Händeringend erklären sie einem dann dass sie kein Moneda (Wechselgeld) haben. Ich meine 50 Pesos sind gerade mal 18 Franken, aber trotzdem ist es schwierig, diese loszuwerden sofern der Einkaufsbetrag kleiner als 50 ist. Am Besten hat man immer nur kleine Scheine dabei und noch viel besser ist es, wenn man passend zahlt. Da wird man dann auch mit einem netten Lächeln bedacht!
Die Sehenswürdigkeiten habe ich von der chilenischen Grenze her abgeklappert. Der erste Halt war in Las Cuevas, der Grenze zu Chile. Die Strasse führt mittlerweile durch einen 3km langen Tunner nach Chile. Früher musste man bis auf 4200m hochfahren um nach Chile zu gelangen. Diese alte Strasse fuhr ich dann auch hinauf um mir die Statue des Cristo Retendor anzuschauen. Mein kleiner Mietwagen hat sich zwar fast überhitzt doch auch diese Dirty Road haben wir gemeistert. Ich hoffe ja immer, dass mir kein Reifen platzt auf einer solchen Strecke. Da gibts nämlich keinen TCS...smile. Der Park Ranger in Las Cuevas empfahl mir vor der Fahrt zum Cristo Retendor mich kurz zu aklimatisieren, immerhin ist man danach auf 4200m. So hoch war ich bis jetzt noch nie in meinem Leben und schon gar nicht mit einem Auto!! Oben angekommen blies ein heftiger Wind über die Bergkuppen so dass ich froh war um meinen Faserpelz. Es war aber immer noch 10 Grad auf dieser Höhe. Beim rumlaufen habe ich die Höhe dann schon ziemlich gespürt.
Zurück in Las Cuevas war mir dann schon fast ein bisschen schlecht wegen der Höhendifferenz. Auf der Rückfahrt machte ich dann bei der Laguna de los Horcones halt. Von da aus starten die meisten Trekker und Bergsteiger, die den Cerro Aconcagua mit seinen 6962m besteigen wollen oder zumindest bis zur Plaza de Mulas auf 4300m wandern. Bis zur Plaza de Mulas braucht man ca. 4-5 Tage da man sich unterwegs immer wieder aklimatisieren sollte. Das Infozentrum der Rangerstation war wirklich sehr informativ und die Leute dort supernett und hilfsbereit. Als Nicht-Trekker kann man eine kurze Rundwanderung zum Lago de los Horcones auf 2900m machen. Ein kleiner See in einer idyllischen Umgebung.
Die nächste Station war dann Puente del Inca. Hier ist eines der spektakulärsten Naturwunder von Argentinien zu bestaunen - die steinerne Naturbrücke über den Rio de las Cuevas. Das alte Thermalhotel wurde durch einen Erdrutsch zerstört und die Mauerreste verschwimmen allmählich unter den Schwefelablagerungen des Flusses. Incas und Aussteiger verkaufen ihre handgefertigten Sachen zu unglaublich günstigen Preisen. Da gibts den schönen Poncho bereits für 50 Pesos!
Auf der Rückfahrt nach Mendoza plagten mich dann üble Kopfschmerzen. Vermutlich war ich doch zu schnell runtergefahren. Am Besten macht man diese Tour in zwei Tagen, so hat man Zeit, sich ein bisschen an die Höhe zu gewöhnen. So, zum Schluss möchte ich euch mal wieder den Fotolink wärmstens empfehlen. Es gibt zu jedem Foto meistens auch einen entsprechenden Kommentar.
Freitag, 1. Februar 2008
Mendoza
Seit 3 Tagen bin ich nun in Mendoza - im Herzen des Weinbaugebiets Argentiniens. Und ich habe noch keinen Schluck Wein getrunken... Tja, ich finde es eben nicht so spannend, alleine Wein zu trinken, darum habe ich es bis jetzt auch noch nicht gemacht. Auf alle Fälle gibt es hier zig Bodegas die ihren Wein anpreisen. Mendoza ist auch sonst ne ganz schöne Stadt. Sie hat zwar auch ihre Abgasprobleme doch so schlimm wie in Buenos Aires ist es zum Glück noch nicht. Zudem besitzt Mendoza einen wunderbaren Park am Rande der Innenstadt. Der Parque General San Martin ist ein riesiger Park mit einem grossen See und vielen Bäumen und Wäldern. Die Mendocinos sind, soweit ich das bis jetzt beobachten konnte, ziemlich sportlich, denn sie joggen zu Hunderten rund um den See. Da kommt man sich als Fussgänger schon fast komisch vor.
