Freitag, 1. Februar 2008

Mendoza

Fotolink

Seit 3 Tagen bin ich nun in Mendoza - im Herzen des Weinbaugebiets Argentiniens. Und ich habe noch keinen Schluck Wein getrunken... Tja, ich finde es eben nicht so spannend, alleine Wein zu trinken, darum habe ich es bis jetzt auch noch nicht gemacht. Auf alle Fälle gibt es hier zig Bodegas die ihren Wein anpreisen. Mendoza ist auch sonst ne ganz schöne Stadt. Sie hat zwar auch ihre Abgasprobleme doch so schlimm wie in Buenos Aires ist es zum Glück noch nicht. Zudem besitzt Mendoza einen wunderbaren Park am Rande der Innenstadt. Der Parque General San Martin ist ein riesiger Park mit einem grossen See und vielen Bäumen und Wäldern. Die Mendocinos sind, soweit ich das bis jetzt beobachten konnte, ziemlich sportlich, denn sie joggen zu Hunderten rund um den See. Da kommt man sich als Fussgänger schon fast komisch vor.


Die ersten zwei Nächte habe ich in einem Hotel etwas ausserhalb der Stadt verbracht, in einem Viertel das El Challao heisst. Eigentlich sollte es der Circuito Turistico sein doch von dem ist nicht mehr alzuviel zu spüren. Für die Fussball WM 1978 aus dem Boden gestampft, scheint hier alles in diesem Jahr stehengeblieben zu sein. Alles verlottert und fällt auseinander. Selbst das Fussballstadion ist nur noch ein Schrotthaufen. Man beobachtet das ja noch viel in Argentinien - alles wurde in den 60iger und 70iger Jahren aufgebaut und dann nicht mehr renoviert/saniert. So vermutlich auch mein Hotel dass sich mit 3 Sternen schmückt. In meiner kleinen Kammer konnte ich mich fast nicht drehen und Tageslicht kam so gut wie keines rein, da das Zimmerfenster zu einer Art Laube lag. So habe ich dann beschlossen, ins Zentrum von Mendoza, direkt an die Plaza Independencia, umzuziehen. Hier wohne ich nun in einem schmucken 3-Sterne Hotel dass seine Sterne auch verdient hat. Klar, die Preise sind etwas höher doch immerhin bin ich nun im Zentrum und das Zimmer ist hell und sauber.

Gestern bin ich mit dem Auto Richtung Uspallata gefahren, dieser Ort liegt ca. 110km nordwestlich von Mendoza in einem kargen Andental. Von Uspallata aus nahm ich dann die kürzere Strecke zurück über einen 3000m hohen Pass. Fast 60km Schotterpiste lagen vor mir. Zu Beginn war die Strasse ja noch einigermassen ok, doch nach ca. 15km wurden die Bodenwellen immer ausgeprägter und zwischendurch musste ich sogar aussteigen und ein paar grössere Steine vom Fahrweg entfernen um überhaupt weiterfahren zu können. Zu allem Unglück gabs dann noch ein Gewitter mit Hagelschauer. Ich hatte schon die Befürchtung, dass der Regen die Strasse aufweicht und ich dann irgendwo in den Anden mit meinem Mietwagen steckenbleibe... Natürlich gab es dort oben auch kein Handyempfang. Ich war erstaunt, wieviele Autos mir entgegenkamen. Und wenn man dann so guckt wieviele Leute in einem solchen Auto sitzen, dann war ich schon wieder beruhigt. Überhaupt sieht man hier praktisch keine neueren Autos, dafür unheimlich viele Wagen die ihre beste Zeitz wohl auch in den 70iger Jahren hatten. Unter anderem gibt es hier viele alte Peugeots, die schon fast auseinanderfallen. Ein Wunder dass diese Schwarten überhaupt noch fahren. Stinken tun sie zumindest ganz gewaltig...

Nachdem ich die berüchtigte Bergstrecke erfolgreich und ohne Platten gemeistert hatte, landete ich in Villavicencio, einem ehemaligen Thermalkurort. Aus Villavicencio kommt das berühmte Mineralwasser dass man überall in Argentinien serviert bekommt in den Restaurants. Das Thermalhotel ist seit längerer Zeit geschlossen und fristet ein Dornröschen Dasein inmitten eines wunderbaren Parks. Richtig wildromantisch ist es hier oben auf 1800m. Von Villavicencio führte dann eine asphaltierte Strasse zurück nach Mendoza. Mein Wagen sah nach diser Tour nun auch so aus wie all die anderen Autos - nicht schrottreif sondern so schmutzig :-))

Heute Abend war ich noch in einem der vielen guten Restaurants essen. Auf der Plaza Indipendencia gab es noch eine kostenlose Darbietung von Artisten und Clowns. Da sitzen ganze Familien bis weit nach Mitternacht im Halbrund und beklatschen die Aufführungen.

Morgen will ich dann mal an die chilenische Grenze fahren bis auf 4200m über Meer. Mal gucken, ob das mein Mietauto mitmacht... Die Wettervorhersagen sind leider nicht so toll, so rechne ich jetzt mal damit, dass ich den höchsten Berg des amerikanischen Kontinents - den Aconcagua mit 6962m - nicht ganz zu sehen bekommen werde. Übrigens war es ein Schweizer (Mathias Zurbriggen), der den Berg 1897 als Erster offiziell bestiegen hat.

Keine Kommentare: