Freitag, 14. März 2008

Freitag, 14. März 2008 – Puerto Montt und Osorno Canopy Adventure

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Puerto Montt ist bereits der letzte Hafen auf unserer Kreuzfahrt. Unglaublich wie schnell diese 2 Wochen verflogen sind. Noch zwei Nächte und dann heisst es definitiv von Bord gehen in Valparaiso. Doch vorher gibts ja noch einiges zu berichten vom heutigen Tag. Gegen 7Uhr morgens erreichten wir den Hafen von Puerto Montt. Dieses Mal wurde ich nicht durch die Tender wach sondern durch einen Brandgeruch in meiner Kabine. Ich dachte schon dass jeden Moment der Alarm losgehen wird, doch erstmal geschah nichts. Der Geruch kam eindeutig aus meiner Klimaanlage und so öffnete ich erstmal die Kabinentüre um im Gang nachzuschauen, ob da was zu sehen ist. Im Gang liess sich der Geruch jedoch nicht feststellen. Zurück in der Kabine überlegte ich ob ich nun die Rezeption anrufen sollte oder nicht. Ich entschloss mich dann mal noch ganz nach draussen zu gehen und dabei stellte ich fest, dass der Brandgeruch über dem ganzen Hafen lag. Später erfuhr ich dann, dass es in der Gegend im Moment viele Buschbrände gibt die sich fast nicht löschen lassen. So war ich natürlich erleichtert, dass nicht das Schiff in Flammen stand.

Für heute hatte ich ja eine Tour gebucht, die mit 189 Dollar zwar ziemlich teuer war doch sie versprach auch einiges gemäss der Ausschreibung – ein Canopy Abenteuer stand auf dem Programm. Canopy gibt es bei uns in der Schweiz mittlerweile auch, man hängt sich dabei an einem Drahtseil ein und saust zwischen den Bäumen hin und her. Da ich das schon einige Male in Spanien gesehen hatte wollte ich es nun auch mal selber ausprobieren. Zuerst war jedoch mal Warten angesagt, da wir wegen dichtem Nebel sowie dem Rauch der Buschbrände nicht zum Hafen übersetzen konnten. Danach stand dann unser Tourbus eben wegen diesem Rauch und dem Nebel ein weiteres Mal auf der Strasse für fast eine halbe Stunde fest, da die Polizei die Autobahn kurzfristig schliessen musste. Irgendwann kamen wir dann doch noch aus Puerto Montt raus und fuhren dem Llanquihue Lake entlang Richtung Norden zum Osorno Vulkan. Schon von Weitem erkennt man die markante Spitze des Vulkans der in seiner Form dem Fujiama in Japan sehr ähnlich sieht. Der Gipfel ist rundrum mit Gletschereis bedeckt und sieht aus wie ein Zuckerhut. Leider konnten wir unterwegs keinen Fotohalt einlegen da wir eh schon zu spät dran waren. Nach ca. 1.5 Stunden Fahrt erreichten wir die Canopy Lodge in Las Cascadas. Nach einer kurzen Einweisung durch die Führer wurden wir mit Geländewagen zum Start des 2km langen Abenteuers gefahren. Die Fahrt zum Start war sehr abenteuerlich – die Strasse war so ausgefahren dass man auf dem Pick-Up hin- und her geschüttelt wurde. Einer der Führer hatte noch seinen Hund mit dabei der die ganze Zeit dem Auto hinterher rannte. Das Canopy bestand aus insgesamt 11 Traversen bis hinunter zur Lodge. Es brauchte schon ein bisschen Mut sich für die erste Passage ins Seil zu hängen und zum nächsten Baum loszudüsen. Doch nach den ersten zwei Passagen hatte man den Trick raus wie man heil rüberkommt, richtig bremst sowie verhindert dass man sich in der Luft dreht. Unter den Teilnehmern gab es bereits viele Leute im Rentenalter und ich war erstaunt, wie fit die waren. Eine 80-jährige Amerikanerin flitzte mit hohem Tempo durch die Bäume und schrie dabei vor lauter Freude – toll! Nach der dritten Passage ging es dann für 300m über eine Schlucht – bei der rasanten Traverse hatte man einen sensationellen Blick zum See und man fühlte sich wie ein Vogel der über der Schlucht schwebt. Einer der Führer nahm jeweils seinen Hund mit aufs Seil dem dies sichtlich gefiel. Vermutlich hatte er diesen schon seit kleinauf daran gewöhnt. Ingesamt gab es zwei grosse Traversen über die Schlucht – der Boden unter dir fast 200m entfernt!

Nach knapp einer Stunde „fliegen“ erreichten wir alle sicher den Boden in der Nähe der Lodge. Also wer mal in diese Gegend kommt sollte sich dieses Abenteuer nicht entgehen lassen, mehr Infos gibts unter www.canopychile.cl. Nach dem grossen Kick gabs noch ein Mittagessen in der Lodge bevor wir dann bereits wieder den Bus bestiegen und via Puerta Varas zurück zum Schiff fuhren. Leider war die Zeit ziemlich knapp so dass wir uns ziemlich sputen mussten mit dem Essen. Das ist eben das mühsame, wenn man an einen engen Zeitplan gebunden ist. Immerhin legten wir auf der Rückfahrt noch einen kurzen Stopp ein um den Osorno Vulkan zu fotografieren.

Die Gegend um Puerto Montt ist sehr schön und ist geprägt durch die vielen Seen, Wälder sowie Bauernhöfe mit Kuhweiden. Die Deutschen waren die ersten Siedler in dieser Gegend und prägten den Baustil in dieser Region massgeblich. Auch bestellt man hier nicht wie sonst üblich eine Torta wenn man was süsses möchte sonder ganz einfach Kuchen. Ebenfalls gibt es Schokolade, die Sahne-Nuss heisst. Die Häuser sind häufig aus Schindeln gebaut, die in ihrer Bauweise schon ein bisschen an die Häuser im Toggenburg und Appenzellerland erinnern. Nebst den grünen Weiden sind natürlich auch die beiden Vulkane Osorno und Calbuco einer der wichtigsten Attraktionen in der 10. Region Chiles. Beide Vulkane sind „schlafend“ das heisst dass sie noch nicht erloschen sind. Der Osorno brach zum letzten Mal 1876 aus, der Calbuco Vulkan noch im Jahre 1961. Durch den Ausbruch 1961 hat der Calbuco seine typische „Kappe“ verloren, da es beim Ausbruch zu einer Explosion kam und der Gipfel weggesprengt wurde. Also wer die Natur liebt sollte diese Gegend unbedingt mal besuchen. Die Argentinier sprechen ja nicht gerade positiv über Chile und die Einwohner hier. Doch bis jetzt muss ich sagen, dass es landschaftlich hier schöner ist als in Argentinien. Durch den vielen Niederschlag ist es viel grüner, auch sind die Häuser nicht so verfallen wie in Argentinien. Klar, die Preise sind um einiges höher als in Argentinien und irgendwie spürt man immer noch die jahrelange Dikatur Pinochets, der das Land mit harter Hand regiert hatte.

Zurück auf dem Schiff sah ich in der Schiffszeitung dass Morgen diverse Massagen und Behandlungen im Spa zum halben Preis offeriert werden. So habe ich mich gleich für einen Seealgen Bodywrap eingeschrieben. Das Ganze dauert 75 Minuten und soll ja sehr entspannend sein. Ich werde morgen darüber berichten. Erstmal muss ich mich jetzt fürs Abendessen rausputzen das bereits schon wieder ansteht.

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