Dienstag, 18. März 2008
Dienstag, 18. März - Atras en Suiza!
Also Leute, dass war ja vielleicht noch ein Rückflug gestern von Chile nach Argentinien. Der Flug aus Buenos Aires kam natürlich nochmals später so dass wir erst um 19Uhr mit dem Boarding beginnen konnten. Zu allem Unglück war der Flieger noch voll mit betagten Amis die durch das langsame Einsteigen alles nochmals verlängerten. Und als wir dann eigentlich bereit für den Ablfug waren, mussten wir noch auf zwei Passagiere warten die plötzlich nicht mehr zu finden waren. Ich sass wie auf heissen Kohlen im Flieger der Aerolineas Argentinas. Gegen 19.45h hoben wir dann endlich ab in Richtung Buenos Aires. Vor lauter hin und her hatte ich ganz vergessen die Fotokamera aus dem Ablagefach runterzunehmen. Wir flogen nämlich direkt über die Anden und unter uns breiteten sich die ganzen Sechstausender im Abendlicht aus. Ein herrlicher Anblick den ich jedoch nicht wirklich geniessen konnte. Beim Einsteigen in den Flieger in Santiago de Chile hatte ich das Kabinenpersonal nochmals gebeten, eine Info abzusetzen wegen meines Anschlussfluges. Kurz vor der Landung hat mich dann die Stewardess ganz nach vorne gesetzt so dass ich zusammen mit weiteren Passagieren, die ebenfalls einen Anschlussflug hatten, rasch aussteigen konnte. Zum allem Unglück parkten wir noch auf einer Aussenposition und der Busfahrer wollte einfach nicht losfahren bevor der Bus voll ist. Nachdem einige Passagiere interveniert hatten, liess er sich denn doch noch erweichen früher loszufahren. Am Terminal angekommen erwartete mich dann bereits eine Dame der Lufthansabfertigung. Zumindest dieser Teil mit der Info an die Lufthansa hat hervorragend geklappt. Mit mir im Schlepptau rannten wir kreuz und quer durch die Terminals zum Flugsteig der Lufthansa, natürlich war dieser am anderen Ende des Terminals...stöhn. Um 21.49h sass ich dann im Jumbo der Lufthansa auf meinem Platz (Abflugszeit 21.50h)!!! Kaum war ich drin wurden auch schon die Türen geschlossen. Das Gepäck hat es natürlich nicht geschafft, doch das war mir in diesem Moment ziemlich egal. Ich hatte mich ja schon auf eine Nacht in Buenos Aires eingestellt.
Ich brauchte erstmal ein paar Minuten um runterzukommen. Ich war total durchgeschwitzt von dem Gerenne. War ich froh, dass ich noch der Lufthansa aus Santiago angerufen hatte so dass diese die Infos hatten wo ich bin. Superservice sag ich da nur!!! Der Flug nach Frankfurt war dann super relaxt, in der Businessklasse natürlich auch kein Wunder...smile. Erholt kam ich pünktlich in Frankfurt an und musste nur 1 Stunde warten für den Weiterflug nach Zürich. Am Flughafen in Zürich hat mich dann ein ganzes Empfangskomitee erwartet - meine Mutter, meine Schwester sowie mein Bruder und mein Göttibub waren da. Wow, echt spitze so empfangen zu werden. Ich war natürlich froh, dass mich mein Bruder noch nach Hause gefahren hat da ich ja wegen dem fehlenden Gepäck keine Jacke dabei hatte.
So meine Lieben, hiermit schliesse ich diesen Reiseblog endgültig ab. Ich danke euch, dass ihr ab und zu mal reingeschaut habt und hoffe, dass euch meine Aufzeichnungen gefallen haben. Über ein paar Zeilen von euch würde ich mich natürlich freuen kreis5@freesurf.ch
Alles Gute und bis bald
Reto
Montag, 17. März 2008
Montag, 17. März 2008 – Time to say Goodbye Chile
Ok, definitiv der letzte Ferientag hier in Chile. Bereits um 7.15Uhr klingelte mein Wecker heute Morgen. Ich wollte ja noch möglichst viel erleben in dieser tollen Stadt vor meinem Rückflug in die Schweiz. Ich habe gestern Nachmittag noch einen sehr netten jungen Herrn ;-) kennengelernt, der sich bereit erklärt hat, mich heute noch ein bisschen durch die Stadt zu führen. Wir fuhren dann erstmal auf den Cerro San Cristobal der 863m hoch über der Stadt trohnt. Von da oben hat man eine wunderbare Aussicht auf die ganze Stadt. Leider kämpft Santiago, wie jede andere Grossstadt auch, mit viel Smog. So war die Sicht getrübt und man konnte die Anden im Hintergrund nur schwach erkennen. In einer Stunde ist man ja von Santiago bereits mitten in den Anden drin, die an dieser Stelle knapp 7000m hoch sind. Auf den Cerro San Cristobal kann man mit dem Auto fahren, zu Fuss gehen oder aber die Gondelbahn oder Drahtseilbahn nehmen. Wie ihr seht, ist dieser Berg perfekt erschlossen...smile. Eduardo, mein Bekannter hier, zeigte mir dann auch noch die anderen sehenswerten Stadtteile wie zum Beispiel Las Condes. Im Vergleich zu Buenos Aires ist diese Stadt viel moderner und sauberer. Kaum zu glauben, dass mir im Vorfeld gesagt wurde, dass Santiago ne furchtbare Stadt sei. Im Gegenteil – ich fühle mich hier tausendmal wohler als in Buenos Aires, da die Gebäude viel gepflegter sind und die Strassen um einiges sauberer. Vermutlich ist es purer Neid der die Argentinier zu dieser Aussage über Santiago veranlasst.
Das Problem ist vermutlich auch, dass es in Chile keine Wirtschaftskrise gegeben hat während in Argentinien 2001 alles den Bach runterging. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier in Chile alles besser funktioniert als in Argentinien. Wie schon im gestrigen Blog erwähnt – Santiago ist definitiv eine Reise wert und ich könnte mich vierteilen dass ich nicht mehr Zeit eingeplant habe für diese tolle Stadt. So habe ich wenigstens einen Grund um nochmals hierher zu fliegen :-))
Gegen 14.30Uhr fuhr ich dann vom Hotel mit dem Linienbus zum Flughafen. Ich hatte das Glück, dass das Terminal für den Flughafenbus nur ca. 5 Min. vom Hotel entfernt war. Die Fahrt zum Flughafen kostete mich gerade mal 1300 chilenische Pesos (ca. 3 US Dollar). Die Taxis kosten mindestens das Zehnfache. Am Flughafen angekommen kam dann erstmal ein kleiner Schock, denn Aerolineas Argentinas hat den Flug abermals verschoben. Eigentlich hätte ich um 17.40Uhr abfliegen sollen, nun fliegen wir erst um 19.10Uhr. Das heisst für mich, dass es verdammt knapp werden wird mit meinem Lufthansa Anschlussflug in Buenos Aires. Ich habe gerade mal 50 Minuten zum Umsteigen. Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen – Aerolineas fliegt nie pünktlich, das schaffen die einfach nicht. Eine chaotischere Gesellschaft habe ich noch nicht erlebt. Also wer jemals hier unterwegs ist – lieber LAN oder eine andere Airline wählen wenn ihr einen Anschlussflug habt. Mein Koffer ist nun zwar für die regulären Flüge eingecheckt doch es ist überhaupt nicht sicher, ob das alles klappen wird. Vorsichtshalber habe ich mal noch bei der Lufthansa angerufen und darum gebeten, einen Vermerk zu machen, dass ich auf einem verspäteten Flug sein werde. Ich hoffe einfach, dass ich nicht in Buenos Aires stranden werde, denn das würde mich gottlos ank.....! Tja, fingers crossed dass es klappen wird!
Sonntag, 16. März 2008 – Ausschiffung in Valparaiso und Santiago de Chile
Heute Morgen um 6Uhr war es nun also soweit – die Reise mit dem Schiff endete im Hafen von Valparaiso (Chile). Irgendwie war es schon ein bisschen komisch, nochmals zum Frühstück zu gehen mit dem Wissen dass es das letzte Mal war. Das Auschiffungsprozedere zog sich dann ewig in die Länge da die chilenischen Behörden mal wieder einen auf ganz genau machten. Sie kontrollierten wirklich jeden einzelnen Passagier genauenst. Die Ausschiffung erfolgte aufgrund bestimmter Farben die jeder Passagier erhielt. Mein Deck hatte die Farbe Lila und ich musste fast 2 Stunden warten, bis ich dann endlich vom Schiff konnte. Im Ankunftsterminal mussten wir dann erstmal alle unser Handgepäck auf den Boden stellen so dass die Hunde der Agrikulturbehörden daran schnüffeln konnten. Es ist ja in Chile strengstens verboten Früchte, lebende Tiere oder sonstige Lebensmittel einzuführen. Und obschon es auf dem Schiff tausend Mal erwähnt worden ist gab es doch tatsächlich eine Amerikanerin die einen Apfel im Rucksack mitführte. Logo dass der Hund das natürlich riechen konnte. Die Amerikanerin durfte dann unter Protest eine Busse bezahlen – geschah ihr ganz recht, finde ich zumindest.
Nach der Kontrolle musste ich erstmal mein Gepäck suchen. Dieses war zwar fein säuberlich nach den Farben sortiert, doch war ich ja nicht der Einzige Passagier auf Deck 7. Nach ca. 5 Minuten suchen fand ich dann jedoch meine Reisetasche. Im Terminal selber boten dann ganz viele Leute Stadtrundfahrten und Taxidienste an. Da ich nicht genau wusste wo das Busterminal in Valparaiso ist, fragte ich wie teuer ein Taxi dahin wäre. Die Meisten verlangten 15 Dollar, was ich ne totale Unverschämtheit fand. Das Busticket von Valparaiso nach Santiago de Chile kostet nämlich gerade mal 8 Dollar und die Fahrt dauert eineinhalb Stunden!! Nun denn, dachte ich mir, gehst du einfach mal aus dem Hafenterminal raus. Kaum draussen standen schon die nächsten Taxichauffeure am Strassenrand und verlangten doch haarsträubende 20 Dollar für die Fahrt zum Busterminal. Also ging ich erstmal ein Stückchen zu Fuss weiter. Ich wusste, dass das Terminal nicht weit weg sein konnte. Glücklicherweise traf ich dann noch zwei Mädels aus Dresden die ebenfalls zum Busterminal wollten. Und schlau wie die waren fanden wir dann das Terminal binnen 5 Minuten Fussmarsch.
Die Busse nach Santiago fuhren alle halbe Stunde so dass wir nach 10 Min. bereits im Bus sassen. In Santiago angekommen nahmen die Mädels dann ein Bus zu ihrem Hotel. Mein Hotel war ja in der Innenstadt und so musste ich mich erstmal durchfragen, wie ich da am Besten hinkomme. Der Busterminal war glücklicherweise direkt bei einer Metrostation so dass ich lediglich 5 Stationen mit der U-Bahn fahren musste bis zu meinem Hotel.
