Dienstag, 11. März 2008

Dienstag, 11. März 2008 – Chilenische Fjorde und Amalia Gletscher

Die gestrige Mojito Party habe ich doch glatt verschlafen. Nach dem Essen war ich einfach zu Müde um nochmals auszugehen. Heute fühle ich mich echt schlapp und vermutlich habe ich mir gestern was mit dem Essen eingefangen. Auf jeden Fall muss ich fast halbstündlich auf die Toilette rennen. Zum Glück habe ich Immodium dabei. Nach der Yoga Lektion heute morgen habe ich mich dann auch gleich wieder in meine Kabine verkrochen um noch zu schlafen. Mittlerweile ist es nun halb vier Uhr Nachmittags und ich fühle mich immer noch elend. Da passt das Wetter gut dazu dass draussen ist. Bewölkt, 12 Grad, zeitweise Nieselregen. Dabei wäre die Gegend die wir im Moment durchfahren wunderschön wenn nur die Sonne scheinen würde.

In der Nacht haben wir die Magellanstrasse durchquert und sind nun in den chilenischen Fjorden unterwegs. Ein richtiges Labyrinth von Inseln und Seitenarmen – ohne Seekarte würde man sich hier wohl glatt verfahren. Das schöne an diesen Fjorden ist ja dass es keine hohen Wellen gibt wie auf dem offenen Meer draussen. Eigentlich kommt es mir so vor als würden wir auf dem Vierwaldstättersee fahren, nur mit dem Unterschied dass an den Ufern ausser Bäumen gar nichts ist. Ab und zu sieht man mal ein Signalposten für die Schiffe. Ich frage mich, ob auf diesen Inseln überhaupt schon jemals ein Mensch war. Ich würde ja nur zu Gerne mal an Land gehen um eine solche Insel zu erkunden.

Der Fjord ist hier bis zu 670 Meter tief und wurde von den Gletschern gebildet. Wir sind nun auf dem Wege zum Amalia Gletscher. Der Amalia Gletscher ist einer der 48 Gletscher die zusammen das südliche Eisfeld bilden. Das südliche Eisfeld ist das drittgrösste Trinkwasserreservat der Welt. Einen Gletscher dieses Eisfeldes habe ich ja bereits auf dem Landweg besucht – den Perito Moreno Gletscher in Argentinien. Der Amalia Gletscher selber hat eine Breite von ca. 1Km und eine Höhe von 40 Meter. Schon die Einfahrt in Richtung Gletscher war spektakulär. Zuerst tauchen ein paar, dann immer mehr Eisschollen im Wasser auf. Je näher man an den Gletscher kommt desto milchiger wird das Wasser da sich das Süsswasser vom Gletscher mit dem Salzwasser mischt. Den Gletscher selber kann man vorerst gar nicht sehen da er in einer Bucht versteckt ist. Als wir dann so quasi um die Ecke kamen war dies ein atemberaubender Moment. Die Leute drängten sich auf allen Decks um eine optimale Sicht zu haben. Und siehe da – die Hobby-Kapitäne waren jetzt auch noch Gletscher-Spezialisten geworden... Vehement verteidigten sie die erste Reihe und liessen nur ungern Leute durch die mal ein Foto machen wollten. In der Bucht war noch ein weiteres kleineres Schiff, von dem aus die Leute an Land gingen mit Zodiacbooten. Vermutlich eines dieser Expeditionsschiffen die hier rumkurven. Der Kapitän sagte, dass man sich normalerweise nur bis auf 1 Meile dem Gletscher nähern kann doch wir kamen heute bis auf 300m heran. Eine absolute Ausnahme. Demzufolge gross war auch der Auflauf des Personals auf dem Oberdeck um diesen Moment bildlich festzuhalten. Nach einer 180° Drehung in der Bucht sind wir nun wieder auf dem Weg zurück in den Hauptfjord. Die Sonne zeigte sich auch noch ab und zu was der ganzen Szenerie einen besonderen Anstrich gab. Auf der glatten Wasseroberfläche spiegelten sich die Wolken und die Berge – superschön sag ich euch.

Gegen Mitternacht werden wir wieder offenes Meer erreichen und dort bis 5Uhr morgens bleiben bevor wir dann erneut in die Fjorde reinfahren zum Gletscher-Gucken. Somit gibts eine weitere unruhige Nacht mit hohem Wellengang da die Winde dort draussen erfahrungsgemäss ziemlich heftig sind. Egal, schlecht ist mir ja eh schon!

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