Der Titel des heutigen Blogs lässt es schon erahnen - ich bin wieder mal abgereist aus Buenos Aires. Eigentlich bin ich gar nicht so unglücklick, dieser lauten und stinkenden Stadt den Rücken zu kehren und weiterzureisen. Die letzte Nacht im B+B musste ich noch in einem anderen Haus verbringen, da die Besitzer ein bisschen falsch kalkuliert haben. Also schlief ich im Zimmer des einen Besitzers, 4 Häuser weiter. Das Bett musste ich nicht mit ihm teilen :-) Für eine Nacht war das ja auch ganz ok. Heute morgen begab ich mich dann mit Sack und Pack zur Estacion Fluvial (Fährhafen) wo die Schnellboote nach Uruguay ablegen. Das Abfertigungsterminal von Buquebus (der Schiffsgesellschaft), wurde ganz neu gebaut und ist im Moment noch teilweise eine Baustelle. Das Check In läuft ab wie auf dem Flughafen. Es gibt verschiedene Schalter wo man sein Gepäck aufgeben kann. Danach begibt man sich in den 1. Stock des Gebäudes und erledigt die Ausreise- sowie die Einreiseformulitäten für Argentinien resp. Uuruguay. Abermals ein unglaublicher Aufwand. Irgendwie begreife ich nicht, dass die hier immer noch so starke Passkontrollen haben. Nach ca. 10 Min. war ich dann durch und habe nun zwei weitere Stempel in meinem Pass. Die Fähre bietet etwa 500 Personen Platz und hat auch einen Duty Free Bereich. In 1 Stunde düst man über den Rio Plata und ist dann in Colonia (Uruguay). Dort angekommen nimmt man sein Gepäck entgegen und muss dann durch den Zoll. Ich hatte Glück und musste den Koffer nicht aufmachen. Vermutlich lag es an der Nationalität, denn die musste ich dem Zöllner vorher sagen. Vor dem Terminal warten dann die verschiedenen Busse zur Weiterreise. Nach Punta del Este fährt man nochmals 4 Stunden mit dem Bus. Im Bus sass ich neben einer geschwätzigen Kanadierin die mir alles über ihre bisherigen Erfahrungen mit Argentinien und Chile mitteilte. Die Gute wurde schon zweimal ausgeraubt und einmal hat man ihr 900 US$ aus dem Safe geklaut. Ich frage mich wirklich, wie sich die Leute manchmal anstellen. Ihr erster Mann war ebenfalls Schweizer, aus Wattwil! Sie sagte mir dann noch, dass sie sich nur noch an zwei Wörter auf Schweizerdeutsch erinnern kann, die waren "Dumme Siech"... Dies sei dann auch gleichzeitig der rote Faden gewesen durch ihre erste Ehe, meinte sie.
Das erste was mir in Uruguay auffiel, waren die grünen Wiesen und Wälder. Die Strassen sind um einiges besser als in Argentinien und alles wirkt gepflegter und einladender. Es war schon fast wie im Paradies... Etwas ausserhalb von Punta del Este bin ich dann aus dem Bus ausgestiegen und stand dann erstmal da im Nirgendwo mit meinem Koffer. Ich kam mir ein bisschen vor wie Marianne Sägebrecht im Film Out of Rosenheim. Zuerst musste ich mal in der Posada anrufen wo ich untergebracht bin. Binnen 10 Minuten fuhr die Dame des Hauses vor und hat mich aufgeladen. Nach weiteren 5 Minuten Autofahrt waren wir am Ziel. Die Posada liegt mitten in einem riesigen Pinienwald. Es riecht wunderbar frisch nach Bäumen und Sand. In den letzten Tagen hat es hier scheinbar viel geregnet wie mir Adriana, die Besitzerin, mitgeteilt hat. Die Zimmer sind zwar eher klein und im Bad kriegt man fast Platzangst, aber dafür sind die Besitzer echt nett und hilfsbereit.
Natürlich musste ich dann gleich mal den Strand erkunden und da gabs das zweite Highlight des Tages. Der Playa Chihuahua (nein, DJ Bobo war nie hier...) ist wunderschön. Ein riesiges Naturschutzgebiet mit Dünen und kilometerlangem Strand. Der Wind war eher kühl sowie das Wasser auch, aber nur schon an diesem tollen Strand zu stehen war phänomenal. Ich habe zwar Bilder gesehen, doch muss man schon hier sein um die ganze Schönheit zu erfassen. Hier in der Umgebung der Posada gibt es nur ganz wenige Häuser die in den Wald oder auf einem kleinen Hügel gebaut worden sind. Es sind richtige Beachhäuser die vermutlich ein Vermögen kosten, denn viele stehen noch leer.
Soeben habe ich auch im Restaurant der Posada zu Abend gegessen. Ich war der einzige Gast auf der Terrasse da die meisten Gäste mit ihrem Wagen nach Punta del Este reinfahren. Da ich leider kein Auto habe, bin ich halt etwas eingeschränkter. Das Essen war demzufolge etwas einsam, aber daran habe ich mich auch schon gewöhnt. Im Moment ist ja in Punta del Este noch Karneval, mal gucken, ob ich es schaffe, mir eine Fahrgelegenheit ins Zentrum zu organisieren.
Samstag, 9. Februar 2008
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