Nachdem ich das Gepäck deponiert hatte erkundete ich erstmal die Stadt. Also ich muss schon sagen, dass Santiago eine total schöne und vor allem saubere Stadt ist. Viele Argentinier haben mir ja gesagt, dass es hier laut und schmutzig ist. Doch alles ist viel schöner und nicht so heruntergekommen wie in Buenos Aires. Was mir vor allem aufgefallen ist, sind die vielen Strassencafés die es hier gibt. Überall sitzen die Leute draussen, genauso wie bei uns zu Hause. Ein schöner Stadtteil ist das Barrio Bellavista, das auch bohemisches Viertel genannt wird da es hier sehr viele Künstler, Theater und Nachtclubs gibt. Das Barrio Bellavista liegt am Fusse des Cerro San Cristobal – ein Aussichtsberg mitten in der Stadt. Man kann da zu Fuss oder mit einer Standseilbahn hochfahren. Das werde ich dann morgen noch machen da heute die Zeit zu knapp war.
Ebenfalls gibt es in der Innenstadt schöne alte Gebäude und jede Menge Museen. Im Nachhinein bereue ich es fast ein bisschen, dass ich nur gerade 1 Nacht hier bin. Was ich ja besonders interessant finde hier, ist die Architektur der Häuser – ein buntes Gemisch verschiedenster Einflüsse. Auch die Kathedrale in der Nähe der Plaza de Armas ist wunderschön. Im Mercado Central machte ich dann erstmal Halt für ein spätes Mittagessen. Im Restaurant Augusto wurde ich sogleich von einem wirklich überaus freundlichen Kellner empfangen. Da er Enologie studiert (Weinkunde) zeigte er mir in der Vitrine erstmal alle Weine die sie im Angebot hatten. Das Restaurant ist vor allem berühmt für seine Meeresfrüchte und Fische. Trotzdem ass ich dann ein Steak...smile. Als ich bezahlt hatte, wollte er mir der Kellner unbedingt noch den Chef vorstellen, der hier sowas wie ne Institution ist. Also gabs schwupps noch ein Foto mit Herrn Augusto himself. Wirklich ein lustiges Völkchen hier.
Auch hat es in der Stadt viele junge Leute, die zwar ein bisschen freakig sind, doch für eine bunte Mischung sorgen. Vor dem Museum de Bellas Artes zum Beispiel gabs heute einen riesigen Flohmarkt. Da gibts hunderte von Leuten die alles Mögliche anbieten – von Kleidern über CD bis hin zu Büchern und Koffern. Es herrschte eine richtige Woodstock Atmosphäre...smile. Nun bin ich erschlagen zurück in meinem Hotel Diego de Almagro in der Nähe der Metro Station Moneda mitten im Zentrum. Brauche jetzt erstmal eine Mütze Schlaf bevor dann morgen der zweite Teil der Stadtbesichtigung ansteht.
Samstag, 15. März 2008
Samstag, 15. März 2008 – Letzter Tag auf dem Schiff
Tja, unglaublich aber wahr – die 2 Wochen Kreuzfahrt sind schon bald Vergangenheit und wir müssen die Kabine räumen. Doch bevor dies geschieht gibts ja nochmals einen Tag auf hoher See mit viel Sonnenschein und warmen Temperaturen. Mittlerweile sind wir wieder zurück im Pazifik was wir seit gestern ununterbrochen zu spüren bekommen. Das Schiff schwankt hin und her und es ist schwierig, nicht wie ein Besoffener durch die Gänge zu gehen. Das letzte Yoga heute morgen war nochmals eine grosse Herausforderung bei dem Wellengang und mit geschlossenen Augen die Schwankungen auszubalancieren ist ja auch nicht so mein Ding. Schon um 10Uhr musste ich zu einer Tablette gegen Reisekrankheit greifen nachdem ich doch geglaubt habe nun definitiv Seetauglich zu sein.
Heute Morgen gabs auch eine Information über den Ausschiffungsvorgang morgen früh. Der Cruise Director stellte zuerst mal seine 10 Lieblingsfragen vor, die im Laufe seiner Karriere hier an Bord von Gästen gestellt worden sind. Hier mal ein paar der lustigsten Fragen sowie der Kommentare dazu seitens des Cruise Directors:
„Hat das Schiff eine eigene Stromversorgung?“ (nein, das Schiff wird seit Buenos Aires mit einem Stromkabel versorgt)
„Ist das Wasser in den Toiletten Salzwasser oder Süsswasser?“ (ich habe es nie probiert)
„Bringt mich dieser Lift zum Bug des Schiffes?“ (no comment)
„In welchem Stockwerk befindet sich das Deck 7?“ (no comment)
„Schläft das Personal auch an Bord?“ (nein, nach der Schicht gehen wir zurück in unsere Kanus neben dem Schiff...)
„Was passiert mit den Eisskulpturen vom Buffet wenn sie geschmolzen sind?“ (No comment)
Wir haben uns auf jeden Fall sehr amüsiert bei all diesen Fragen. Wenn ich die Passagiere so anschaue die hier an Bord sind, kann ich mir jedoch durchaus vorstellen, dass solche Fragen auch wirklich gestellt werden.
Ebenfalls am letzten Tag erhält man zig Formulare über die Zufriedenheit an Bord zum Ausfüllen und irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Personal gleich doppelt so nett ist als sonst. Es wird sicher schwer sich nachher wieder umzugewöhnen dass niemand einem das Bett macht oder das Essen serviert. Man könnte sich daran gewöhnen...smile. Den letzten Tag hier auf dem Schiff habe ich sehr geruhsam verbracht mit Lesen, Essen und Schlafen. So wie es sich eben gehört während den Ferien! Die Seealgenpackung mit der anschliessenden Massage war übrigens sehr schön, schwebe jetzt noch ein bisschen...smile. Der richtige Einstieg für die lange Partynacht die es heute anscheinend geben soll. Latin Night ist angesagt und ich bin ja mal gespannt was da alles so abgeht. Zum Glück muss ich das Schiff morgen erst gegen 10Uhr verlassen, so kann ich ein bisschen länger schlafen als die meisten anderen Passagiere die noch eine Tour in Valparaiso und Santiago gebucht haben. Ich habe mich schon mal im Internet schlau gemacht, wie ich am Besten von Valparaiso nach Santiago de Chile komme. Es gibt da halbstündlich Busverbindungen ab dem zentral gelegenen Busterminal in Valparaiso. Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden und kostet rund 10 Dollar. Man hätte auch einen Transfer vom Schiff aus buchen können für 55 Dollar doch dieser geht lediglich zum Flughafen, was für mich ja nicht so günstig wäre da ich meinen Rückflug erst am 17. März habe.
Ok, meine Lieben, ich gehe jetzt mal lecker Essen und danach noch das Tanzbein schwingen. Hasta luego und bis morgen.
Freitag, 14. März 2008
Freitag, 14. März 2008 – Puerto Montt und Osorno Canopy Adventure
Puerto Montt ist bereits der letzte Hafen auf unserer Kreuzfahrt. Unglaublich wie schnell diese 2 Wochen verflogen sind. Noch zwei Nächte und dann heisst es definitiv von Bord gehen in Valparaiso. Doch vorher gibts ja noch einiges zu berichten vom heutigen Tag. Gegen 7Uhr morgens erreichten wir den Hafen von Puerto Montt. Dieses Mal wurde ich nicht durch die Tender wach sondern durch einen Brandgeruch in meiner Kabine. Ich dachte schon dass jeden Moment der Alarm losgehen wird, doch erstmal geschah nichts. Der Geruch kam eindeutig aus meiner Klimaanlage und so öffnete ich erstmal die Kabinentüre um im Gang nachzuschauen, ob da was zu sehen ist. Im Gang liess sich der Geruch jedoch nicht feststellen. Zurück in der Kabine überlegte ich ob ich nun die Rezeption anrufen sollte oder nicht. Ich entschloss mich dann mal noch ganz nach draussen zu gehen und dabei stellte ich fest, dass der Brandgeruch über dem ganzen Hafen lag. Später erfuhr ich dann, dass es in der Gegend im Moment viele Buschbrände gibt die sich fast nicht löschen lassen. So war ich natürlich erleichtert, dass nicht das Schiff in Flammen stand.
Für heute hatte ich ja eine Tour gebucht, die mit 189 Dollar zwar ziemlich teuer war doch sie versprach auch einiges gemäss der Ausschreibung – ein Canopy Abenteuer stand auf dem Programm. Canopy gibt es bei uns in der Schweiz mittlerweile auch, man hängt sich dabei an einem Drahtseil ein und saust zwischen den Bäumen hin und her. Da ich das schon einige Male in Spanien gesehen hatte wollte ich es nun auch mal selber ausprobieren. Zuerst war jedoch mal Warten angesagt, da wir wegen dichtem Nebel sowie dem Rauch der Buschbrände nicht zum Hafen übersetzen konnten. Danach stand dann unser Tourbus eben wegen diesem Rauch und dem Nebel ein weiteres Mal auf der Strasse für fast eine halbe Stunde fest, da die Polizei die Autobahn kurzfristig schliessen musste. Irgendwann kamen wir dann doch noch aus Puerto Montt raus und fuhren dem Llanquihue Lake entlang Richtung Norden zum Osorno Vulkan. Schon von Weitem erkennt man die markante Spitze des Vulkans der in seiner Form dem Fujiama in Japan sehr ähnlich sieht. Der Gipfel ist rundrum mit Gletschereis bedeckt und sieht aus wie ein Zuckerhut. Leider konnten wir unterwegs keinen Fotohalt einlegen da wir eh schon zu spät dran waren. Nach ca. 1.5 Stunden Fahrt erreichten wir die Canopy Lodge in Las Cascadas. Nach einer kurzen Einweisung durch die Führer wurden wir mit Geländewagen zum Start des 2km langen Abenteuers gefahren. Die Fahrt zum Start war sehr abenteuerlich – die Strasse war so ausgefahren dass man auf dem Pick-Up hin- und her geschüttelt wurde. Einer der Führer hatte noch seinen Hund mit dabei der die ganze Zeit dem Auto hinterher rannte. Das Canopy bestand aus insgesamt 11 Traversen bis hinunter zur Lodge. Es brauchte schon ein bisschen Mut sich für die erste Passage ins Seil zu hängen und zum nächsten Baum loszudüsen. Doch nach den ersten zwei Passagen hatte man den Trick raus wie man heil rüberkommt, richtig bremst sowie verhindert dass man sich in der Luft dreht. Unter den Teilnehmern gab es bereits viele Leute im Rentenalter und ich war erstaunt, wie fit die waren. Eine 80-jährige Amerikanerin flitzte mit hohem Tempo durch die Bäume und schrie dabei vor lauter Freude – toll! Nach der dritten Passage ging es dann für 300m über eine Schlucht – bei der rasanten Traverse hatte man einen sensationellen Blick zum See und man fühlte sich wie ein Vogel der über der Schlucht schwebt. Einer der Führer nahm jeweils seinen Hund mit aufs Seil dem dies sichtlich gefiel. Vermutlich hatte er diesen schon seit kleinauf daran gewöhnt. Ingesamt gab es zwei grosse Traversen über die Schlucht – der Boden unter dir fast 200m entfernt!
