Samstag, 23. Februar 2008

Perito Moreno Gletscher

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Heute war nun der grosse Tag an dem ich einen der berühmtesten Gletscher der Welt zu Gesicht bekommen sollte. Nach einer angenehmen Nacht in einem Bett mit einer richtig guten Matratze (ist hier in Argentinien nicht selbstverständlich), gings heute Morgen um 8Uhr los. Ich hatte mich für die Alternative Tour zum Perito Moreno Gletscher eingeschrieben - der Name besagt lediglich dass wir eine etwas andere Route nehmen als die gewöhnlichen Touren zum Gletscher. Es gab also keinen Zwang im Strickpullover an Bord zu gehen :-) Wie gesagt bestiegen wir um 8Uhr den Bus der praktisch das halbe Hostal aufladete. Auf der Ruta 15, auch Ruta de las Estancias genannt, fuhren wir aus El Calafate raus. Unser Busfahrer war sehr aufmerksam, er machte immer wieder auf die Tiere aufmerksam, die man vom Bus aus sehen konnte. Ganz viele Hasen waren da unterwegs, auch sahen wir einen Kondor, der mitten auf der Strasse sass. Ein Riesenvogel mit Flügeln die eine Spannbreite von 3 Meter haben. Die Schotterpiste führt unter anderem an der grössten Estancia von El Calafate vorbei, der Estancia Anita. Wenn ich richtig hingehört habe, besitzt diese Ranch eine Fläche von 165'000 Hektaren (!!) und 22'000 Schafe. Haupteinnahmequelle war ja für alle Estancias die Wolle, die sie nach Europa exportierten. Da der Preis für Wolle ziemlich gefallen ist, haben sich viele Estancias nun auf Touristen spezialisiert und bieten Reitausflüge und andere Aktivitäten an. Den ersten Halt machten wir auf der Estancia Los Ventisqueros wo uns unser Tourguide Cecilia die Flora und Fauna erklärte. Man konnte hier sehr schön den Übergang vom kargen Weideland zu den Gletscherwäldern sehen. Auf den Bäumen wächst vielerorts eine Art Flechten die aussehen wie ein kleiner Bart. Diese Flechten sind das Zeichen dafür, dass die Luft absolut sauber ist, denn wie uns Cecilia erklärte, wachsen diese Flechten nur an Orten wo keine Luftverschmutzung ist.

Den ersten Blick auf den Perito Moreno Gletscher hat Cecilia dann stilecht inszeniert. Kurz vor der letzten Kurve liess sie einen Countdown ab CD laufen - bie Null sahen wir einerseits den Gletscher vor uns und andererseits änderte die Musik auf die Star Wars Filmmusik. Ich fand diese Idee echt witzig und orginell. Nach weiteren 10 Minuten Fahrt kamen wir dann am grossen Carparkplatz an, der zu dieser Zeit natürlich schon villgestopft war mit anderen Reisebussen. Hier am Gletscher hatten wir 2 Stunden Zeit um alles in Ruhe anzuschauen. Auf gut ausgebauten Treppen gelangt man zu verschiedenen Aussichtspunkten. Schon von Weitem hört man das Knacken und Grollen des Gletschers, der sich täglich 1 Meter nach vorne schiebt. Der Perito Moreno Gletscher ist zwar nicht der Grösste in dieser Gegend, doch er ist der Einzige, der weder schmilzt noch wächst.

Immer wieder brachen grosse Eisstücke vom Gletscher weg und vielen mit lautem Getöse und Donnern in den See hinein. Das Eis löste dann jedesmal einen kleineren Tsunami aus, sehr eindrücklich diese gewaltige Eismasse zu sehen. Der Gletscher ist an seiner Frontseite 5km breit und 60m hoch. Diese 60m sind jedoch nur der Teil, denn man aus dem Wasser ragen sieht. In Wirklichkeit geht der Gletscher noch weitere 100m unter Wasser weiter bis er auf den Grund des Sees stösst. Man sieht also wortwörtlich nur die Spitze des Eisberges. Bei jedem Knacken zückten mehrere Hundert Leute gleichzeitig ihre Kameras um den nächsten Abbruch auf Bild zu bannen. Meist wartete man minutenlang bis der Gletscher wieder mal Geräusche von sich gab. Die Abbrüche waren nicht so häufig da die Sonneneinstrahlung nicht allzu gross war.

Um 14h ging die Tour dann weiter mit einer 1-stündigen Bootsfahrt die einem ziemlich Nahe an den Gletscher brachte. Auf dem Boot wars so richtig kalt und ich war froh um meine Mütze. Der Gletscher strahlt eine unheimliche Kälte aus. Wir bekamen dann noch einen grösseren Abbruch zu Gesicht den ich sogar filmen konnte. Schlichtweg phänomenal was die Natur hier macht. Man fühlt sich gleich sehr klein und unwichtig.

Gegen 16Uhr gings dann zurück nach El Calafate. Für Morgen habe ich einen Ruhetag eingeplant, da ich nun an 4 Tagen jeweils zwischen 5.30h und 6.30h aufgestanden bin. Eigentlich wollte ich noch eine Tour auf den Gletscher selber machen, doch die war mir dann mit 450 Pesos (ca. 140 Franken) doch etwas zu teuer. Bei meiner Erkundungstour durch den Ort machte ich dann noch Halt um mir ein schönes Eis zu gönnen. Die Eisdielen sind wirklich sehr gut in Argentinien. Im Supermarkt machte ich dann auch noch ein paar Einkäufe. Gemüse und Obst sind hier ziemlich teuer und von sehr schlechter Qualität. Meist liegen nur noch ein paar halbverfaulte Salatköpfe im Regal. Selbst das Obst sieht nicht sehr "amächelig" aus. Wir sind hier natürlich auch am A... der Welt, da muss man auch mal Abstriche machen.

Was micht heute am Meisten geärgert hat, ist die Unfreundlichkeit von vielen Leuten hier. Vor allem im Gastgewerbe sowie in Infobüros ist der Service extrem lausig. Meist schauen einem die Leute nicht mal richtig an wenn man mit ihnen spricht. In der touristischen Auskunft beim Busbahnhof musste ich der kaugummikauenden Teenie-Göre alles zweimal sagen bevor ich dann eine halbwegs normale Antwort bekam. Das Preisniveau ist hier in El Calafate ziemlich hoch verglichen mit dem Rest von Argentinien den ich bis jetzt besucht habe. Auch wird man öfters über den Tisch gezogen bei den Preisen. Zum Beispiel holte ich in einer Bäckerei ein Baguette das mich 2 Pesos kostete (ca. 70 Rappen). Eine einheimische Señora vor mir kaufte mehr als die doppelte Menge Brot ein und bezahlte dann nur 3 Pesos. Als ich die Verkäuferin darauf aufmerksam machte, zuckte sie nur mit den Schultern und meinte ich müsse das Brot ja nicht kaufen wenn ich nicht wolle....Tss, was soll man da noch sagen. Aber es gibt auch andere Leute hier, wie zum Beispiel unser Tourguide von Heute - Cecilia wusste über alles Bescheid und versorgte uns mit vielen Infos rund um dem Gletscher.

So, mittlerweile ist es weit nach Mitternacht und mir fallen fast die Augen zu. Ich hoffe, ihr geniesst die Fotos. Ja, es gibt hunderttausendmal den Gletscher. Doch man kann sich diesem Ort einfach nicht entziehen und muss immer wieder Bilder machen :-))

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