Dienstag, 26. Februar 2008

Bariloche

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So, vom kargen Süden Patagoniens bin ich nun im waldreichen Bariloche in der Provinz Rio Negro gelandet. Der Flug mit Aerolineas Argentinas von El Calafate nach Bariloche war nur 1 Stunde verspätet - das heisst hier schon pünktlich :-) Der Flug war superschön - da ich in der Reihe 9A sass, konnte ich den ganzen Flug über die Andengipfel und die Gletscher bestaunen. Fotos konnte ich leider keine machen da die Sonne ja bekanntlich im Westen unergeht und somit direkt in Richtung Flugzeug schien. Nach 1 Std. 20 Min. Flugzeit landeten wir in Bariloche. Am Flughafen wurde ich bereits erwartet. Endlich wartete auch mal jemand mit einem Schild das meinen Namen trug am Ausgang. Ich fühlte mich sauwichtig...grins. Becky, Die Chauffeuse des Hotels, fuhr mich dann mit ihrem VW Golf zum Hotel Sol del Nahuel, das ca. 5.5km ausserhalb von Bariloche direkt am See liegt. Auf dem Weg dorthin erzählte mir Becky schon viele Sachen, die ich machen könne während meines Aufenthaltes.

Das Hotel liegt wunderschön direkt am See. Von meinem Zimmer aus habe ich einen uneingeschränkten Blick auf den Lago Nahuel Huapi, einfach traumhaft. Um euch ein bisschen neidisch zu machen, hier mal die Webseite des Hotels. Die Gegend rund ums Hotel erinnert mich stark an den Lago Como resp. ans Tessin, nur dass hier eben Pinienwälder sind und keine Palmen. Die Temperaturen hier sind hochsommerlich bei 29 Grad. Nachdem es im Januar hier sogar geschneit hat, sind die Temperaturen jetzt auf einem eher hohen Wert. Zum Hotel gehört auch ein Spa mit einem wunderschönen Pool der direkt in den See zu führen scheint. Man kann sich hier auch massieren sowie mit allerei Kosmetik das Gesicht und sonstige Körperteile verjüngen lassen.

Heute morgen habe ich dann erstmal ausgeschlafen und habe erst gegen 10.30h gefrühstückt. Wie auch die 12 Zimmer hier hat auch das Restaurant einen schönen Blick auf den See. So lässt sich der Tag wirklich gut beginnen. Nach dem Frühstück habe ich mich erstmal um einen Mietwagen gekümmert. Hier in Bariloche sind die Mietwagen so günstig wie kaum an einem anderen Ort in Argentinien. Das liegt daran, dass es hier Unmengen von Autovermietungen gibt und somit die Preise im Keller sind. Für einen VW Gol (nein kein Schreibfehler, der heisst wirklich so weil dieses Auto in Brasilien hergestellt wird) bezahle ich nun 150 Pesos am Tag inkl. 150km. Nachdem das mit dem Wagen organisiert war, machte ich mich auf den Weg zu meiner ersten Bergbesteigung hier in der Region. Angesichts meiner Blasen an den Füssen, die ich noch von meiner Wanderung auf den Cerro los Cristales hatte, nahm ich die bequeme Variante und liess mich in einer Gondelbahn auf den 1405m hohen Cerro Otto "chauffieren". Die Hin- und Rückfahrt kostet 35 Pesos (ca. 12 Franken). Vom Cerro Otto hat man einen sensationellen Rundblick über Bariloche und den Lago Nahuel Huapi. Auf der Bergstation herrscht Tourismus pur. Da gibts eine sauteure Confiteria, in der sich die Touristen nach der energieraubenden Gondelbahnfahrt stärken können ;-)) Auch gibts eine Art Sommerrodelbahn mit Gummischläuchen sowie die Möglichkeit, sich gegen Bezahlung von 15 Pesos mit einem Bernhardinerhund ablichten zu lassen - natürlich trägt Barry auch das obligate Fässchen um den Hals.

Von der Bergstation aus kann man diverse kleinere Wanderungen machen, unter anderem gibts einen Pfad zum Piedra Habsburgo, einem wahrhaft tollen Aussichtspunkt auf der Rückseite des Cerro Otto. Die Wanderung durch herrliche Wälder kostet nicht allzuviel Energie. Die Ruhe hier oben ist einfach traumhaft -man hört nur den Wind in den Baumwipfeln und die Spechte. Vom Piedra Habsburgo schaut man direkt auf ein Luxusresort mit Golfplatz unten im Tal. Zurück im Tal profitierte ich dann von der Möglichkeit des Gratis Shuttle Bus ins Zentrum von Bariloche.

Mein erster Eindruck von Bariloche ist eher gemischt. Die Natur rund um die Stadt mit seinen 120'000 Einwohnern ist ja wirklich traumhaft - die Stadt selber hat aber viele hässliche Schandflecken. Diese können auch durch gut gemeinte Chalet-Immitationen nicht wettgemacht werden. Wie soll ich die Stadt beschreiben - sie ist eine Art Mix aus Davos, St. Moritz, Crans Montana und Schwammendingen, sowie einem Schuss Tirol und Bayern. Alles bunt durcheinandergemischt. Magisch angezogen haben mich vor allem die vielen Schokoladenläden die es hier gibt. Bariloche ist ja berühmt für seine Schokolade und ich muss sagen, die schmeckt wirklich sehr gut und kann es jederzeit mit der guten alten Schweizer Schoggi aufnehmen. Nebst den unzähligen Schokolade-Shops gibt es auch viele Shops die Zwerge und Elfen verkaufen. Überhaupt wimmelt es hier nur so von Zwergen, Elfen und Rübenzahls. Man wähnt sich schon fast hinter den 7 Bergen bei den 7 Zwergen... ;-))

Für das Abendessen habe ich mich mal wieder in meinem Lonely Planet Reiseführer schlau gemacht und das Restaurant Familia Weiss ausgewählt. Die Familia Weiss ist ein riesiges Restaurant auf zwei Stockwerken das einer überdimensionierten Skihütte ähnlich sieht. Die Architektur ist ein Mix aus Blockhaus und Musikantenstadl und auch das Personal ist stilgerecht gekleidet. Die Herren in schwarzen Hosen und Lodenjacken und die Damen mit rotem Kopftuch und Edelweiss-Schürze. Irgendwie kommt einem das Ganze jedoch ein bisschen komisch vor, da die meisten Kellner Indios sind und so ganz und gar nicht in diese Kluft passen. Die eine Dame die in meinem Bereich des Restaurants serviert hat, war so ne richtige Zensi. Mit ihrem roten Kopftuch sah sie aus als ab sie direkt vom Kühe melken kommt. Vielleicht kennt jemand von euch den Film Kohlhiesel's Töchter mit Lilo Pulver. Die Kellnerin war ein Ebenbild von der etwas burschikosen Schwester im Film...smile. Das Essen selber schmeckte vorzüglich - zuerst bestellte ich mir einen gemischten Salat und danach einen Filetspiess. Während im Parterre ein älterer Herr in Österreicher Tracht Handorgel spielte wurde der 1. Stock mit Musik von Céline Dion beschallt - eine wunderbare Mischung sag ich euch. Jedoch passt es ausgezeichnet zum Gesamtbild hier - von allem ein bisschen.

Morgen will ich dann mal mit meinem Auto den Circuito Chico machen, der unter anderem am berühmten Llao Llao Resort vorbeiführt. Ach ja, eines hätte ich ja fast vergessen zu schreiben - heute bin ich noch im See geschwommen. Das Wasser hat ca. 20 Grad, jedoch nur gerade an der Oberfläche - weiter unten ist's dann wie im Eisschrank. Da der See relativ gross ist und von Gletschern gespeist wird, ist das Wasser auch dementsprechend kalt. Das Wasser ist glasklar und so wie man sich einen Bergsee vorstellt.

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