Nach knapp einer Stunde „fliegen“ erreichten wir alle sicher den Boden in der Nähe der Lodge. Also wer mal in diese Gegend kommt sollte sich dieses Abenteuer nicht entgehen lassen, mehr Infos gibts unter www.canopychile.cl. Nach dem grossen Kick gabs noch ein Mittagessen in der Lodge bevor wir dann bereits wieder den Bus bestiegen und via Puerta Varas zurück zum Schiff fuhren. Leider war die Zeit ziemlich knapp so dass wir uns ziemlich sputen mussten mit dem Essen. Das ist eben das mühsame, wenn man an einen engen Zeitplan gebunden ist. Immerhin legten wir auf der Rückfahrt noch einen kurzen Stopp ein um den Osorno Vulkan zu fotografieren.
Die Gegend um Puerto Montt ist sehr schön und ist geprägt durch die vielen Seen, Wälder sowie Bauernhöfe mit Kuhweiden. Die Deutschen waren die ersten Siedler in dieser Gegend und prägten den Baustil in dieser Region massgeblich. Auch bestellt man hier nicht wie sonst üblich eine Torta wenn man was süsses möchte sonder ganz einfach Kuchen. Ebenfalls gibt es Schokolade, die Sahne-Nuss heisst. Die Häuser sind häufig aus Schindeln gebaut, die in ihrer Bauweise schon ein bisschen an die Häuser im Toggenburg und Appenzellerland erinnern. Nebst den grünen Weiden sind natürlich auch die beiden Vulkane Osorno und Calbuco einer der wichtigsten Attraktionen in der 10. Region Chiles. Beide Vulkane sind „schlafend“ das heisst dass sie noch nicht erloschen sind. Der Osorno brach zum letzten Mal 1876 aus, der Calbuco Vulkan noch im Jahre 1961. Durch den Ausbruch 1961 hat der Calbuco seine typische „Kappe“ verloren, da es beim Ausbruch zu einer Explosion kam und der Gipfel weggesprengt wurde. Also wer die Natur liebt sollte diese Gegend unbedingt mal besuchen. Die Argentinier sprechen ja nicht gerade positiv über Chile und die Einwohner hier. Doch bis jetzt muss ich sagen, dass es landschaftlich hier schöner ist als in Argentinien. Durch den vielen Niederschlag ist es viel grüner, auch sind die Häuser nicht so verfallen wie in Argentinien. Klar, die Preise sind um einiges höher als in Argentinien und irgendwie spürt man immer noch die jahrelange Dikatur Pinochets, der das Land mit harter Hand regiert hatte.
Zurück auf dem Schiff sah ich in der Schiffszeitung dass Morgen diverse Massagen und Behandlungen im Spa zum halben Preis offeriert werden. So habe ich mich gleich für einen Seealgen Bodywrap eingeschrieben. Das Ganze dauert 75 Minuten und soll ja sehr entspannend sein. Ich werde morgen darüber berichten. Erstmal muss ich mich jetzt fürs Abendessen rausputzen das bereits schon wieder ansteht.
Donnerstag, 13. März 2008 – Puerto Chacabuco
Bereits um 6Uhr morgens haben wir unser nächstes Ziel erreicht – den Hafen von Puerto Chacabuco im XI. Bezirk Chiles. In dieser Gegend leben gerade mal 0.5% der Gesamtbevölkerung des Landes. Der Hafen liegt am Ende des ca. 70Km langen Aisen Fjordes, umgeben von dicht bewaldeten Bergen. Da die Tenderboote unter anderem nahe an meiner Kabine auf Deck 7 angebracht sind, war ich dann auch mit einem Schlag wach als diese ratternd zu Wasser gelassen wurden. Draussen konnte man um diese Zeit natürlich noch nicht allzuviel erkennen, da die Sonne erst kurz vor 8Uhr aufgeht. Wie schon auf den Falklandinseln musste man sich auf Deck 10 eine Platzkarte für die Fahrt zum Hafen besorgen. Dieses Mal ging es viel schneller da die Distanz nur kurz war. Nach knapp 5 Minuten Fahrt erreichten wir den Pier von Puerto Chacabuco. Viel zu sehen gibt es hier ja nicht, da es sich um einen typischen Fischerei- und Umschlagshafen handelt. Heute gibt es hier auch viele Lachszuchten. Eigentlich war der Hafen früher 15km weiter landeinwärts im grösseren Ort Puerto Aisén. Durch das Geschiebe des Aisén Flusses versandete jedoch der Hafen zusehends und musste nach Puerto Chacabuco verlegt werden.
Einmal an Land musste ich nun irgendwie nach Puerto Aisén kommen. Es gab zwar Taxis direkt am Hafen doch die waren ziemlich teuer und wollten für die Fahrt in den 15km entfernten Ort 15 Dollar haben. Etwas ausserhalb des Hafens fragte ich dann einen Einheimischen und er sagte mir, dass es reguläre Busverbindungen nach Puerto Aisén gibt von hier aus für 500 Pesos (ca. 1 Dollar). Die gleiche Idee hatten natürlich auch viele andere Passagiere des Schiffes. Mein Vorteil war, dass ich den Bus schon weiter oben bestieg bevor er zum Hafen runterfuhr. So hatte ich einen Platz auf sicher und kam bequem nach Puerto Aisén. Im Ort selber gab es nicht allzuviel zu sehen. Ein kleines Nest mit knapp 2000 Einwohnern bestehend aus putzigen Bretterhäuschen. An der Hauptstrasse gab es diverse kleine Geschäfte die alles mögliche verkauften. Durch die Anwesenheit der vielen Schiffspassagiere war doch noch einiges los auf der Strasse. Ich fand dann sogar ein Internetcafé wo ich die Fotos von den letzten Tagen raufladen konnte. Es ist ja immer wieder erstaunlich dass man selbst im entlegensten Winkel noch einen Internetanschluss hat. Und die Verbindung war besser als in Punta Arenas, das ja um einiges grösser ist.
Eigentlich ist die Gegend dafür bekannt dass es viel regnet und ziemlich windig ist. Doch wir hatten wohl Glück und die Sonne lachte vom stahlblauen Himmel bei einer leichten Brise. Zurück an Bord des Schiffes zog es mich dann auch gleich aufs Sonnendeck, denn es war mittlerweile so warm dass man in Badehose auf die Liegen konnte. Was für ein herrliches Gefühl nach fast einer Woche Kälte wieder in die Badeshorts zu schlüpfen. Diese Idee hatte natürlich auch der Rest des Schiffes so dass das Gedränge auf den Sonnendecks gross war. Bierbauch reihte sich an Bierbauch – unglaublich wieviele fettleibige Menschen es hier auf dem Schiff gibt. Der letzte Modeschrei war bei den meisten Herren nackter Oberkörper, Hängebauch, Badeshorts sowie Socken und Sandalen. Ich finde ja Männer die Socken in den Sandalen tragen ein absolutes No-Go. Auf dem Sonnendeck traff ich dann auch wieder ein paar Herren aus Deutschland die auf ihren Landkarten die Route des Schiffes eintrugen. Dabei stritten sie sich, wer nun die richtige Strecke markiert hatte. Der eine sagte, er habe sie ab der Hauptkarte im 12. Deck des Schiffes kopiert, der andere meinte, er habe sie mit den Angaben des Kapitäns persönlich verglichen. Ein Theater sag ich euch, sicher waren die beiden ehemalige Lehrer...smile.
Gegen 14Uhr verliess das Schiff den Hafen und fuhr den Aisén Fjord zurück zum Darwin Kanal der den Fjord mit dem Pazifik verbindet. Dabei hat man einen wundervollen Blick auf die Gletscher und die bewaldeten Berge rundrum. In der Ferne sah man auch einen Vulkan der ganz mit Eis und Schnee bedeckt war. Hier in der Gegend gibt es ja einige Vulkane, den grössten werde ich jedoch morgen sehen – den Osorno der in seiner Form dem Fujiama in Japan ähnlich sieht. Ebenfalls folgten dem Boot etwa ein Dutzend Delphine die mit wilden Sprüngen auf sich aufmerksam machten. Nach 3 Stunden an der Sonne musste ich mich dann doch ein bisschen an den Schatten legen da ich sonst noch einen Sonnenstich einfange. Am Schatten war es jedoch gleich wieder empfindlich kühl. Während ich nun den Blog für euch schreibe sitze ich in meiner Kabine und gucke raus auf den Fjord und die untergehende Sonne.
Mittwoch, 12. März 2008
Mittwoch, 12. März 2008 – Virenalarm an Bord
Anscheinend bin ich nicht der Einzige hier an Bord der Probleme mit der Verdauung hat. Ein Virus greift um sich, das übliche Problem auf Kreuzfahrtschiffen. Die Vorsichtsmassnahmen wurden seit gestern verschärft, so dass man sich nicht mehr selber an den Buffets bedienen darf. Dies bedingt einen zusätzlichen Einsatz des Personals denn alles muss nun auf den Teller des Gastes gelegt werden. Ob das Ganze viel bringt stelle ich allerdings in Frage. Rundherum husten und schnupfen die alten Leute was das Zeug hält. Da werden ja auch tausende Bazillen freigesetzt – wenn das mal Gut geht. Heute gäbe es übrigens wieder Sushi „All you can eat“ für 15 Dollar, doch das muss ich dann wohl auslassen wegen meiner Darmprobleme von gestern – schade eigentlich, da ich Sushi soooooo gerne hab und die schmecken hier echt lecker.
Übrigens hat sich aufgrund der kleinen Biene in meinem Salat von neulich (siehe Eintrag vom 10.3.) nichts getan - wie ich es vermutet habe. Auf grosse Worte folgen eben nicht immer Taten. Die übliche amerikanische Oberflächlichkeit halt. Ich frage mich ja nur, warum ich dann meine Zimmernummer angeben musste... Ich habe hier auf dem Schiff ja auch schon ein paar Amis kennengelernt die in meinem Alter sind, doch durchs Band sind sie alle ein bisschen komisch – einmal grüssen sie einen, das andere Mal wieder nicht. Vielleicht bin ich ihnen als Europäer auch zu exotisch, wer weiss. Heute Morgen stand ich bereits um 9Uhr auf der Matte in der Pray Position – sprich ich habe Yoga gemacht. Zusammen mit meinen älteren Ladys, die mich ja bereits in ihr Herz geschlossen haben... :-)) Heute war das Yoga besonders schön zusammen mit der meditativen Musik und dem wunderschönen Ausblick auf die Berge rundherum. Irgendwie schon fast ein bisschen mystisch würde ich jetzt mal sagen.