Die ersten zwei Nächte habe ich in einem Hotel etwas ausserhalb der Stadt verbracht, in einem Viertel das El Challao heisst. Eigentlich sollte es der Circuito Turistico sein doch von dem ist nicht mehr alzuviel zu spüren. Für die Fussball WM 1978 aus dem Boden gestampft, scheint hier alles in diesem Jahr stehengeblieben zu sein. Alles verlottert und fällt auseinander. Selbst das Fussballstadion ist nur noch ein Schrotthaufen. Man beobachtet das ja noch viel in Argentinien - alles wurde in den 60iger und 70iger Jahren aufgebaut und dann nicht mehr renoviert/saniert. So vermutlich auch mein Hotel dass sich mit 3 Sternen schmückt. In meiner kleinen Kammer konnte ich mich fast nicht drehen und Tageslicht kam so gut wie keines rein, da das Zimmerfenster zu einer Art Laube lag. So habe ich dann beschlossen, ins Zentrum von Mendoza, direkt an die Plaza Independencia, umzuziehen. Hier wohne ich nun in einem schmucken 3-Sterne Hotel dass seine Sterne auch verdient hat. Klar, die Preise sind etwas höher doch immerhin bin ich nun im Zentrum und das Zimmer ist hell und sauber.
Gestern bin ich mit dem Auto Richtung Uspallata gefahren, dieser Ort liegt ca. 110km nordwestlich von Mendoza in einem kargen Andental. Von Uspallata aus nahm ich dann die kürzere Strecke zurück über einen 3000m hohen Pass. Fast 60km Schotterpiste lagen vor mir. Zu Beginn war die Strasse ja noch einigermassen ok, doch nach ca. 15km wurden die Bodenwellen immer ausgeprägter und zwischendurch musste ich sogar aussteigen und ein paar grössere Steine vom Fahrweg entfernen um überhaupt weiterfahren zu können. Zu allem Unglück gabs dann noch ein Gewitter mit Hagelschauer. Ich hatte schon die Befürchtung, dass der Regen die Strasse aufweicht und ich dann irgendwo in den Anden mit meinem Mietwagen steckenbleibe... Natürlich gab es dort oben auch kein Handyempfang. Ich war erstaunt, wieviele Autos mir entgegenkamen. Und wenn man dann so guckt wieviele Leute in einem solchen Auto sitzen, dann war ich schon wieder beruhigt. Überhaupt sieht man hier praktisch keine neueren Autos, dafür unheimlich viele Wagen die ihre beste Zeitz wohl auch in den 70iger Jahren hatten. Unter anderem gibt es hier viele alte Peugeots, die schon fast auseinanderfallen. Ein Wunder dass diese Schwarten überhaupt noch fahren. Stinken tun sie zumindest ganz gewaltig...
Nachdem ich die berüchtigte Bergstrecke erfolgreich und ohne Platten gemeistert hatte, landete ich in Villavicencio, einem ehemaligen Thermalkurort. Aus Villavicencio kommt das berühmte Mineralwasser dass man überall in Argentinien serviert bekommt in den Restaurants. Das Thermalhotel ist seit längerer Zeit geschlossen und fristet ein Dornröschen Dasein inmitten eines wunderbaren Parks. Richtig wildromantisch ist es hier oben auf 1800m. Von Villavicencio führte dann eine asphaltierte Strasse zurück nach Mendoza. Mein Wagen sah nach diser Tour nun auch so aus wie all die anderen Autos - nicht schrottreif sondern so schmutzig :-))
Heute Abend war ich noch in einem der vielen guten Restaurants essen. Auf der Plaza Indipendencia gab es noch eine kostenlose Darbietung von Artisten und Clowns. Da sitzen ganze Familien bis weit nach Mitternacht im Halbrund und beklatschen die Aufführungen.
Morgen will ich dann mal an die chilenische Grenze fahren bis auf 4200m über Meer. Mal gucken, ob das mein Mietauto mitmacht... Die Wettervorhersagen sind leider nicht so toll, so rechne ich jetzt mal damit, dass ich den höchsten Berg des amerikanischen Kontinents - den Aconcagua mit 6962m - nicht ganz zu sehen bekommen werde. Übrigens war es ein Schweizer (Mathias Zurbriggen), der den Berg 1897 als Erster offiziell bestiegen hat.
