Heute Morgen um 6Uhr war es nun also soweit – die Reise mit dem Schiff endete im Hafen von Valparaiso (Chile). Irgendwie war es schon ein bisschen komisch, nochmals zum Frühstück zu gehen mit dem Wissen dass es das letzte Mal war. Das Auschiffungsprozedere zog sich dann ewig in die Länge da die chilenischen Behörden mal wieder einen auf ganz genau machten. Sie kontrollierten wirklich jeden einzelnen Passagier genauenst. Die Ausschiffung erfolgte aufgrund bestimmter Farben die jeder Passagier erhielt. Mein Deck hatte die Farbe Lila und ich musste fast 2 Stunden warten, bis ich dann endlich vom Schiff konnte. Im Ankunftsterminal mussten wir dann erstmal alle unser Handgepäck auf den Boden stellen so dass die Hunde der Agrikulturbehörden daran schnüffeln konnten. Es ist ja in Chile strengstens verboten Früchte, lebende Tiere oder sonstige Lebensmittel einzuführen. Und obschon es auf dem Schiff tausend Mal erwähnt worden ist gab es doch tatsächlich eine Amerikanerin die einen Apfel im Rucksack mitführte. Logo dass der Hund das natürlich riechen konnte. Die Amerikanerin durfte dann unter Protest eine Busse bezahlen – geschah ihr ganz recht, finde ich zumindest.
Nach der Kontrolle musste ich erstmal mein Gepäck suchen. Dieses war zwar fein säuberlich nach den Farben sortiert, doch war ich ja nicht der Einzige Passagier auf Deck 7. Nach ca. 5 Minuten suchen fand ich dann jedoch meine Reisetasche. Im Terminal selber boten dann ganz viele Leute Stadtrundfahrten und Taxidienste an. Da ich nicht genau wusste wo das Busterminal in Valparaiso ist, fragte ich wie teuer ein Taxi dahin wäre. Die Meisten verlangten 15 Dollar, was ich ne totale Unverschämtheit fand. Das Busticket von Valparaiso nach Santiago de Chile kostet nämlich gerade mal 8 Dollar und die Fahrt dauert eineinhalb Stunden!! Nun denn, dachte ich mir, gehst du einfach mal aus dem Hafenterminal raus. Kaum draussen standen schon die nächsten Taxichauffeure am Strassenrand und verlangten doch haarsträubende 20 Dollar für die Fahrt zum Busterminal. Also ging ich erstmal ein Stückchen zu Fuss weiter. Ich wusste, dass das Terminal nicht weit weg sein konnte. Glücklicherweise traf ich dann noch zwei Mädels aus Dresden die ebenfalls zum Busterminal wollten. Und schlau wie die waren fanden wir dann das Terminal binnen 5 Minuten Fussmarsch.
Die Busse nach Santiago fuhren alle halbe Stunde so dass wir nach 10 Min. bereits im Bus sassen. In Santiago angekommen nahmen die Mädels dann ein Bus zu ihrem Hotel. Mein Hotel war ja in der Innenstadt und so musste ich mich erstmal durchfragen, wie ich da am Besten hinkomme. Der Busterminal war glücklicherweise direkt bei einer Metrostation so dass ich lediglich 5 Stationen mit der U-Bahn fahren musste bis zu meinem Hotel.
Nachdem ich das Gepäck deponiert hatte erkundete ich erstmal die Stadt. Also ich muss schon sagen, dass Santiago eine total schöne und vor allem saubere Stadt ist. Viele Argentinier haben mir ja gesagt, dass es hier laut und schmutzig ist. Doch alles ist viel schöner und nicht so heruntergekommen wie in Buenos Aires. Was mir vor allem aufgefallen ist, sind die vielen Strassencafés die es hier gibt. Überall sitzen die Leute draussen, genauso wie bei uns zu Hause. Ein schöner Stadtteil ist das Barrio Bellavista, das auch bohemisches Viertel genannt wird da es hier sehr viele Künstler, Theater und Nachtclubs gibt. Das Barrio Bellavista liegt am Fusse des Cerro San Cristobal – ein Aussichtsberg mitten in der Stadt. Man kann da zu Fuss oder mit einer Standseilbahn hochfahren. Das werde ich dann morgen noch machen da heute die Zeit zu knapp war.
Ebenfalls gibt es in der Innenstadt schöne alte Gebäude und jede Menge Museen. Im Nachhinein bereue ich es fast ein bisschen, dass ich nur gerade 1 Nacht hier bin. Was ich ja besonders interessant finde hier, ist die Architektur der Häuser – ein buntes Gemisch verschiedenster Einflüsse. Auch die Kathedrale in der Nähe der Plaza de Armas ist wunderschön. Im Mercado Central machte ich dann erstmal Halt für ein spätes Mittagessen. Im Restaurant Augusto wurde ich sogleich von einem wirklich überaus freundlichen Kellner empfangen. Da er Enologie studiert (Weinkunde) zeigte er mir in der Vitrine erstmal alle Weine die sie im Angebot hatten. Das Restaurant ist vor allem berühmt für seine Meeresfrüchte und Fische. Trotzdem ass ich dann ein Steak...smile. Als ich bezahlt hatte, wollte er mir der Kellner unbedingt noch den Chef vorstellen, der hier sowas wie ne Institution ist. Also gabs schwupps noch ein Foto mit Herrn Augusto himself. Wirklich ein lustiges Völkchen hier.
Auch hat es in der Stadt viele junge Leute, die zwar ein bisschen freakig sind, doch für eine bunte Mischung sorgen. Vor dem Museum de Bellas Artes zum Beispiel gabs heute einen riesigen Flohmarkt. Da gibts hunderte von Leuten die alles Mögliche anbieten – von Kleidern über CD bis hin zu Büchern und Koffern. Es herrschte eine richtige Woodstock Atmosphäre...smile. Nun bin ich erschlagen zurück in meinem Hotel Diego de Almagro in der Nähe der Metro Station Moneda mitten im Zentrum. Brauche jetzt erstmal eine Mütze Schlaf bevor dann morgen der zweite Teil der Stadtbesichtigung ansteht.

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