Am Nachmittag kam endlich mal wieder die Sonne für länger als 5 Minuten zum Vorschein und der Wind hatte auch nachgelassen. Kein Wunder drängten sich die Leute sogleich auf den Sonnendecks. Nach wie vor ist jedoch eine warme Jacke nicht verkehrt. Je weiter wir nach Norden kommen desto wärmer soll es aber werden. Nun fahren wir entlang der chilenischen Küste auf dem pazifischen Ozean. Zum Glück ist der Wellengang noch erträglich oder ich habe mich mittlerweile einfach daran gewöhnt dass das Schiff rauf und runter – links und rechts schwankt. Wenn ich so aufs Meer rausgucke ist alles so friedlich und schön. Man sieht sogar ab und zu mal kleine Wale vorbeischwimmen, leicht daran zu erkennen wenn eine kleine Fontäne aus dem Wasser spritzt. Die wirklich grossen Wale habe ich leider nicht gesehen, die sind vermutlich noch weiter im Süden und beginnen ihre Reise nach Norden erst später. Die Abendsonne sowie der anschliessende Sonnenuntergang waren heute sehr schön und sooo romantisch (natürlich nur wenn man ihn zu zwei anschauen kann...smile). Es gibt doch nichts Schöneres als einen Sonnenuntergang anzuschauen, oder?
Zum Abendessen habe ich mich heute wieder ins normale Restaurant getraut nachdem ich gestern klammheimlich das Buffet bevorzugt habe für eine leichte Suppe wegen meines ihr-wisst-schon-Leidens. Beim Betreten der Restaurants gibts jeweils eine kleine Desinfektionsstation – man hält da einfach die Hand drunter und eine kleine Menge Flüssigkeit spritzt automatisch in die Handfläche. Die Flüssigkeit muss man dann nur noch verreiben und fertig ist der Virenschutz. Die ganze Massnahme scheint mir zumindest ein bisschen unnütz zu sein wenn man danach sieht, wie die Bedienung im Service mit der Hygiene umgeht. Beim Servieren der Teller hat der Kellner meist noch seinen Daumen halb im Essen drin. Und während man beim Frühstück das Brot nicht selber nehmen darf, wird einem am Abend im Restaurant ein kleiner Brotkorb auf den Tisch gestellt, wo man sich dann wieder selber bedienen kann. Und ich wette darauf, dass hinter den Kulissen für den nächsten Gast der Brotkorb einfach wieder ergänzt wird. Richtigerweise müsste man ja den Rest des Brotes wegschmeissen – der Hygiene wegen. Na ja, diese Virenerkrankungen an Bord haben ja auch ihr Gutes – es ist nun nicht mehr so voll in den Restaurants...
Morgen werden wir den Hafen von Puerto Chacabuco erreichen. Dies wird nach den Falklandinseln die zweite Destination sein, wo wir vor Anker gehen und mit den Tenderbooten in den Hafen fahren. Ab 7Uhr startet der Run auf die Platzkarten für die Boote!
Dienstag, 11. März 2008
Dienstag, 11. März 2008 – Chilenische Fjorde und Amalia Gletscher
Die gestrige Mojito Party habe ich doch glatt verschlafen. Nach dem Essen war ich einfach zu Müde um nochmals auszugehen. Heute fühle ich mich echt schlapp und vermutlich habe ich mir gestern was mit dem Essen eingefangen. Auf jeden Fall muss ich fast halbstündlich auf die Toilette rennen. Zum Glück habe ich Immodium dabei. Nach der Yoga Lektion heute morgen habe ich mich dann auch gleich wieder in meine Kabine verkrochen um noch zu schlafen. Mittlerweile ist es nun halb vier Uhr Nachmittags und ich fühle mich immer noch elend. Da passt das Wetter gut dazu dass draussen ist. Bewölkt, 12 Grad, zeitweise Nieselregen. Dabei wäre die Gegend die wir im Moment durchfahren wunderschön wenn nur die Sonne scheinen würde.
In der Nacht haben wir die Magellanstrasse durchquert und sind nun in den chilenischen Fjorden unterwegs. Ein richtiges Labyrinth von Inseln und Seitenarmen – ohne Seekarte würde man sich hier wohl glatt verfahren. Das schöne an diesen Fjorden ist ja dass es keine hohen Wellen gibt wie auf dem offenen Meer draussen. Eigentlich kommt es mir so vor als würden wir auf dem Vierwaldstättersee fahren, nur mit dem Unterschied dass an den Ufern ausser Bäumen gar nichts ist. Ab und zu sieht man mal ein Signalposten für die Schiffe. Ich frage mich, ob auf diesen Inseln überhaupt schon jemals ein Mensch war. Ich würde ja nur zu Gerne mal an Land gehen um eine solche Insel zu erkunden.
Der Fjord ist hier bis zu 670 Meter tief und wurde von den Gletschern gebildet. Wir sind nun auf dem Wege zum Amalia Gletscher. Der Amalia Gletscher ist einer der 48 Gletscher die zusammen das südliche Eisfeld bilden. Das südliche Eisfeld ist das drittgrösste Trinkwasserreservat der Welt. Einen Gletscher dieses Eisfeldes habe ich ja bereits auf dem Landweg besucht – den Perito Moreno Gletscher in Argentinien. Der Amalia Gletscher selber hat eine Breite von ca. 1Km und eine Höhe von 40 Meter. Schon die Einfahrt in Richtung Gletscher war spektakulär. Zuerst tauchen ein paar, dann immer mehr Eisschollen im Wasser auf. Je näher man an den Gletscher kommt desto milchiger wird das Wasser da sich das Süsswasser vom Gletscher mit dem Salzwasser mischt. Den Gletscher selber kann man vorerst gar nicht sehen da er in einer Bucht versteckt ist. Als wir dann so quasi um die Ecke kamen war dies ein atemberaubender Moment. Die Leute drängten sich auf allen Decks um eine optimale Sicht zu haben. Und siehe da – die Hobby-Kapitäne waren jetzt auch noch Gletscher-Spezialisten geworden... Vehement verteidigten sie die erste Reihe und liessen nur ungern Leute durch die mal ein Foto machen wollten. In der Bucht war noch ein weiteres kleineres Schiff, von dem aus die Leute an Land gingen mit Zodiacbooten. Vermutlich eines dieser Expeditionsschiffen die hier rumkurven. Der Kapitän sagte, dass man sich normalerweise nur bis auf 1 Meile dem Gletscher nähern kann doch wir kamen heute bis auf 300m heran. Eine absolute Ausnahme. Demzufolge gross war auch der Auflauf des Personals auf dem Oberdeck um diesen Moment bildlich festzuhalten. Nach einer 180° Drehung in der Bucht sind wir nun wieder auf dem Weg zurück in den Hauptfjord. Die Sonne zeigte sich auch noch ab und zu was der ganzen Szenerie einen besonderen Anstrich gab. Auf der glatten Wasseroberfläche spiegelten sich die Wolken und die Berge – superschön sag ich euch.
Gegen Mitternacht werden wir wieder offenes Meer erreichen und dort bis 5Uhr morgens bleiben bevor wir dann erneut in die Fjorde reinfahren zum Gletscher-Gucken. Somit gibts eine weitere unruhige Nacht mit hohem Wellengang da die Winde dort draussen erfahrungsgemäss ziemlich heftig sind. Egal, schlecht ist mir ja eh schon!
Montag, 10. März 2008
Montag, 10. März 2008 – Punta Arenas
Gestern Abend habe ich mich mal wieder einem sogenannten Gemeinschaftstisch (Shared Table) angeschlossen. Man kann ja da nach verschiedenen Sprachen wählen. Meist ist es Englisch, manchmal auch Deutsch oder Spanisch. Gestern war mal wieder Deutschland an der Reihe. Am Tisch waren ein Ehepaar aus Bremerförde sowie eine ältere alleinreisende Dame aus Düsseldorf. Die Leute waren sehr nett auch wenn mich das Ganze zwischendurch immer mal wieder an einen Loriot-Sketch erinnerte, da die Unterhaltung zweitweise etwas gar steif war. „Ach Sie kommen aus der Schweiz? Wie schön! Wird in Basel eigentlich Französisch gesprochen? Nein? Ach, ich dachte es mir fast...“ So ging das dann den ganzen Abend weiter. Gegen 21Uhr habe ich mich dann höflich verabschiedet um mir die allabendliche Show anzugucken. Die war jedoch an Peinlichkeiten und Pannen fast nicht zu überbieten. Es sollte eine Country Show sein doch irgendwie passten die Tänzer nicht so recht in diese Cowboykluft da sie alle viel zu knabenhaft waren um als hartgesottene Cowboys durchzugehen. Dazu kam noch dass man sich bei der einen Solosängerin ernsthaft fragen muss wie sie es schaffte, diesen Job zu bekommen, denn singen ist wirklich nicht ihre Stärke. Das schlimme daran ist, dass die Gute überhaupt nicht singen kann! Die hohen Töne trifft sie praktisch kaum und auch sonst ist die Stimme eher flach. Und als verruchtes Countrygirl ging sie nun vollends unter. Als sie dann noch Stand by your man zu singen begann musste ich fluchtartig den Saal verlassen. „Leider nein“ sag ich da nur. Es gibt da noch eine zweite Sängerin die um Klassen besser ist. Vermutlich ist erstere die Tochter des Veranstaltungschefs...smile.
Nun aber zurück zu der eigentlichen Reise. Nachdem die Fahrt durch den Beagle Kanal einigermassen ruhig war, begann es dann in der Nacht kräftig zu schütteln. Wir hatten die schützenden Fjorde verlassen und für eine kurze Strecke wieder den offenen Ozean erreicht. Die Gischt der Wellen schlug teilweise so hoch, dass das Deck 7, wo ich bin, richtiggehend geflutet wurde. Heute Morgen waren dann die Teppiche in den Korridoren bei den Aussentüren mit Wasser durchtränkt. Da musste der grosse Fön ran! Gegen 8Uhr trafen wir dann in Punta Arenas (Chile) ein wo wir den ganzen Tag Zeit hatten um den Ort zu erkunden. Der Ort ist sehr schmuck mit seinen vielen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert. Es war jedoch nicht mehr allzuviel los im Ort, man merkt dass die Saison bereits langsam zu Ende geht. Ich habe dann erstmal einen Rundgang durch die Stadt gemacht und den grossen Friedhof etwas ausserhalb besichtigt. Es gibt da viele deutsche und sogar schweizer Namen auf den Grabsteinen. Chile war ja das Zufluchtsland Nummer Eins für ehemalige Nazi Grössen. Das grösste Grab hatte jedoch ein Wollhändler der sich eine richtige Basilika bauen liess – Geld und Einfluss machen es möglich.
