Mittwoch, 12. März 2008

Mittwoch, 12. März 2008 – Virenalarm an Bord

Anscheinend bin ich nicht der Einzige hier an Bord der Probleme mit der Verdauung hat. Ein Virus greift um sich, das übliche Problem auf Kreuzfahrtschiffen. Die Vorsichtsmassnahmen wurden seit gestern verschärft, so dass man sich nicht mehr selber an den Buffets bedienen darf. Dies bedingt einen zusätzlichen Einsatz des Personals denn alles muss nun auf den Teller des Gastes gelegt werden. Ob das Ganze viel bringt stelle ich allerdings in Frage. Rundherum husten und schnupfen die alten Leute was das Zeug hält. Da werden ja auch tausende Bazillen freigesetzt – wenn das mal Gut geht. Heute gäbe es übrigens wieder Sushi „All you can eat“ für 15 Dollar, doch das muss ich dann wohl auslassen wegen meiner Darmprobleme von gestern – schade eigentlich, da ich Sushi soooooo gerne hab und die schmecken hier echt lecker.

Übrigens hat sich aufgrund der kleinen Biene in meinem Salat von neulich (siehe Eintrag vom 10.3.) nichts getan - wie ich es vermutet habe. Auf grosse Worte folgen eben nicht immer Taten. Die übliche amerikanische Oberflächlichkeit halt. Ich frage mich ja nur, warum ich dann meine Zimmernummer angeben musste... Ich habe hier auf dem Schiff ja auch schon ein paar Amis kennengelernt die in meinem Alter sind, doch durchs Band sind sie alle ein bisschen komisch – einmal grüssen sie einen, das andere Mal wieder nicht. Vielleicht bin ich ihnen als Europäer auch zu exotisch, wer weiss. Heute Morgen stand ich bereits um 9Uhr auf der Matte in der Pray Position – sprich ich habe Yoga gemacht. Zusammen mit meinen älteren Ladys, die mich ja bereits in ihr Herz geschlossen haben... :-)) Heute war das Yoga besonders schön zusammen mit der meditativen Musik und dem wunderschönen Ausblick auf die Berge rundherum. Irgendwie schon fast ein bisschen mystisch würde ich jetzt mal sagen.

Am Nachmittag kam endlich mal wieder die Sonne für länger als 5 Minuten zum Vorschein und der Wind hatte auch nachgelassen. Kein Wunder drängten sich die Leute sogleich auf den Sonnendecks. Nach wie vor ist jedoch eine warme Jacke nicht verkehrt. Je weiter wir nach Norden kommen desto wärmer soll es aber werden. Nun fahren wir entlang der chilenischen Küste auf dem pazifischen Ozean. Zum Glück ist der Wellengang noch erträglich oder ich habe mich mittlerweile einfach daran gewöhnt dass das Schiff rauf und runter – links und rechts schwankt. Wenn ich so aufs Meer rausgucke ist alles so friedlich und schön. Man sieht sogar ab und zu mal kleine Wale vorbeischwimmen, leicht daran zu erkennen wenn eine kleine Fontäne aus dem Wasser spritzt. Die wirklich grossen Wale habe ich leider nicht gesehen, die sind vermutlich noch weiter im Süden und beginnen ihre Reise nach Norden erst später. Die Abendsonne sowie der anschliessende Sonnenuntergang waren heute sehr schön und sooo romantisch (natürlich nur wenn man ihn zu zwei anschauen kann...smile). Es gibt doch nichts Schöneres als einen Sonnenuntergang anzuschauen, oder?

Zum Abendessen habe ich mich heute wieder ins normale Restaurant getraut nachdem ich gestern klammheimlich das Buffet bevorzugt habe für eine leichte Suppe wegen meines ihr-wisst-schon-Leidens. Beim Betreten der Restaurants gibts jeweils eine kleine Desinfektionsstation – man hält da einfach die Hand drunter und eine kleine Menge Flüssigkeit spritzt automatisch in die Handfläche. Die Flüssigkeit muss man dann nur noch verreiben und fertig ist der Virenschutz. Die ganze Massnahme scheint mir zumindest ein bisschen unnütz zu sein wenn man danach sieht, wie die Bedienung im Service mit der Hygiene umgeht. Beim Servieren der Teller hat der Kellner meist noch seinen Daumen halb im Essen drin. Und während man beim Frühstück das Brot nicht selber nehmen darf, wird einem am Abend im Restaurant ein kleiner Brotkorb auf den Tisch gestellt, wo man sich dann wieder selber bedienen kann. Und ich wette darauf, dass hinter den Kulissen für den nächsten Gast der Brotkorb einfach wieder ergänzt wird. Richtigerweise müsste man ja den Rest des Brotes wegschmeissen – der Hygiene wegen. Na ja, diese Virenerkrankungen an Bord haben ja auch ihr Gutes – es ist nun nicht mehr so voll in den Restaurants...

Morgen werden wir den Hafen von Puerto Chacabuco erreichen. Dies wird nach den Falklandinseln die zweite Destination sein, wo wir vor Anker gehen und mit den Tenderbooten in den Hafen fahren. Ab 7Uhr startet der Run auf die Platzkarten für die Boote!

Keine Kommentare: