Der gestrige Abend verlief ziemlich unspektakulär angesichts des Durchschnittsalters der Passagiere werden um 23Uhr die Schiffsplanken hochgeklappt...smile. Nun ganz so schlimm ist es nicht, aber es ist schon nicht viel los abends. Klar gibt es Shows und ein Casino – aber irgendwann hat man auch das gesehen. So lese ich einfach ein bisschen mehr in meiner Kabine da man auf dem Schiff fast keine ruhige Ecke findet wo nicht ständig Musik läuft. Während der Nacht herrschte dichter Nebel auf dem Meer, so ca. alle 5 Minuten hörte man das Nebelhorn des Schiffes, das irgendwie gespenstisch klingt. Heute morgen gegen 9Uhr kam wieder Land in Sicht und bereits um 10.30Uhr konnten die ersten Passagiere in den Tenderbooten an Land übersetzen. Es herrschte ein ziemlich kräftiger Wind so dass das Ganze zu einer ziemlichen Rüttelpartie wurde. Auf so einem Rettungsboot haben ca. 150 Leute Platz. Wir mussten dann vorgängig eine Nummer abholen, nach der wir aufgerufen wurden. Da ich am Morgen noch im Yoga war, musste ich mich zeitlich darauf einstellen erst gegen 12.30h an Land gehen zu können. Ein Steward sagte mir jedoch, dass ich einfach mal runtergehen soll – Einzelpassagiere kommen meist schneller rein. Und so war es dann auch – bereits 15Min. nach der Ticketausgabe war ich schon auf einem der Boote, toll nicht? Die Überfahrt an Land dauerte rund 20 Minuten. Port Stanley ist der Hauptort der Falklandinseln. 85% der insgesamt 2500 Einwohner wohnen in Port Stanley. Zu den normalen Einwohnern kommen dann fast nochmals soviele Armeeangehörige hinzu die hier seit dem Falklandkrieg 1982 stationiert sind. Die Leute hier leben vor allem von der Schafzucht, der Schafswolle sowie der Fischerei. Ein weiterer wichtiger Bereich ist der Tourismus – jährlich besuchen ca. 80'000 Schiffsreisende das Land, auf dem Land/Luftweg kommen ca. 1200 Gäste pro Jahr auf die Inseln. Wer noch mehr Infos über die Falklandinseln möchte kann mal auf www.visitorfalklands.com reingucken.
Die Preise hier in Stanley sind enorm hoch. Bezahlt wird in Falklandpfund das den gleichen Wert hat wie das britische Pfund. Im Ort gibt es nur eine Bank, Bancomaten gibt es nirgends, man kann aber in den meisten Restaurants und Geschäften mit Kreditkarten oder US Dollars und Euros bezahlen. Wir hatten ja heute das Glück, dass es den ganzen Tag über sonnig und einigermassen warm war. Ohne den Wind hätte man im T-Shirt rumlaufen können – aber da es hier immer stürmt, waren Windjacke und Faserpelz angesagt. Die Leute sind sehr nett hier, aber auch eigen. Kein Wunder, leben sie doch sozusagen am A.... der Welt :-) Trotzdem findet man in Stanley alles was man zum Leben so braucht. Es gibt einen grossen Supermarkt, zwei Kirchen, ein Spital und Schulen. Nach einem Rundgang durch den Ort, habe ich dann noch in einem Restaurant namens Falkland Brasserie ne Kleinigkeit gegessen. Es gab leckeren Lamm Eintop mit Kartoffelstock, genau das richtige bei diesem windigen Wetter. In einem kleinen Laden habe ich mir dann noch ein Stirnband aus echter Falklandwolle gekauft – so unterstütze ich zusätzlich die hiesige Landwirtschaft! Gegen 16Uhr mussten dann alle wieder an Bord der Norwegian Dream sein. Bei der Überfahrt war Geduld angesagt, es ging aber alles flott über die Bühne. Man merkte, dass die Crew das nicht zum ersten Mal macht.
Nun haben wir Stanley bereits wieder in Richtung Kap Horn und Ushuaia verlassen. Den morgigen Tag werden wir nochmals auf See verbringen und abends gegen 19Uhr das Kap Horn erreichen. Bereits jetzt hat uns der Kapitän darauf eingestimmt, dass es ziemlich unruhig werden könnte da unten. Gemäss letztem Wetterbulletin wurden heute 20 Knoten Windgeschwindigkeit gemessen. Mal schauen wie das dann morgen Abend ausschaut. Übrigens hat unser Schiff auch eine Livecam an Bord – unter diesem Link könnt ihr immer nachschauen, wo wir uns gerade befinden. Die nächsten Fotos kommen vermutlich erst in ein paar Tagen online da ich hier auf dem Schiff eine ziemlich schlechte und sauteure Verbindung habe.

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