Um auch ein paar Einkäufe tätigen zu können, musste ich noch ein paar Pesos am Bancomaten beziehen. Während ich in Argentinien mit dem Umrechnen keine Probleme hatte, muss ich mich hier in Chile jetzt wieder umgewöhnen. 1 US Dollar sind im Moment ca. 440 chilenische Pesos. Je weiter man vom Hafen weg geht desto besser wird der Wechselkurs. Dies gilt auch für die Tarife des Internets. Leider sind die Internetverbindungen zum Einschlafen langsam so dass ich über 2 Stunden am Computer verbrachte, bis ich die Fotos raufgeladen hatte. Sortieren ging schon gar nicht mehr da sich mittlerweile einfach zu viele Fotos angesammelt haben. Muss wohl mal eine Löschaktion durchgeben :-) Während es am Morgen noch mehrheitlich bewölkt und saukalt war, klarte das Wetter später auf und die Sonne kam zum Vorschein. Der Wind hielt die Temperaturen aber weiterhin tief so dass es ohne Faserpelz und Windjacke ziemlich ungemütlich gewesen wäre. Um 18.30Uhr hiess es dann „alle Mann an Deck“ und bereit machen für die Weiterfahrt. Die Hobby-Kapitäne unter den Gästen hatten sich schon 20 Minuten vor Abfahrt auf dem Oberdeck in Position gebracht um das Ablegemanöver kritisch zu begutachten. Ausgerüstet mit Fernglas und Fotokamera standen sie in Reih und Glied mit den Händen auf dem Rücken an der Reling und fachsimpelten über das Manöver. Natürlich hatte jeder von ihnen passende Tipps bereit wie man das am besten macht.
Morena, meine Raumstewardess (offizielle Bezeichnung hier), hat mir heute einen lustigen Pinguin mit den Handtüchern gebastelt. Jeden zweiten Abend gibts ein anderes Tier auf dem Bett. Unglaublich was man mit Handtüchern so alles anstellen kann. Der Raumservice ist wirklich sehr aufmerksam. Heute war mal wieder Solo-Essen angesagt. Zwischendurch geniesse ich es auch einmal, alleine am Tisch zu sitzen. Das Essen hier auf dem Schiff ist erstklassig, was man vom Service nicht immer behaupten kann. Doch heute war auch dieser herausragend. Beim Essen des Salates entdeckte ich jedoch unter einem Blatt eine kleine Biene. Ja, ihr habt richtig gehört – keine Fliege oder Schnecke – eine Biene lag da einbalsamiert unter dem Lattichblatt. Ich fand es ja nicht weiter schlimm doch der Chef de Service entschuldigte sich sicher hundertmal für den Faux Pas und sogar der Executive Chef aus der Küche entschuldigte sich bei mir. Ein richtiges Defilé begann an meinem Tisch – fast ein bisschen peinlich. Der eine Chef wollte dann noch meine Zimmernummer wissen. Ich fragte dann scherzhaft, ob er mir jetzt ein Glas Honig ins Zimmer stellt :-)) Mal gucken, ob da nun wirklich noch was kommt oder ob es nur oberflächliches Getue war. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.
Heute Abend tritt nochmals die Tanzgruppe auf, das werde ich mir jedoch ersparen denn heute ist „Tribute to the Beatles“ angesagt. Später gibts dann noch eine Mojito Night in der Disco, das klingt doch schon besser, denn unter den vielen Cocktails, die man hier haben kann, gibts nämlich weder Caipirinha noch Mojitos.
Sonntag, 9. März 2008
Sonntag, 9. März 2008 – Ushuaia und Beagle Kanal
Später besuchte ich noch das Schifffahrtsmuseum von Ushuaia. Das Museum ist im ehemaligen Gefängnis von Ushuaia untergebracht. Hier wurden bis 1947 Schwerverbrecher eingekerkert. In den Originalzellen befindet sich nun das Museum das über die ersten Forscher bis hin zu den heutigen Antarktis Expeditionen sehr umfassend berichtet. Auf dem Rückweg zum Schiff musste ich natürlich auch noch durch die zahlreichen Souvenir-Läden schlendern. Ein Supermarkt, wo ich hätte Wasser kaufen können, wäre mir jedoch lieber gewesen. Doch leider fand ich keinen so auf die Schnelle.
Um 13Uhr ging die Fahrt dann weiter durch den Beagle Kanal. Der Beagle Kanal ist eigentlich ein Fjord, benannt nach dem Schiff HMS Beagle auf dem der Forscher Charles Darwin die Gegend im 18. Jahrhundert erkundet hat. Das Wetter ist wechselhaft und die Berggipfel verstecken sich in den Wolken. Nach ca. 2-stündiger Fahrt bogen wir in einen Seitenarm des Beagle Kanals ein um die internationalen Gletscher zu bestaunen. Die verschiedenen Gletscher sind nach diversen Ländern benannt. Es gibt da zum Beispiel den Gletscher von Holland, Frankreich, Italien, Deutschland und so weiter. Einen Schweizer Gletscher gibts jedoch nicht, dafür wurde einer nach einem Schiff benannt, dass den Kanal ebenfalls im 18. Jahrhundert erforscht hatte – der Romance Gletscher. Vor allem der Frankreich und Italien Gletscher waren sehr beeindruckend da diese beide Gletscher direkt bis zum Meer reichen. Das Meer ist hier ziemlich ruhig doch weht ein kräftiger Wind.
Nach mehreren Stunden Gletscher-Gucken auf dem Oberdeck habe ich mich nun in meine Kabine verkrochen um mich etwas aufzuwärmen. Draussen herrscht richtig kaltes Winterwetter und das mitten im Sommer!! Von jetzt an geht die Reise ja wieder Richtung Norden – vielleicht wird's dann nochmals etwas wärmer. Morgen werden wir dann den Hafen von Punta Arenas erreichen wo wir den ganzen Tag am Pier sind. So hat man wenigstens genügend Zeit, die Gegend zu erkunden. Je nach Wetter wollte ich im nahegelegenen Nationalpark ein bisschen Wandern gehen. Nach Punta Arenas werden wir dann 3 Tage auf See sein und durch die chilenischen Fjorde schippern.
Samstag, 8. März 2008
Samstag, 8.3.2008 – Auf See zwischen Falklandinseln und Kap Horn
Gestern Abend gabs hier an Bord eine Show mit Daniel Bouchet – eine Billigversion von Julio Iglesias – so ein richtig klassischer Schmachtlatino mit Fönfrisur. Singen konnte er ja ganz gut, das war aber dann auch schon alles. Natürlich fanden die älteren Ladys den auch schon etwas älteren Argentinier sehr reizend und applaudierten auch entsprechend lautstark. Während die Herrschaften aus Argentinien und Brasilien junggeblieben und recht amüsant sind (das sind auch die Einzigen die Abends noch das Tanzbein schwingen), kann man den Rest aus den USA, Deutschland und der Schweiz vergessen. Vor allem die Deutschen bekriegen sich untereinander hier an Bord. Gestern gabs so ein „Schmankerl“ bei der Überfahrt mit den Tenderbooten von Port Stanley zurück aufs Schiff. Ein Ehepaar hinter mir war andauernd am gifteln über die anderen Leute und als dann ein weiteres Ehepaar vor uns durch die Schlange ging, musste der Herr hinter mir natürlich gleich eine Belehrung übers Anstehen vom Stapel lassen. Dabei wollten die beiden ja nur in den Souvenir Shop rein und nicht aufs Boot. Es gab dann einen Schlagabtausch wie in einem Loriot-Sketch. Der Herr Herr der in den Souvenir Shop wollte meinte zum Herrn hinter mir, er solle sich mal beruhigen er sei ja schliesslich in den Ferien. Darauf antwortete der Herr hinter mir „er solle mal nicht frech werden“. Die beiden Herren stritten dann weiter miteinander und selbst die Damen begannen dann sich anzukeifen... Die Europäer sind einfach zu verbissen, sag ich da nur.
Heute Morgen scheint die Welt wieder in Ordnung zu sein. Mein Tag begann mit meiner obligaten Yoga Stunde um 9Uhr. Zusammen mit gelifteten Damen aus den USA nehme ich allmorgendlich an den Yoga Lektionen teil. Auch heute ist die See ziemlich rauh und aus diesem Grunde ist es jedes Mal unheimlich schwierig die Balance zu halten bei den einzelnen Übungen. Nach dem Yoga musste ich erstmal in die Sauna um mich aufzuwärmen, da der Raum wo das Yoga stattfindet konstant unterkühlt ist. Das Wetter draussen ist so richtig zum drinnen sitzen und heisse Schokolade trinken. Nebel, Nieselregen und hohe Wellen.
Heute Abend werden wir gegen 19.30h das Kap Horn erreichen – den südlichsten Punkt unserer Kreuzfahrt. Es gibt dann eine Art Zeremonie und alle Passagiere werden „getauft“, da es etwas besonderes ist, wenn man um das Kap Horn segelt resp. fährt. Hier treffen sich ja drei Ozeane – der Atlantik, der Pazifik sowie der antarktische Ozean. Das Kap Horn wurde erstmals am 29. Januar 1615 von nicht Nicht-Indios erkundet. Dies während einer privaten Erkundungsfahrt der Holländischen Ost-Indien Company. William Schouten war der Kapitän dieser Einheit. Das Kap Horn wurde nach dem Heimatort der Expedition benannt. Da das Wetter dort sehr unberechenbar ist, ist die Passage rund ums Kap Horn nach wie vor eine der schwierigsten Abschnitte für die Schifffahrt. Gegen 7Uhr morgens erreichen wir dann Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt. Die Wettervorhersage scheint für den Moment eher schlecht zu sein – Regen bei max. 11 Grad. Zum Glück habe ich keine Ausflüge gebucht. Wir werden auch nur bis 13Uhr dort bleiben bevor das Schiff dann weiterfährt durch den Beagle Kanal nach Punta Arenas.
So, nun muss ich mal einen Blick in mein Freestyle Daily werfen – der Bordzeitung hier. Dort ist jeweils aufgelistet was es so Tolles gibt an Bord. Da gibts zum Beispiel ein Bridge Turnier, ein Basis Spanischkurs oder einen Tanzkurs. Spannend ist dann auch das Seminar „Fight the Fat Cell“ (bekämpfe die Fettzellen)... Vermutlich gehen da all die dicken Amis hin und Abends schlagen sie dann am Büffet wieder zu! Heute Abend gibts eine Cabaret Show auf der Hauptbühne – ich hoffe, dass diese Show besser ist als diejenige von gestern.
