Samstag, 23. Februar 2008

News aus El Calafate

Heute war ja mein Relax-Tag angesagt. Habe richtig gut geschlafen in der letzten Nacht, war natürlich auch ziemlich fix und foxi von der Gletscher Tour. Eigentlich wollte ich mich ja heute einfach ein bisschen an die Sonne setzen und lesen. Doch irgendwie hat mich dann die Lust doch gepackt und ich machte eine Wanderung auf den Cerro Calafate, der Hausberg von El Calafate. Mit 850m nicht gerade hoch, doch dennoch ein super Aussichtspunkt. Leider gibt es keinen ausgeschilderten Weg zum Gipfel, so musste ich mir einfach einen Weg suchen. Zwischen El Calafate und dem höchsten Punkt auf dem Berg liegen 650 Höhenmeter. Also kraxelte ich querfeldein auf den Berg hoch. Unterwegs lagen immer mal wieder Knochenreste und halbe Schädel von irgendwelchen Tieren. Ich vermute mal, dass Greifvögel, wie zum Beispiel der Kondor, ihre Beute hier hochfliegen und dann verzehren. Das Gelände war eher schwierig und ich musste mehrmals lose Geröllhalden überqueren. Zum Schluss gabs dann noch eine kurze Kletterpartie. Auf dem Berg obne ist alles flach, das heisst von El Calafate aus sieht es wie eine Bergspitze aus doch in Tat und Wahrheit gelangt man eigentlich nur auf eine Hochebene. Auf dem Berg blies ein kräftiger Wind so dass ich froh war um meinen Faserpelz. Den Abstieg musste ich mir natürlich auch suchen da es keinen Weg gab. Ich bin dann irgendwann mal in ein Tal abgestiegen - einfach der Nase nach. Auch der Abstieg war nicht gerade ein Zuckerschlecken. Zum Schluss hat es mich mehrmals hingeknallt weil der Untergrund so lose war. Zweimal landete ich dabei mitten in einem Dornenbusch - schön bequem. Also wenn mich jemand gesehen hätte... Nach ca. 3 Stunden war ich dann wieder im Hostal und ziemlich erschöpft. Der Weg zurück durch einen kleinen Canyon mit einem Fluss war eigentlich total schön. Je weiter man jedoch gegen El Calafate kam desto schmutziger wurde der Bach. Links und rechts des Bachbettes lagen haufenweise Abfall verstreut. Das ist hier echt ein Problem - die Leute gehen sehr achtlos mit der Natur um. Selbst am Seeufer liegen Flaschen, Verpackungen, Windeln usw. im Wasser. Eine Kläranlage habe ich bis jetzt auch noch nicht gesichtet, ich hoffe jedoch nicht, dass sie alle Abwässer in den See ablassen.

Das positive an El Calafate sind ja die Essenszeiten. Da es hier sehr viele Europäer gibt, öffnen die Restaurants schon früher und man kann auch schon um 19h Essen gehen. Für die Restaurantbesitzer ist das natürlich doppelt gut - sie können nämlich so die Tische zweimal pro Abend vergeben, da die Einheimischen ja erst gegen 22h bis 23h zum Essen gehen. Was mir auch aufgefallen ist, dass es in El Calafate sehr viele Israelis hat, vor allem unter den Backpackern. Schweizer habe ich bis jetzt nur wenige gesichtet. Bin auf den Touren immer der Exot...smile!

Für Morgen habe ich mir ein Busticket zum Lago Roca gekauft. Dieser See mit vielen Wandermöglichkeiten liegt ca. 52km ausserhalb von El Calafate. Freu mich schon drauf und hoffe, dass das Wetter mitspielt. Je Näher man nämlich zum Gletscher kommt desto schlechter ist das Wetter meist.

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