Mittwoch, 5. März 2008

Dienstag, 4.3.3008 – Auf See

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Auf meinem Montevideo Ausflug von gestern habe ich wieder einmal einer dieser Zufälle erlebt, die man nicht vorhersehen kann. Auf der Strasse traf ich Antonio Crucenzo mit seinem Mann Sven und ihrer Freundin Brigitte. Antonio und ich haben bei der Telekurs im gleichen Team zusammengearbeitet. Das Erstaunen war natürlich beidseits gross als wir uns plötzlich über den Weg liefen. Er wusste zwar dass ich in Südamerika unterwegs und hat auch immer meinen Blog gelesen, doch da Antonio keine Emailadresse von mir hatte, konnte er mich natürlich auch nicht kontaktieren. An dieser Stelle mal für alle meine Emailadresse falls es jemand gibt, der mir gerne mal ein paar nette Worte schreiben möchte:

kreis5@freesurf.ch

An dieser Stelle nochmals ein Hallo an Antonio, Sven und Brigitte! Ich liebe ja solche Begegnungen bei denen man im ersten Moment denkt “das kann doch gar nicht sein”. Wir plauderten dann eine Weile auf der Strasse bevor ich zurück zum Schiff ging. Um 16Uhr mussten wir alle wieder wieder an Bord sein, da unser Schiff um 16.30h ablegte. Kaum waren wir aus dem Hafen von Montevideo raus kam auch schon die erste Bewährungsprobe ob man seetüchtig ist oder nicht. Das Wetter war ja schon den ganzen Tag mehr oder weniger schlecht und auf dem offenen Meer kam dann richtig viel Wind auf mit hohen Wellen. Anfangs fand ich es ja noch lustig die Leute zu beobachten wie sie schwankend die Gänge entlang liefen, doch mit der Zeit hatte ich selber auch meine liebe Mühe und ich musste dann erstmals zu einer Tablette gegen Reiseübelkeit greifen. Nach einem kurzen Nachtessen in der Trattoria des Schiffes war ich dann gegen 22.30Uhr auch bereits wieder in meiner Kabine. Ich hatte einen flauen Magen und fühlte mich zum Wegschmeissen. Zum Glück kam noch ein guter Spielfilm im Fernsehen so dass ich ein bisschen abgelenkt war. Liegend im Bett ertrug ich die Wellen am Besten. Ich habe den auch gut geschlafen weil man ja wie ein Baby im Bett hin und her geschaukelt wird.

Heute Morgen habe ich mich denn auch schon an den Wellengang gewöhnt und ich die Übelkeit ist im Moment zumindest weg. Das Schiff selbst macht zwar ziemlich undefinierbare und komische Geräusche doch ich hoffe jetzt mal, dass das normal ist und kein Grund zur Panik ist. Nach dem Frühstück heute habe ich eine Yoga Lektion besucht. Gar nicht so einfach die Position zu halten wenn das Schiff hin und her schaukelt. Trotz allem tat es gut, sich mal ein bisschen zu dehnen und was für den Körper zu machen. Danach gings dann noch für 20 Minuten auf den Cross Walker – auch hier musste man sich ganz schön festhalten damit man nicht auf die Seite wegkippte! Für 14Uhr habe ich mich für eine Hot Stone Massage im Spa eingeschrieben – man gönnt sich ja sonst nichts... Dieses Vergnügen ist natürlich nicht gerade billig aber was soll's. Verkaufsförderung wird auch hier im Spa gross geschrieben, aus diesem Grund empfahl mir Liza vom Beauty Salon dann nach der Massage noch etwas für meine Augen zu machen, genauer gesagt gegen die dunklen Stellen unterhalb der Augen. Sie meinte vermutlich meine Tränensäcke im kosmetikjargon drückt man sich natürlich nicht so direkt aus. Tja, auch an mir geht das Alter nicht spurlos vorbei...seufz.

Ich wohne ja auf Deck 7 und auf diesem Deck ist auch der Jogging und Walking-Pfad der rund ums Schiff geht. Ab 8Uhr morgens rennen resp. wackeln die ersten Leute an meinem Fenster vorbei. Da die Scheiben getönt sind, kann man von aussen nur schlecht reingucken. Es wäre schön, wenn man die Fenster öffnen könnte um ein bisschen frische Luft reinzulassen. Doch leider geht das nicht. Ich könnte dann auch eine Art Kiosk betreiben und die vorbeilaufenden Leute verpflegen...smile. Ich muss übrigens noch eine Korrektur anbringen – es sind nur ca. 1650 Leute an Bord nicht wie ursprünglich gesagt 2000. Da habe ich mich wohl etwas verschätzt... Ca. 80% der Passagiere sind über 70 Jahre alt – tja, da bin ich mit meinen knapp 40 Lenzen ein richtiger Teenager. Ich wünschte mir schon ein bisschen mehr jüngere Leute doch kann man dies nun halt nicht ändern. Gestern beim Abendessen gabs einen Single Tisch doch ich hatte keine grosse Lust mit den älteren Herrschaften zu speisen.

Das Wetter heute ist grauslig und nass. Es regnet und stürmt und ihr werdet's erraten haben – das Schiff schwankt immer noch gewaltig hin und her. Meine Housekeeperin (Zimmermädchen) sagte mir gestern dass das noch gar nichts ist. Na dann mal Prost!!! Da freue ich mich doch schon auf die Passage ums Kap Horn, die ist ja besonders berüchtigt für ihren hohen Wellengang. Soeben klatschte ein älterer Herr an die Scheibe meiner Kabine, mann habe ich mich erschrocken! Tja es braucht wirklich viel Balance um sich auf Deck zu halten. Den restlichen Nachmittag verbringe ich nun noch ein bisschen mit Bücher lesen und auf dem Schiff rumlaufen. Freu mich schon auf den nächsten Landgang morgen in Puerto Madryn.

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