Mittlerweile ist es 21.30Uhr und wir haben das Kap Horn erfolgreich einmal umrundet. Das war eine wirklich einmalige und sehr eindrückliche Sache. Der Wind hatte zeitweise mehr als 30 Knoten und es wehte einem fast vom Oberdeck des Schiffes. Das Wetter änderte fast im Minutentakt von Sonne auf Regen dann auf Schnee zurück zur Sonne. Die Wassertemperatur hier ist gerade mal noch 6 Grad und die Luft war auch nicht viel wärmer mit 7 Grad. Durch den Windchillfaktor fühlten sich die 7 Grad jedoch an wie 0 Grad. Also Verhältnisse wie zu Hause in der Schweiz nur mit dem kleinen Unterschied das hier Sommer ist... Das Kap Horn ist ja der südlichste Punkt der Erde, danach kommt nur noch die Antarktis. Die eine Insel mit dem Leuchtturm drauf wird abwechselnd von verschiedenen chilenischen Familien für jeweils 3 Monate bewohnt. Abgeschiedener kann man ja fast nicht mehr leben. Neben dem Leuchtturm gibt es noch ein Denkmal in der Form eines Albatros. Der Albatros erinnert an die vielen Seefahrer die hier im Sturm umgekommen sind. Später gab es dann noch die traditionelle Taufe mit Meerwasser. Das war vielleicht ein Geschrei sag ich euch. Man stellte sich hin und bekam dann eine Kelle voll eiskaltem Wasser über den Kopf gegossen. Bei gewissen Leuten nahm der Kapitän auch schon mal einen ganzen Eimer voll Wasser, sehr zum Vergnügen der Zuschauer rundherum! Das Ganze war auf jeden Fall enorm lustig und ein Muss. Ich hoffe, dass ich morgen in Ushuaia die Fotos raufladen kann so dass ihr die Fotos angucken könnt.
Heute habe ich mir mal wieder vergegenwärtigt was für ein Glück ich eigentlich habe, eine solche Reise machen zu können. Morgen sind es bereits schon 2 Monate seit ich die Schweiz in Richtung Argentinien verlassen habe. Auf meiner Reise habe ich so viele schöne Sachen erlebt und gesehen und ich denke, dass in der kommenden Woche nochmals viele Highlights auf mich warten. Ich denke, vieles werde ich erst so richtig realisieren wenn ich zurück in der Schweiz bin und mir dann die Fotos nochmals in Ruhe anschauen kann. Heute habe ich mir auch mal einen Ausdruck machen lassen von meinen bisherigen Ausgaben hier an Bord....uppps ich glaube ich muss schon in Ushuaia von Bord gehen....smile
Freitag, 7. März 2008
Freitag, 7.3.2008 – Falklandinseln
Der gestrige Abend verlief ziemlich unspektakulär angesichts des Durchschnittsalters der Passagiere werden um 23Uhr die Schiffsplanken hochgeklappt...smile. Nun ganz so schlimm ist es nicht, aber es ist schon nicht viel los abends. Klar gibt es Shows und ein Casino – aber irgendwann hat man auch das gesehen. So lese ich einfach ein bisschen mehr in meiner Kabine da man auf dem Schiff fast keine ruhige Ecke findet wo nicht ständig Musik läuft. Während der Nacht herrschte dichter Nebel auf dem Meer, so ca. alle 5 Minuten hörte man das Nebelhorn des Schiffes, das irgendwie gespenstisch klingt. Heute morgen gegen 9Uhr kam wieder Land in Sicht und bereits um 10.30Uhr konnten die ersten Passagiere in den Tenderbooten an Land übersetzen. Es herrschte ein ziemlich kräftiger Wind so dass das Ganze zu einer ziemlichen Rüttelpartie wurde. Auf so einem Rettungsboot haben ca. 150 Leute Platz. Wir mussten dann vorgängig eine Nummer abholen, nach der wir aufgerufen wurden. Da ich am Morgen noch im Yoga war, musste ich mich zeitlich darauf einstellen erst gegen 12.30h an Land gehen zu können. Ein Steward sagte mir jedoch, dass ich einfach mal runtergehen soll – Einzelpassagiere kommen meist schneller rein. Und so war es dann auch – bereits 15Min. nach der Ticketausgabe war ich schon auf einem der Boote, toll nicht? Die Überfahrt an Land dauerte rund 20 Minuten. Port Stanley ist der Hauptort der Falklandinseln. 85% der insgesamt 2500 Einwohner wohnen in Port Stanley. Zu den normalen Einwohnern kommen dann fast nochmals soviele Armeeangehörige hinzu die hier seit dem Falklandkrieg 1982 stationiert sind. Die Leute hier leben vor allem von der Schafzucht, der Schafswolle sowie der Fischerei. Ein weiterer wichtiger Bereich ist der Tourismus – jährlich besuchen ca. 80'000 Schiffsreisende das Land, auf dem Land/Luftweg kommen ca. 1200 Gäste pro Jahr auf die Inseln. Wer noch mehr Infos über die Falklandinseln möchte kann mal auf www.visitorfalklands.com reingucken.
Die Preise hier in Stanley sind enorm hoch. Bezahlt wird in Falklandpfund das den gleichen Wert hat wie das britische Pfund. Im Ort gibt es nur eine Bank, Bancomaten gibt es nirgends, man kann aber in den meisten Restaurants und Geschäften mit Kreditkarten oder US Dollars und Euros bezahlen. Wir hatten ja heute das Glück, dass es den ganzen Tag über sonnig und einigermassen warm war. Ohne den Wind hätte man im T-Shirt rumlaufen können – aber da es hier immer stürmt, waren Windjacke und Faserpelz angesagt. Die Leute sind sehr nett hier, aber auch eigen. Kein Wunder, leben sie doch sozusagen am A.... der Welt :-) Trotzdem findet man in Stanley alles was man zum Leben so braucht. Es gibt einen grossen Supermarkt, zwei Kirchen, ein Spital und Schulen. Nach einem Rundgang durch den Ort, habe ich dann noch in einem Restaurant namens Falkland Brasserie ne Kleinigkeit gegessen. Es gab leckeren Lamm Eintop mit Kartoffelstock, genau das richtige bei diesem windigen Wetter. In einem kleinen Laden habe ich mir dann noch ein Stirnband aus echter Falklandwolle gekauft – so unterstütze ich zusätzlich die hiesige Landwirtschaft! Gegen 16Uhr mussten dann alle wieder an Bord der Norwegian Dream sein. Bei der Überfahrt war Geduld angesagt, es ging aber alles flott über die Bühne. Man merkte, dass die Crew das nicht zum ersten Mal macht.
Nun haben wir Stanley bereits wieder in Richtung Kap Horn und Ushuaia verlassen. Den morgigen Tag werden wir nochmals auf See verbringen und abends gegen 19Uhr das Kap Horn erreichen. Bereits jetzt hat uns der Kapitän darauf eingestimmt, dass es ziemlich unruhig werden könnte da unten. Gemäss letztem Wetterbulletin wurden heute 20 Knoten Windgeschwindigkeit gemessen. Mal schauen wie das dann morgen Abend ausschaut. Übrigens hat unser Schiff auch eine Livecam an Bord – unter diesem Link könnt ihr immer nachschauen, wo wir uns gerade befinden. Die nächsten Fotos kommen vermutlich erst in ein paar Tagen online da ich hier auf dem Schiff eine ziemlich schlechte und sauteure Verbindung habe.
Donnerstag, 6. März 2008
Donnerstag 6.3.2008 - auf hoher See
Puerto Madryn haben wir gestern pünktlich um 20Uhr verlassen. Es gab einen herrlichen Sonnenuntergang im Atlantik. Beim Abendessen kann man ja in den Restaurants jeweils wählen, ob man alleine sitzen möchte oder einen gemischten Tisch bevorzugt. In einigen Restaurants hier werden solche Tische dann nach Sprachen zusammengestellt. Man weiss dann jeweils nicht, wer noch alles dazustösst. So hatte ich mich denn für den englischsprachigen Tisch entschieden. Zuerst sass ich alleine dort, es gesellten sich dann aber noch zwei ältere Damen aus Virginia (USA) dazu. Betty und Virginia waren zwei Amerikanerinnen wie aus dem Bilderbuch – hoffnungslos überschminkt und voller Klunker. Die beiden waren sehr nett, behandelten mich aber schon fast wie einen ihrer Söhne am Tisch. Später gesellte sich noch eine Dame aus Deutschland dazu, die aber ursprünglich aus Südkorea kommt, Hae-Su ihr Name. Wir hatten zwar eine angeregte Diskussion über dies und das, jedoch war es nicht so das gelbe vom Ei. Mal gucken, ob ich das heute Abend wieder machen werde. Ich könnte ja mal den spanischen Tisch wählen, das ist sicher auch ganz lustig...smile.
Heute morgen um 9Uhr war dann die 2. Yoga Lektion angesagt. Die See ist zwar nicht mehr ganz so rauh doch trotzdem war es erneut schwierig, die Balance zu halten. Später war ich dann noch auf Deck mit Pullover und Decke da es doch ziemlich frisch war. Mittlerweile sind es noch 18 Grad Lufttemperatur und 17 Grad Wassertemperatur. Je weiter wir nach Süden fahren desto kälter wird es natürlich werden. Für Port Stanley auf den Falklandinseln erwartet der Captain für morgen einen windigen Tag mit max. 11 Grad. Ich habe ja genügend warme Sachen dabei – da kann nichts schief gehen. Da wir in Port Stanley vor Anker liegen werden, werden wir mit den Rettungsbooten ans Land übersetzen. Das wird sicher lustig bei dem hohen Wellengang den sie für morgen erwarten.
Zum Mittagessen gabs heute Sushi all you can eat für 15 US$ - da musste ich natürlich gleich zuschlagen. Sobald man etwas zusätzlich bezahlen muss, ist man meistens fast alleine. So kann man wenigstens in Ruhe essen :-) Zum Relaxen habe ich mich nun in meine Gemächer zurückgezogen, vielleicht gehe ich später noch Bridge spielen mit den alten Damen...kleiner Scherz am Rande. Es gibt auch eine Häkel- und Strickrunde an Bord (kein Scherz).
Mittwoch, 5. März 2008
Mittwoch 5.3.2008 - Puerto Madryn
Heute morgen gegen 10.30Uhr sind wir in Puerto Madryn angekommen. Am Pier gab's bereits ein riesiges Aufgebot von Reisecars die auf die Touristen warteten. Es ist jedes Mal ein Spektakel wenn das Schiff in einem Hafen anlegt. Zuerst braucht es ca. 30 Min. bis das Schiff vertaeut ist, danach kommen die Behoerden an Bord und dann nach ca. weiteren 30 Minuten wird das Schiff dann freigegeben und die Passagiere koennen an Land gehen. Auf den Falklandinseln werden wir ja nicht anlegen sondern vor Anker gehen. Wie der Kapitaen gestern mitgeteilt hat, dauert die Fahrt mit dem Boot vom Schiff ans Land ca. 25 Minuten bei gutem Wetter. Von einem amerikansichen Ehepaar habe ich gehoert, dass es neulich eine Reise gab, wo die Leute wegen stuermischer See nicht zurueck zum Schiff konnten und deshalb in der Kirche von Stanley auf dem Boden schlafen mussten... Ich hoffe jetzt mal, dass das uns nicht passieren wird... Aber bis zu den Falklandinseln sind es ja noch 2 Tage Fahrt.
