Sonntag, 3. Februar 2008

Tupungato - Potrerillos

Heute habe ich nochmals eine kleinere Überlandtour durch die Vorkordilleren gemacht, so nennt man das Gebirge das vor den Anden kommt. Ca. 55km südlich von Mendoza liegt der Ort Tupungato, am Fusse des gleichnamigen Vulkans, der mit seinen 6800m auch ein stattlicher Berg ist. Schon von weitem sieht man die schneebedeckten Flanken des Vulkans - ein herrlicher Anblick. Auf dem Weg nach Tupungato sowie überhaupt überall in ganz Argentinien, findet man immer wieder kleine Gedenkstätten der Difunta Correa. Difunta Correa heisst übersetzt "erloschene Correa" und zwar ist dies die Legende einer Frau, der Deolinda Correa, die während des Bürgerkriegs in den 1840er-Jahrenmit ihrem kleinen Sohn dem Bataillon ihres kranken Mannes zu Fuss durch die Wüsten von San Juan folgte. Sie starb unterwegs vor Hunger, Durst und Erschöpfung. Vorbeiziehende Maultiertreiber fanden sie und sahen zu ihrer Überraschung, dass das Baby an der Brust seiner toten Mutter saugtge. Zur Erinnerung an dieses Wunder wurde das Grabmal in Vallecito errichtet und zwar angeblich an der Stelle, wo Deolinda gestorben sein soll. Sie ist eigentlich keine Heilige sondern eher eine "Seele" die in ganz Argentinien hochverehrt wird. An den Strassenrändern findet man eben diese Gedenkstätten, die voll mit Getränkeflaschen sind, damit die Difunta Correa nicht verdursten muss. Der katholischen Kirche ist diese Verehrung natürlich ein Dorn im Auge.

Von Tupungato gings dann auf staubiger Piste ins Hochland wo ausser ein paar Farmen und Kühen einfach nichts war. Nur atemberaubende Landschaft und eine riesige Weite die man mit einem Fotoapparat gar nicht einfangen kann. Wer hier oben auf über 2000m lebt muss die Einsamkeit lieben. Nach ca. 50km kommt man dann wieder auf eine geteerte Strasse die hinunter nach Potrerillos führt. Entlang der Strasse lagerten Hunderte Einheimische mit ihren Campingstühlen die am Bergbach ihren Assado (Grillplausch) abhielten mit der ganzen Familie. Unglaublich wie die Argentinier das Grillen lieben!! Mir vergeht ob dem vielen Fleisch jeweils schon fast der Appetit. In Portrerillos habe ich mich dann nochmals für ein paar Stunden an den Stausee gesetzt und mir den wind um die Nase wehen lassen. Der See ist ein Mekka für Windsurfer, da meist ein kräftiger Wind weht. Am See selber waren aber kaum Leute, das kommt sicher auch daher, dass man nicht baden darf. Begründet wird dies wegen der Nivelierung des Stausees. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das Windsurfen weniger problematisch ist als das Schwimmen. Na ja, man muss es nicht verstehen. Am späteren Nachmittag fuhr ich dann zurück nach Mendoza, wo einmal mehr 33 Grad waren!!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Grüezi Reto. Habe von Rita gerade Deine Blog-Adresse erhalten. Lese gerade auch alle Deine Berichte. Spannend, Spannend. Wünsche Dir noch weiterhin viele Abenteuer und so Zeugs.
Bin schon gespannt auf den nächsten Bericht. Aber bitte nicht auf Spanisch, das Du jetzt schon sicher beherrscht!
Hier werden die nächsten vier Tage strahlend sein. Temps bis 15 Grad vorausgesagt.
Bis bald corazon und viele Bussis
Emil