Gestern Abend gab es eine tolle Show an Bord, danach war 80erJahre Disco angesagt. Also ich muss schon sagen, dass die lateinamerikanischen Passagiere maechtig Gas geben in der Disco, auch die etwas aelteren Semester. So tanzte ich mit einer 67 Jahre alten Damen aus Brasilien um die Wette...grins Nun sitze ich gerade in einem Internetshop und schreibe den Blog, lade die Fotos hoch und checke meine Mails. Das ist ja allemal billiger als der ueberteuerte Internetanschluss an Bord des Schiffes. Ich habe auf dem Schiff auch eine eigene Telefonnummer, weiss aber nicht, was es kostet, wenn man mich darauf anruft:
+1 732 335 3280
Sogar Handyempfang hat man auf dem Meer via Satellit. Doch da wird es wohl astronomisch teuer wenn ich vom Handy aus anrufen wuerde.
So, nun geniesse ich noch den Tag hier in Puerto Madryn, mittlerweile kommt auch die Sonne raus und es wird schoen warm werden. Die verschiedenen Touren zur Peninsula Valdes und zur Pinguin Kolonie in Punta Tombo habe ich ja bereits vorher gemacht, somit gibt's heute einen tourfreien Tag.
Dienstag, 4.3.3008 – Auf See
Auf meinem Montevideo Ausflug von gestern habe ich wieder einmal einer dieser Zufälle erlebt, die man nicht vorhersehen kann. Auf der Strasse traf ich Antonio Crucenzo mit seinem Mann Sven und ihrer Freundin Brigitte. Antonio und ich haben bei der Telekurs im gleichen Team zusammengearbeitet. Das Erstaunen war natürlich beidseits gross als wir uns plötzlich über den Weg liefen. Er wusste zwar dass ich in Südamerika unterwegs und hat auch immer meinen Blog gelesen, doch da Antonio keine Emailadresse von mir hatte, konnte er mich natürlich auch nicht kontaktieren. An dieser Stelle mal für alle meine Emailadresse falls es jemand gibt, der mir gerne mal ein paar nette Worte schreiben möchte:
kreis5@freesurf.ch
An dieser Stelle nochmals ein Hallo an Antonio, Sven und Brigitte! Ich liebe ja solche Begegnungen bei denen man im ersten Moment denkt “das kann doch gar nicht sein”. Wir plauderten dann eine Weile auf der Strasse bevor ich zurück zum Schiff ging. Um 16Uhr mussten wir alle wieder wieder an Bord sein, da unser Schiff um 16.30h ablegte. Kaum waren wir aus dem Hafen von Montevideo raus kam auch schon die erste Bewährungsprobe ob man seetüchtig ist oder nicht. Das Wetter war ja schon den ganzen Tag mehr oder weniger schlecht und auf dem offenen Meer kam dann richtig viel Wind auf mit hohen Wellen. Anfangs fand ich es ja noch lustig die Leute zu beobachten wie sie schwankend die Gänge entlang liefen, doch mit der Zeit hatte ich selber auch meine liebe Mühe und ich musste dann erstmals zu einer Tablette gegen Reiseübelkeit greifen. Nach einem kurzen Nachtessen in der Trattoria des Schiffes war ich dann gegen 22.30Uhr auch bereits wieder in meiner Kabine. Ich hatte einen flauen Magen und fühlte mich zum Wegschmeissen. Zum Glück kam noch ein guter Spielfilm im Fernsehen so dass ich ein bisschen abgelenkt war. Liegend im Bett ertrug ich die Wellen am Besten. Ich habe den auch gut geschlafen weil man ja wie ein Baby im Bett hin und her geschaukelt wird.
Heute Morgen habe ich mich denn auch schon an den Wellengang gewöhnt und ich die Übelkeit ist im Moment zumindest weg. Das Schiff selbst macht zwar ziemlich undefinierbare und komische Geräusche doch ich hoffe jetzt mal, dass das normal ist und kein Grund zur Panik ist. Nach dem Frühstück heute habe ich eine Yoga Lektion besucht. Gar nicht so einfach die Position zu halten wenn das Schiff hin und her schaukelt. Trotz allem tat es gut, sich mal ein bisschen zu dehnen und was für den Körper zu machen. Danach gings dann noch für 20 Minuten auf den Cross Walker – auch hier musste man sich ganz schön festhalten damit man nicht auf die Seite wegkippte! Für 14Uhr habe ich mich für eine Hot Stone Massage im Spa eingeschrieben – man gönnt sich ja sonst nichts... Dieses Vergnügen ist natürlich nicht gerade billig aber was soll's. Verkaufsförderung wird auch hier im Spa gross geschrieben, aus diesem Grund empfahl mir Liza vom Beauty Salon dann nach der Massage noch etwas für meine Augen zu machen, genauer gesagt gegen die dunklen Stellen unterhalb der Augen. Sie meinte vermutlich meine Tränensäcke im kosmetikjargon drückt man sich natürlich nicht so direkt aus. Tja, auch an mir geht das Alter nicht spurlos vorbei...seufz.
Ich wohne ja auf Deck 7 und auf diesem Deck ist auch der Jogging und Walking-Pfad der rund ums Schiff geht. Ab 8Uhr morgens rennen resp. wackeln die ersten Leute an meinem Fenster vorbei. Da die Scheiben getönt sind, kann man von aussen nur schlecht reingucken. Es wäre schön, wenn man die Fenster öffnen könnte um ein bisschen frische Luft reinzulassen. Doch leider geht das nicht. Ich könnte dann auch eine Art Kiosk betreiben und die vorbeilaufenden Leute verpflegen...smile. Ich muss übrigens noch eine Korrektur anbringen – es sind nur ca. 1650 Leute an Bord nicht wie ursprünglich gesagt 2000. Da habe ich mich wohl etwas verschätzt... Ca. 80% der Passagiere sind über 70 Jahre alt – tja, da bin ich mit meinen knapp 40 Lenzen ein richtiger Teenager. Ich wünschte mir schon ein bisschen mehr jüngere Leute doch kann man dies nun halt nicht ändern. Gestern beim Abendessen gabs einen Single Tisch doch ich hatte keine grosse Lust mit den älteren Herrschaften zu speisen.
Das Wetter heute ist grauslig und nass. Es regnet und stürmt und ihr werdet's erraten haben – das Schiff schwankt immer noch gewaltig hin und her. Meine Housekeeperin (Zimmermädchen) sagte mir gestern dass das noch gar nichts ist. Na dann mal Prost!!! Da freue ich mich doch schon auf die Passage ums Kap Horn, die ist ja besonders berüchtigt für ihren hohen Wellengang. Soeben klatschte ein älterer Herr an die Scheibe meiner Kabine, mann habe ich mich erschrocken! Tja es braucht wirklich viel Balance um sich auf Deck zu halten. Den restlichen Nachmittag verbringe ich nun noch ein bisschen mit Bücher lesen und auf dem Schiff rumlaufen. Freu mich schon auf den nächsten Landgang morgen in Puerto Madryn.
Montag, 3. März 2008
Montevideo
Unser erster Stopp ist nun Montevideo in Uruguay wo unser Schiff nun 9 Stunden im Hafen liegt. Leider regnet es auch heute immer wieder so dass es nicht gerade gemütlich ist draussen. Zudem herrscht eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit - gepaart mit der Wärme ist es schon fast unerträglich. Die erste Nacht in meiner Kabine verlief ruhig, nach einem üppigen Nachtessen wurde ich von den Wellen sanft in den Schlaf gewiegt. Ich hatte mich ja schon darauf eingestellt, dass ich alleine zu Abend essen werde, doch kaum sass ich an meinem Tisch kamen auch schon zwei nette Amerikaner an, Jay und David aus Laguna Beach (Kalifornien) und fragten mich, ob ich mich zu ihnen setzen möchte. Wirklich nett von den beiden. Das Essen war hervorragend und die Bedienung überaus freundlich. Das meiste Servicepersonal auf dem Schiff stammt aus den Philippinen. Nach dem Essen wankte ich dann zu meiner Kabine zurück (nicht wegen dem Alkohol sondern wegen dem Wellengang auf offener See!!
Heute morgen um 7Uhr legten wir dann am Pier in Montevideo an. Im Moment bin ich gerade in einem Café und profitiere vom WiFi-Anschluss hier (ist ja viel billiger und vor allem schneller als auf dem Schiff). Montevideo hat zwar schöne alte Gebäude doch das meiste ist schon ziemlich verfallen. Dazwischen haben sich hässliche Hochhäuser breit gemacht, alles im Stil der 70iger Jahre. Die Stadt besitzt aber auch ein paar schöne Ecken mit Parkanlagen und Stränden. Aufgrund der Wetterbedingungen kommt der Strand natürlich heute nicht in Frage. Überhaupt muss ich mich erst wieder an den Regen gewöhnen, bis jetzt hatte ich ja fast nur Sonnenschein.
Den nächsten Blog werde ich vermutlich erst in zwei Tagen raufladen können da wir von heute Abend bis Mittwoch Morgen auf See sein werden bevor wir dann in Puerto Madryn ankommen. Dort gibt es bestimmt wieder die Möglichkeit, einen drahtlosen Internetanschluss zu nutzen. Also dann erstmal hasta luego aus Uruguay und demnächst ein Bienvenidos aus Argentinien.
Reto auf hoher See - Der Beginn der Kreuzfahrt
Heute ist ein grosser Tag – Reto’s erste Kreuzfahrt beginnt!! Nachdem ich die ganze Nacht vor Aufregung nicht schlafen konnte (quatsch!!) war ich um 8Uhr bereits auf den Beinen. Eigentlich wollte ich mich noch mit einem Freund von mir treffen der gestern aus der Schweiz angereist sit, doch leider haben wir uns irgendwie verpasst da die SMS hier in Argentinien immer ein bisschen länger brauchen, bis sie beim Empfänger eintreffen. Aber wir treffen uns halt dann in Zürich wieder, stimmt’s Dani? J
Wie gesagt – heute war nun also der Tag der Einschiffung auf die Norwegian Dream – das schwimmende Hotel das für die nächsten 15 Tage mein Zuhause sein wird. Gegen 14.30h war ich am Hafen wo das ganze Eincheck Prozedere abgewickelt wird. Eigentlich nicht viel anders als beim Fliegen. Einmal an Bord muss man sich dann nochmals registrieren – man erhält dann seine persönliche Bord-Kreditkarte sowie unheimlich viele Informationen über alles mögliche an Bord. Hier mal ein paar Infos zu unserem Schiff:
Die Norwegian Dream wurde am 3. Juni 1991 in St. Nazaire (Frankreich) gebaut. Zwei Jahre brauchte es um das Schiff zu designen. Die Fertigstellung dauerte dann nochmals 17 Monate und kostete insgesamt 240 Mio. US$. Das Schiff wurde am 6. Dezember 1992 von Diana Ross getauft…kreisch!!! Ein paar Zahlen zum Schluss:
Gewicht: 70 Tonnen
Länge: 230 Meter
Höhe: 50 Meter
Höchstgeschwindigkeit: 21 Knoten (durchschnittlich 19 Knoten)
Die ersten Schritte auf dem Schiff waren durchaus amüsant. Kaum zu glauben was da alles so mitreist auf einem solchen Schiff. Man könnte hier abendfüllende Livestudien über das Verhalten der Leute anstellen. Die verschiedenen Bars und Decks eignen sich auch vorzüglich zum Tratschen doch leider bin ich ja alleine unterwegs (muss wohl noch jemanden zum Tratschen finden…grins). Sogar Wireless Internet gibt es an Bord, das hat aber seinen Preis. Das billigste Paket kostet 100 US$ und beinhaltet 250 Minuten surfen. Ich werde dann wohl jeweils den Blog im Word vorschreiben und dann bei einem Landgang ins Internet stellen. Somit werdet ihr wohl nicht jeden Tag einen Update von mir haben wie bis anhin. Aber ich hoffe, ihr werdet das verkraften.
Zurück zu den Leuten an Bord – gegen 2000 Leute befinden sich auf dem ausgebuchten Schiff. Es ist auch unglaublich wie viele Sprachen man hier hört. Es gibt auch eine grosse Gruppe von Schweizern hier an Bord. Um 17.30h gab es dann die obligatorische Evakuationsübung. Mann muss dabei seine Schwimmweste anziehen und sich an die zugewiesene Sammelplätze begeben. Das war vielleicht ein Drucheinander. Also wenn hier mal wirklich ein Notfall ist dann gute Nacht. Viele Leute irrten auf dem Deck umher und suchten ihren Sammelplatz. Dabei wäre doch alles so einfach wenn sie nur die Instruktionen in ihrer Kabine lesen würden. Und erschreckend wieviele Leute nicht wussten, wie sie nun die Schwimmweste anziehen müssen – auch dies ist eingehend beschrieben. Alles in allem war die Rettungsübung eher amüsant als Ernst zu nehmend.
Um 18Uhr verliess dann das Schiff den Hafen von Buenos Aires in Richtung Montevideo wo wir morgen eintreffen werden. Nun sitze ich hier in der Piano Bar und geniesse einen Tropical Itch (sehr süffig mit Baccardi und Wodka…hicks). Das gute ist ja dass niemand auf dem Schiff merkt, wenn man ein bisschen wackelt beim Weg in die Kabine. Das Schiff wackelt selber ja auch ziemlich und Alkohol ist wohl dazu da, dieses Wackeln auszugleichen…smile. Später werde ich wohl noch ne Kleinigkeit essen gehen. Man hat hier die Auswahl zwischen 7 Restaurants und eigentliche Essenszeiten gibt es auch nicht – man geht zum Essen wann man Lust und Hunger hat. So einfach kann das Leben sein. Morgen werde ich mich dann mal noch mit den verschiedenen Exkursionen anlässlich der Landgänge beschäftigen. Vermutlich werde ich nicht so viele buchen da sie doch eher teuer sind. Mal gucken ob ich evtl. übers Internet günstigere Ausflüge bekommen kann. Ein Ausflug der besonderen Art wäre ein Flug in die Antarktis mit Landung auf einer Forschungsstation. Das Abenteuer kostet schlappe 2200 US$...andererseits ist es ein einmaliges Erlebnis – bin hin und her gerissen… Ihr werdet es auf jeden Fall erfahren was ich entschieden habe. So, nun erstmal was Essen. Der Aufenthalt auf hoher See macht hungrig.
Sonntag, 2. März 2008
Pampa Linda - Cerro Tornador
Heute war mein letzter Tag in Bariloche, zum Glück hat der Regen in der Nacht nachgelassen so dass heute bereits wieder die Sonne schien. Somit konnte ich dann doch noch meine Tour nach Pampa Linda machen. Pampa Linda liegt am Fusse des Cerro Tornador, der mit seinen 3478m einer der höchsten Gipfel ist hier in der Region. Nach dem letzten Frühstück mit Blick auf den See, fuhr ich dann los. Zuerst vorbei am Lago Gutierrez zum Lago Mascardi. Beide Seen sind wunderschön gelegen, umgeben von Wald und Bergen. Einmal mehr die Szenerie des Lago di Como…smile. Unterwegs trifft man immer mal wieder ein Rudel Hunde an, die bei jedem vorbeifahrenden Auto auf die Strasse springen und laut bellend versuchen, ins Vorderrad zu beissen. Das erste Mal habe ich mich total erschrocken und bin mächtig auf die Bremse getreten da ich ja nicht wusste, ob sich der Hund in Selbstmordgedanken vor mein Auto werfen will oder was auch immer. Mittlerweile weiss ich, dass das wie ein Spiel ist – eine Art Machtgehabe der Hunde. Lustigerweise springt immer nur ein Hund aus dem Rudel auf die Strasse während der Rest die Szene vom Strassenrand aus beobachtet. Wohl eine Art Bestätigung des Machtanspruchs oder so… komisches Argentinien sag ich da nur. Zum Glück bin ich nicht mit dem Fahrrad unterwegs, da hätte ich sicher schon mehrere Hundebisse kassiert J
In Villa Mascardi, einem kleinen Weiler am gleichnamigen See, zweigt die Strasse nach Pampa Linda ab. Ab hier ist dann fertig mit geteerten Strassen und schnellem Fahren - es beginnt eine 50km lange Ripio, eine Schotterpiste. Ca. 1km von der Hauptstrasse entfernt befindet sich das Eingangstor in den Nationalpark Nahuel Huapi wo man an der Rangerstation 20 Pesos für den Park bezahlen muss. Die Ranger sind sehr freundlich und erklären einem anhand von einem Plan wo man lang fahren muss und was man alles sehen kann. Danach beginnt das eigentliche Abenteuer, denn der Fahrweg ist zeitweise ziemlich eng, so dass die Zufahrt nach Pampa Linda zeitlich geregelt wird. Bis 14Uhr kann man in die eine Richtung fahren und ab 16Uhr dann in die Andere. Die Strasse ist gespickt mit Schlaglöchern und grossen Steinen – eine Herausforderung für das Auto und den Fahrer gleichermassen die höchste Konzentration fordert. Denn ehe man sich versieht steckt man entweder in einem Loch fest oder rasselt den Abhang hinunter weil man die Aussicht geniesst und dabei die nächste Kurve verfehlt! Es lief jedoch alles perfekt und nach 1.5 Stunden Holperfahrt kam ich in Pampa Linda an. Pampa Linda ist ein sehr schöner Fleck im Tal des Rio Manso, eine Art Hochebene mit grossem Feuchtgebiet. Hier gibt’s ein Hotel, eine Hosteria sowie ein Campingplatz. Von hier aus kann man diverse Bergtouren machen, unter anderem auch zur Refugio Otto Meiling auf 2005m über Meer. Die Berghütte befindet sich direkt an den Gletschern und man hat von dort aus einen phantastischen Blick auf den Tornador. Gerne hätte ich diese Tour gemacht um ganz nahe an die Gletscher zu kommen, doch der Aufstieg zur Hütte beansprucht ca. 5 Stunden, somit konnte ich diese Tour leider nicht machen. Stattdessen fuhr ich mit dem Auto noch 8km weiter den Berg hinauf bis zum Gletscher Ventisquero Negro. Von der Aussichtsplattform sieht man auf die Laguna in der grosse Eisbrocken schwimmen. Der Gletscher selber ist aber nicht so schön da er von schwarzem Stein und Sand bedeckt ist. Eine eher schmutzige Angelegenheit…jedoch trotzdem eindrücklich. Ca. 1km von der Aussichtsplattform entfernt befindet sich ein kleines Selbstbedienungsrestaurant. Bis dorthin kann man auch mit dem Auto fahren. Danach besteht die Möglichkeit auf einem 10 minütigen Spaziergang zu den Wasserfällen des Garganta del Diablo aufzusteigen. Es ist eindrücklich, wie sich die Wassermassen die Felsen runterstürzen. Oberhalb der Felsen trohnt der Glaciar del Manso und irgendwie hat man das Gefühl dass da jederzeit Eisbrocken abbrechen und runterdonnern könnten. Gemäss meinem Reiseführer ist das auch tatsächlich so und Schilder bei der kleinen Aussichtsplattform warnen denn auch ausdrücklich davor zu Nahe an den Wasserfall zu gehen. Trotzdem hat es natürlich immer ein paar Touristen die es nicht lassen können und über die Abschrankung steigen. Denn von der Plattform aus sieht man eben nur einen Teil des Wasserfalls da sich der Rest hinter einer Moräne befindet. Wenn man nun also zu Nahe ran geht kann es schon sein, dass man von einem herunterfallenden Eisstück getroffen wird und das ist ja nicht gerade erstrebenswert, oder?
Auf dem Rückweg legte ich einen Stop in Pampa Linda ein und genoss eine Portion Pommes (!) mit Blick auf den Cerro Tornador. Mittlerweile haben sich auch die Wolken soweit verzogen dass man einen freien Blick auf den ganzen Gipfel hat. Das Hochtal des Rio Manso ist an dieser Stelle wirklich sehr schön, man kann hier Reiten, Wandern oder einfach nur in den Tag hineinleben. Um 16Uhr bin ich dann zur holprigen Rückfahrt aufgebrochen. Zwischendurch machte ich immer mal wieder einen Fotostopp denn das Panorama war wirklich atemberaubend. Schlau wie ich bin, habe ich natürlich vergessen, gestern meinen Akku zu laden und als dann die schönsten Sujets auftauchten machte meine Digitalkamera schlapp. Tja, typisch ich mal wieder.
Nach knapp 2 Stunden Fahrt war ich dann wieder in Bariloche, wo ich direkt zum Flughafen fuhr um den Mietwagen zurückzugeben. Zum Glück hatte ich einen Flug mit LAN gebucht, denn alle Flüge mit Aerolineas Argentinas hatten zwischen 2 bis 4 Stunden Verspätung! LAN war wie immer pünktlich und nicht so chaotisch. Der Flug war vollgepackt mit Familien und schreienden Kindern. Ich glaube ich habe noch nie einen Flug mit so vielen Kindern erlebt! Knapp 2 Stunden war nicht daran zu denken ein Buch zu lesen, geschweige denn zu schlafen. Von hinten trat ein Dreikäsehoch andauernd mit den Beinen gegen meinen Sitz so dass mir bis Buenos Aires langsam die Wirbelsäure weh tat. DA halfen auch böse Blicke nach hinten wenig. Vor mir schrien gleich zwei Kleinkinder um die Wette – die armen Eltern versuchten mit allerlei Ablenkungsmanövern ihre Kinder zu beruhigen. Ich war dann wirklich froh, in Buenos Aires zu landen…
In Buenos Aires regnete es mal wieder. Anscheinend seit 4 Tagen in Folge, es gab auch schon ziemliche Überschwemmungen wie man in der Zeitung lesen konnte. Nun bin ich im Hotel American Suites, einer eher zwielichtigen Absteige mitten im Zentrum. Die Zimmer sind zwar sauber aber eteas schäbig – von den Wänden blättert die Tapete ab und der weinrote Teppich hat auch schon bessere Tage erlebt. Aber es ist ja nur für eine Nacht und für 60 US$ etwas vom Günstigsten was ich kriegen konnte. Ab morgen habe ich ja dann meine eigene Kabine auf dem Schiff – darauf freue ich mich jetzt schon.
